
Deutsche Reiselust ungebrochen: Branche erwartet Milliardenumsätze trotz wirtschaftlicher Tristesse

Während Deutschland wirtschaftlich vor sich hin dümpelt und die Bürger unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen, zeigt sich ein bemerkenswertes Phänomen: Die Deutschen wollen verreisen – koste es, was es wolle. Der Deutsche Reiseverband (DRV) prognostiziert für das Touristikjahr 2025/2026 einen Umsatz von stolzen 86 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Flucht aus dem grauen Alltag?
Man könnte fast meinen, die Deutschen suchten verzweifelt nach einem Ausweg aus der heimischen Misere. Kreuzfahrten, Fernreisen und die klassischen Badeziele am östlichen Mittelmeer stehen hoch im Kurs, wie DRV-Präsident Albin Loidl verkündete. Die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer scheint ungebrochen – selbst wenn daheim die Wirtschaft schwächelt und die politische Großwetterlage alles andere als rosig aussieht.
Die Zahl der Reisenden wird voraussichtlich bei etwa 138 Millionen verharren. Kein Wachstum also bei den Köpfen, aber mehr Geld pro Kopf. Die Deutschen gönnen sich offenbar lieber einen teureren Urlaub, als auf das Verreisen gänzlich zu verzichten. Ein nachvollziehbarer Reflex in Zeiten, in denen die Nachrichten von geopolitischen Krisen, Energiesorgen und wirtschaftlicher Stagnation dominiert werden.
Geopolitische Unsicherheiten als Stimmungsdämpfer
Der DRV benennt die Gründe für die stagnierende Reisendenzahl durchaus offen: weltweite geopolitische Unsicherheiten, die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland und die Preisentwicklung. Loidl mahnte, dass Politik, Reiseziele und Anbieter gemeinsam dafür sorgen müssten, dass Reisen auch künftig bezahlbar bleibe.
Eine bemerkenswerte Forderung, wenn man bedenkt, dass dieselbe Politik durch ihre Entscheidungen maßgeblich zur aktuellen wirtschaftlichen Schieflage beigetragen hat. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung wird die Inflation weiter anheizen und künftige Generationen mit Schulden belasten. Ob unter diesen Umständen Reisen tatsächlich bezahlbar bleibt, darf bezweifelt werden.
Pauschalreisen bleiben beliebt
Rund die Hälfte des prognostizierten Umsatzes entfällt auf Pauschal- und Bausteinreisen. Die andere Hälfte verteilt sich auf individuell geplante Reisen. Der deutsche Urlauber schätzt offenbar nach wie vor die Sicherheit des Rundum-sorglos-Pakets – verständlich in einer Welt, die immer unberechenbarer erscheint.
Die Tourismusbranche darf sich also auf ein weiteres profitables Jahr freuen. Für den deutschen Bürger bleibt zu hoffen, dass er sich seinen wohlverdienten Urlaub auch weiterhin leisten kann – trotz aller politischen Fehlentscheidungen, die sein Portemonnaie zunehmend belasten.
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