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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
06:42 Uhr

Das Ende der goldenen Ära: Private-Credit-Markt zeigt bedrohliche Risse

Das Ende der goldenen Ära: Private-Credit-Markt zeigt bedrohliche Risse

Was jahrelang als das gelobte Land der Finanzwelt galt, entpuppt sich zunehmend als Minenfeld. Der rund 3 Billionen Dollar schwere Private-Credit-Markt – jene Schattenwelt der Kreditvergabe abseits traditioneller Banken – steht vor seiner bislang härtesten Bewährungsprobe. Eine Kaskade aus Insolvenzen, Betrugsanklagen und eingefrorenen Anlegergeldern erschüttert ein Segment, das in der Ära der Niedrigzinsen nach 2008 wie ein Pilz aus dem Boden schoss.

Wenn die Kakerlaken aus den Ritzen kriechen

Es war JPMorgan-Chef Jamie Dimon, der im Oktober 2025 die wohl treffendste Metapher für die Lage fand: „Wenn man eine Kakerlake sieht, gibt es wahrscheinlich noch mehr." Eine Warnung, die sich als prophetisch erweisen sollte. Denn was im September 2025 mit den Zusammenbrüchen von Tricolor Holdings und First Brands Group begann, hat sich seither zu einer regelrechten Vertrauenskrise ausgewachsen.

Tricolor, ein auf Subprime-Autokredite spezialisierter US-Kreditgeber, meldete am 10. September 2025 Insolvenz nach Chapter 7 an – die härteste Form der Abwicklung im amerikanischen Recht. Betrugsvorwürfe und der Rückzug von Kreditgebern hatten dem Unternehmen den Todesstoß versetzt. Nur wenige Wochen später, am 28. September, folgte First Brands Group, ein von Apollo Global Management unterstützter Autozulieferer, mit einem Chapter-11-Antrag. Namhafte Banken wie UBS O'Connor und Jefferies Financial Group hatten Hunderte Millionen Dollar in beide Unternehmen gepumpt – Geld, das nun größtenteils verloren scheint.

Betrug in Serie: Wenn Gründer zu Angeklagten werden

Was zunächst wie unglückliche Einzelfälle aussah, entpuppte sich als systematischer Betrug. Im Dezember 2025 erhoben US-Staatsanwälte Anklage gegen die Führungsspitze von Tricolor. Gründer und CEO Daniel Chu sowie COO David Goodgame sollen laut einer in Manhattan entsiegelten Anklageschrift seit mindestens 2018 den Wert ihrer Kreditsicherheiten systematisch aufgebläht haben, um Milliarden von Kreditgebern und Investoren einzusammeln. Ein klassisches Schneeballsystem, verpackt in die schillernde Hülle moderner Finanzarchitektur.

Im Januar 2026 traf es dann auch die Gründer von First Brands: Patrick James und sein Bruder Edward wurden in New York angeklagt, Kreditgeber um Milliarden Dollar betrogen zu haben. Das Unternehmen begann daraufhin, Teile seiner nordamerikanischen Geschäftstätigkeit zurückzufahren, während ein Insolvenzrichter in Houston kurzfristige Finanzierungen von GM und Ford genehmigte.

Blue Owl: Das Warnsignal, das niemand ignorieren kann

Doch die eigentliche Erschütterung kam im Februar 2026. Blue Owl Capital, einer der prominentesten Akteure im Private-Credit-Universum, stoppte dauerhaft die Rücknahme von Anteilen seines 1,6 Milliarden Dollar schweren Fonds OBDC II. Keine vorübergehende Maßnahme, kein technischer Schluckauf – ein permanenter Stopp. Jian Liu, Gründer und Managing Partner bei Lionhill Wealth Management, nannte die Entscheidung ein „systemisches Warnsignal für das gesamte nicht-bankbasierte Finanzökosystem".

Der Fonds ist als sogenannte Business Development Company strukturiert – ein Anlagevehikel, das gezielt an US-Privatanleger vermarktet wird und Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen vergibt. Dass ausgerechnet solche Produkte, die dem Kleinanleger als stabile Einkommensquelle angepriesen wurden, nun ihre Tore schließen, wirft fundamentale Fragen auf. Aktivistische Hedgefonds wie Saba Capital Management und Cox Capital Partners reagierten prompt und starteten Übernahmeangebote für Anteile an drei Blue-Owl-Fonds, um den eingesperrten Privatanlegern wenigstens einen Ausweg zu bieten.

Die „SaaS-Apokalypse" und das KI-Risiko

Als wäre die Betrugswelle nicht genug, droht dem Private-Credit-Markt Ungemach aus einer völlig anderen Richtung. Seit 2020 haben sich Kreditgeber in diesem Segment besonders stark auf Unternehmenssoftware-Firmen gestürzt – ein Sektor, der nun durch den rasanten Aufstieg künstlicher Intelligenz unter massiven Druck gerät. Die Befürchtung: KI-Werkzeuge könnten es Unternehmen ermöglichen, Software künftig selbst zu entwickeln, was die Umsätze und Margen der finanzierten Softwarefirmen empfindlich schmälern würde.

Die Aktien von Branchengrößen wie Ares Management, KKR, Apollo Global, BlackRock, TPG und Blue Owl Capital brachen Anfang Februar deutlich ein. Was die Branche als „SaaS-Apokalypse" bezeichnet, ist letztlich nichts anderes als die späte Erkenntnis, dass auch vermeintlich sichere Sektoren nicht immun gegen disruptive Technologien sind.

Ein Lehrstück über die Gefahren unkontrollierter Kreditexpansion

Die Parallelen zur Finanzkrise von 2008 sind frappierend – und beunruhigend. Damals waren es verbriefte Hypothekenkredite, die das System an den Rand des Abgrunds brachten. Heute sind es private Kredite an hochverschuldete Mittelständler, verpackt in Anlageprodukte für Privatanleger, die kaum verstehen dürften, welchen Risiken sie ausgesetzt sind. Die Versprechen waren stets dieselben: stabile Renditen, geringe Volatilität, Schutz vor den Launen der öffentlichen Märkte. Versprechen, die sich nun als hohl erweisen.

Noch ist von einem Zusammenbruch der gesamten Branche keine Rede. Die globale Mittelbeschaffung im Private-Credit-Bereich stieg 2025 auf 224,25 Milliarden Dollar – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch das Wachstumstempo hat sich deutlich verlangsamt, von 9,7 Prozent im Jahr 2024 auf eben jene 3,2 Prozent. Die Ära der mühelosen, aktienähnlichen Renditen neige sich dem Ende zu, konstatierte PitchBook-Analyst Kyle Walters nüchtern.

Was bedeutet das für den deutschen Anleger?

Für den deutschen Sparer und Anleger sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. In einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treibt und die Inflation hartnäckig an der Kaufkraft nagt, zeigt sich einmal mehr: Komplexe Finanzprodukte, die Stabilität versprechen, können sich über Nacht als Falle entpuppen. Wer sein Vermögen schützen will, sollte sich nicht auf die Versprechen einer Finanzindustrie verlassen, die immer neue Wege findet, Risiken zu verschleiern und Renditen zu versprechen, die zu schön sind, um wahr zu sein.

In Zeiten wie diesen bewährt sich, was sich seit Jahrtausenden bewährt hat: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen keine Insolvenz, keinen Betrug und keine eingefrorenen Rücknahmen. Sie sind niemandes Verbindlichkeit und bieten genau jene Stabilität, die der Private-Credit-Markt nur vorgab zu liefern. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bleiben sie ein unverzichtbarer Anker der Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Investitionsentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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