
Deutschlands Chemieindustrie vor dem Kollaps: Auftragsbestand auf 30-Jahres-Tief
Die deutsche Chemieindustrie, einst das RĂŒckgrat unserer Wirtschaft, steht vor dem Abgrund. Mit einem Auftragsbestand, der so niedrig ist wie zuletzt vor drei Jahrzehnten, offenbart sich das ganze AusmaĂ des industriepolitischen Versagens der vergangenen Jahre. Das ifo-GeschĂ€ftsklima stĂŒrzte im Oktober auf minus 19,4 Punkte ab â ein dramatischer Einbruch gegenĂŒber den bereits katastrophalen minus 12,0 Punkten im September.
Besonders alarmierend: Die Bewertung des Auftragsbestands erreichte mit minus 68,9 Punkten den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren. Man muss sich das vor Augen fĂŒhren: Wir sprechen hier von Werten, die wir zuletzt in den wirtschaftlich turbulenten Zeiten der frĂŒhen 1990er Jahre gesehen haben, als Deutschland noch mit den Folgen der Wiedervereinigung kĂ€mpfte.
Die Ursachen des Niedergangs
Die GrĂŒnde fĂŒr diese Misere sind vielfĂ€ltig, aber hausgemacht. Jahrelange ideologiegetriebene Politik, insbesondere die wahnwitzige Energiewende der vergangenen Ampel-Koalition, hat die Energiepreise in astronomische Höhen getrieben. WĂ€hrend unsere internationalen Konkurrenten mit gĂŒnstiger Energie produzieren, wĂŒrgt Deutschland seine eigene Industrie mit den weltweit höchsten Strompreisen ab.
Die ifo-Branchenexpertin Anna Wolf bringt es auf den Punkt: "Die Kombination aus mangelnder WettbewerbsfÀhigkeit, sinkenden Verkaufspreisen bei gleichzeitig hohen Kosten und schwachen AuftrÀgen zwingt die Betriebe, Investitionen zu drosseln und Personal weiter abzubauen." Ein Teufelskreis, der sich immer schneller dreht.
KapazitÀtsauslastung im freien Fall
Die KapazitĂ€tsauslastung sank auf magere 71 Prozent â weit unter dem langfristigen Durchschnitt von 81 Prozent. Das bedeutet: Fast ein Drittel unserer chemischen ProduktionskapazitĂ€ten liegt brach. Fabriken stehen still, ArbeitsplĂ€tze verschwinden, Know-how wandert ab.
Von Januar bis August brach der Umsatz der Chemiebranche um 2,9 Prozent ein. Besonders bitter: Selbst im AuslandsgeschĂ€ft, traditionell eine StĂ€rke deutscher Chemieunternehmen, ging es bergab. Die neuen US-Zölle unter PrĂ€sident Trump â 20 Prozent auf EU-Importe â verschĂ€rfen die Lage zusĂ€tzlich. Allein in die USA lieferte die Branche 2024 noch Erzeugnisse im Wert von 10,2 Milliarden Euro.
BĂŒrokratiewahnsinn als Sargnagel
Als wĂ€re die wirtschaftliche Lage nicht schon dramatisch genug, erstickt die deutsche Chemieindustrie zusĂ€tzlich an einem beispiellosen BĂŒrokratiewahnsinn. Wolfgang GroĂe Entrup, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Chemieverbands VCI, findet deutliche Worte: "Der BĂŒrokratieinfarkt ist nahe." Die Regulierungsflut aus Berlin und BrĂŒssel sei fĂŒr die Branche "das Schlimmste am Standort - noch vor Energiepreisen und Steuern."
Man stelle sich vor: Selbst die exorbitanten Energiekosten werden von der BĂŒrokratie als Standortnachteil ĂŒbertroffen! Formulare, Nachweispflichten, AbsurditĂ€ten â wĂ€hrend China und andere Konkurrenten unbĂŒrokratisch durchstarten, versinkt Deutschland im Papierkrieg.
Zu wenig, zu spÀt: Die Reaktion der Politik
Die neue schwarz-rote Koalition unter Kanzler Merz verspricht nun Besserung. Ein staatlich subventionierter Industriestrompreis soll ab 2026 kommen â ein Jahr zu spĂ€t fĂŒr viele Unternehmen, die bereits jetzt ums Ăberleben kĂ€mpfen. Und selbst diese MaĂnahme ist nichts anderes als ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde, verursacht durch jahrelange Fehlentscheidungen.
Die versprochene Entlastung um 16 Milliarden Euro bei den BĂŒrokratiekosten klingt beeindruckend, doch angesichts der Dimension des Problems wirkt sie wie der berĂŒhmte Tropfen auf den heiĂen Stein. Zumal Merz vor der Wahl noch vollmundig versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen â ein Versprechen, das angesichts des geplanten 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens bereits Makulatur ist.
Ein Alarmsignal fĂŒr ganz Deutschland
Alexander KrĂŒger, Chefvolkswirt der Hauck AufhĂ€user Lampe Privatbank, warnt eindringlich: "Nach der Autoindustrie kommt eine weitere SchlĂŒsselindustrie immer mehr unter Druck." Die Chemiebranche ist keine isolierte Branche â sie ist Zulieferer fĂŒr nahezu alle anderen Industriezweige. Ihr Niedergang wird Schockwellen durch die gesamte deutsche Wirtschaft senden.
Die Prognosen sind dĂŒster: Der VCI erwartet fĂŒr 2025 einen weiteren ProduktionsrĂŒckgang um zwei Prozent. "Weder im Inlands- noch im AuslandsgeschĂ€ft zeichnet sich derzeit eine Trendwende ab", heiĂt es resigniert aus Verbandskreisen.
Was jetzt zu tun wÀre
Deutschland braucht keine kosmetischen Korrekturen, sondern einen radikalen Kurswechsel. Die ideologiegetriebene Klimapolitik muss einer vernunftbasierten Industriepolitik weichen. Wir brauchen wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise, drastischen BĂŒrokratieabbau und eine Politik, die wieder fĂŒr deutsche Interessen eintritt statt gegen sie.
Die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei. WĂ€hrend unsere Politiker ĂŒber KlimaneutralitĂ€t philosophieren, wandert die Industrie ab â und mit ihr Wohlstand, ArbeitsplĂ€tze und Zukunftschancen. Die Chemieindustrie sendet ein letztes SOS. Wer jetzt nicht handelt, macht sich mitschuldig am Niedergang des Industriestandorts Deutschland.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr: Nur reale Werte wie physische Edelmetalle bieten noch Sicherheit vor den Verwerfungen einer fehlgeleiteten Politik. WĂ€hrend Industrieaktien abstĂŒrzen und ganze Branchen kollabieren, bewahren Gold und Silber ihren Wert â unabhĂ€ngig von politischen Irrwegen und wirtschaftlichen Turbulenzen.
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