
DAX kämpft mit der 25.000er-Marke – doch wie belastbar ist die Euphorie wirklich?
Der deutsche Leitindex hat sich zum Wochenbeginn eindrucksvoll zurückgemeldet und die psychologisch bedeutsame Schwelle von 25.000 Punkten erneut ins Visier genommen. Mit einem Tagesplus von 1,2 Prozent kletterte der DAX auf 25.014 Zähler – ein Niveau, das noch vor wenigen Handelstagen in weiter Ferne schien. Denn kaum jemand hätte gewettet, dass der Index nach seinem gefährlichen Flirt mit dem Jahrestief bei 24.272 Punkten so rasch wieder Höhenluft schnuppern würde.
Rückenwind aus Übersee – aber zu welchem Preis?
Die Impulse für den jüngsten Aufschwung kamen einmal mehr nicht aus Frankfurt, sondern aus New York und Tokio. Der Dow Jones Industrial markierte ein frisches Rekordhoch, während sich Nasdaq 100 und S&P 500 nach ihrer jüngsten Schwächephase stabilisieren konnten. In Japan sorgte der politische Sieg von Takaichi für einen regelrechten Kurssprung des Nikkei 225 um rund vier Prozent. Man könnte fast meinen, der DAX sei zum Spielball internationaler Kräfte degradiert – unfähig, aus eigener Stärke heraus neue Impulse zu setzen.
Und genau hier liegt das Problem. Deutschland, einst stolze Lokomotive der europäischen Wirtschaft, hängt am Tropf ausländischer Konjunkturdaten. Die Märkte fiebern den US-Arbeitsmarktdaten zur Wochenmitte und den amerikanischen Inflationszahlen am Freitag entgegen, als gäbe es hierzulande nichts Eigenes mehr, worauf man hoffen könnte. Kein Wunder: Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland geben wenig Anlass zur Zuversicht.
Das 500-Milliarden-Schuldenpaket als Damoklesschwert
Während die Börsianer auf Zinssenkungen der US-Notenbank spekulieren – zwei Schritte nach unten werden im laufenden Jahr erwartet –, türmt die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz munter Schulden auf. Das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur mag auf dem Papier ambitioniert klingen, doch in Wahrheit handelt es sich um nichts anderes als eine gigantische Hypothek auf die Zukunft kommender Generationen. Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Dieses Versprechen hat sich in Luft aufgelöst – schneller, als man „Koalitionsvertrag" sagen kann.
Die Inflation, die durch derartige Ausgabenprogramme unweigerlich angeheizt wird, frisst die Kaufkraft der Bürger auf. Und während die Aktienmärkte kurzfristig von der Liquiditätsschwemme profitieren mögen, zahlt am Ende der kleine Sparer die Zeche. Wer sein Vermögen ausschließlich in Aktien oder ETFs parkt, sollte sich fragen, wie nachhaltig eine Rally sein kann, die auf Schulden gebaut ist.
Charttechnik: Die entscheidende Hürde
Aus technischer Sicht steht der DAX vor einer echten Bewährungsprobe. Die Zone zwischen 25.020 und 25.100 Punkten hat den Index in der Vergangenheit mehrfach ausgebremst wie eine unsichtbare Mauer. Ein nachhaltiger Ausbruch über 25.100 Punkte würde zwar frisches Aufwärtspotenzial bis zunächst 25.204 und anschließend bis zur offenen Kurslücke bei 25.279 Punkten eröffnen. Doch solange diese Schlüsselmarke nicht überzeugend geknackt wird, bleibt das Risiko eines erneuten Rücksetzers allgegenwärtig.
Auf der Unterseite bieten der 200-Tage-Durchschnitt bei 24.889 Punkten sowie die horizontale Unterstützung bei 24.800 Zählern erste Auffangnetze. Sollten diese Bereiche brechen, drohen Anschlussverkäufe in Richtung 24.620 Punkte – ein Szenario, das angesichts der fragilen Gesamtlage keineswegs ausgeschlossen werden kann.
Geopolitische Risiken und die KI-Blase
Neben den charttechnischen Unwägbarkeiten lasten auch fundamentale Risiken auf den Märkten. Die geopolitischen Spannungen – vom andauernden Ukraine-Krieg bis zur dramatischen Eskalation im Nahen Osten – sorgen für ein Umfeld permanenter Unsicherheit. Hinzu kommt die zunehmend kritisch beäugte Bewertung im Bereich der künstlichen Intelligenz. Was gestern noch als Megatrend gefeiert wurde, könnte sich morgen als überhitzte Spekulationsblase entpuppen.
In solch turbulenten Zeiten erweist sich einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Anker der Vermögenssicherung dienen. Während Aktienkurse von Algorithmen und Stimmungsschwankungen getrieben werden, bieten Edelmetalle jenen Schutz, den kein Sondervermögen und keine Zinssenkung der Welt ersetzen kann. Wer sein Portfolio klug diversifizieren möchte, kommt an einer Beimischung physischer Edelmetalle kaum vorbei.
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