
Deutschlands Gasspeicher am Limit: Wenn Beten zum Energiekonzept wird
Es ist ein Bild, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Eine der größten Industrienationen der Welt, einst Garant für Versorgungssicherheit und technologische Exzellenz, steht im Februar 2026 vor halbleeren Gasspeichern – und die Branche hofft auf mildes Wetter. Nicht auf kluge politische Weichenstellungen, nicht auf eine vorausschauende Energiestrategie, sondern schlicht auf die Gnade der Meteorologie. „Alle in der Branche beten jetzt für warmes Wetter", heißt es aus Branchenkreisen. Willkommen in der deutschen Energiepolitik des Jahres 2026.
Ein Land, das seine Reserven verspielt hat
Deutschland ist mit erschreckend niedrigen Reserven in die aktuelle Heizsaison gestartet. Das klassische Geschäftsmodell der Speicherbetreiber – im Sommer günstig einkaufen, im Winter teurer verkaufen – funktioniert schlicht nicht mehr. Neue Preisrelationen und eine zeitweise hohe Verfügbarkeit von Flüssigerdgas haben die saisonalen Preissignale derart verzerrt, dass sich das Einspeichern für viele Betreiber kaum noch rechnet. Sebastian Heinermann vom Speicherverband bringt es auf den Punkt: Die Füllstandsvorgaben hätten die Preissignale am Gas-Großhandelsmarkt verzerrt.
Was bedeutet das konkret? Marktteilnehmer verlassen sich zunehmend darauf, dass der Staat im Ernstfall einspringt. Trading Hub Europe, der deutsche Marktgebietsverantwortliche, greift mit Sonderausschreibungen ein, um das System im Gleichgewicht zu halten. Doch das ist nichts anderes als Symptombekämpfung. Das strukturelle Problem – fehlende Wirtschaftlichkeit beim Einspeichern – bleibt ungelöst. Eine Privatisierung der Gewinne bei gleichzeitiger Sozialisierung der Risiken, könnte man sarkastisch anmerken.
LNG-Terminals: Teuer gebaut, begrenzt wirksam
Die Bundesregierung verweist gebetsmühlenartig auf die LNG-Terminals an Nord- und Ostsee sowie auf Pipelinegas aus Norwegen. Doch die Realität sieht ernüchternd aus. Die Kapazitäten der Terminals stoßen bei hoher Auslastung an ihre Grenzen. Vor Rügen konnten Tanker zeitweise nicht einmal anlegen, weil Eis und Kälte die Abläufe lahmlegten – ein Eisbrecher musste aushelfen. Man erinnere sich: Für diese schwimmenden Terminals wurden Milliarden an Steuergeldern mobilisiert, Genehmigungsverfahren im Rekordtempo durchgepeitscht und Umweltbedenken beiseitegewischt. Und nun reicht ein strenger Winter, um das System an seine Belastungsgrenze zu bringen.
Besonders prekär ist die Lage im Süden Deutschlands. Dort gibt es weniger Speicherkapazitäten, gleichzeitig aber eine hohe Industrienachfrage. Der Transport großer Gasmengen von den Küstenterminals in den Süden ist technisch anspruchsvoll, Netzengpässe und Druckprobleme begrenzen die Durchflussmengen. Die Industrie, die auf schnelle Verfügbarkeit angewiesen ist, steht damit vor einem wachsenden Versorgungsrisiko.
Von russischer Abhängigkeit in amerikanische Abhängigkeit
Hier offenbart sich eine besonders bittere Ironie der deutschen Energiewende. Der Grünen-Politiker Michael Kellner warnt, dass die LNG-Lieferungen, auf die das Ministerium beständig verweise, fast vollständig aus den USA kämen. Europa rutsche so in eine gefährliche Abhängigkeit. Man hat also die Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas gegen eine Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas eingetauscht – zu deutlich höheren Kosten und mit neuen geopolitischen Risiken. Als im Januar 2026 Winterstürme in Texas LNG-Anlagen lahmlegten, zogen die europäischen Gaspreise sofort an. So sieht also die vielgepriesene Diversifikation aus.
Aus der Union kommt immerhin der Ruf nach einer breiteren Streuung der Bezugsquellen. Ein vernünftiger Ansatz, der freilich Jahre früher hätte verfolgt werden müssen. Stattdessen hat man sehenden Auges erst Nord Stream sabotiert – oder sabotieren lassen – und sich dann in die Arme des nächstbesten Lieferanten geworfen, ohne langfristige Alternativen aufzubauen.
Wiederbefüllung wird zum Kraftakt
Im Frühjahr steht die Branche vor der Herkulesaufgabe, die Speicher wieder aufzufüllen – und zwar von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau als in den Vorjahren. SPD-Energiepolitiker Armand Zorn erwartet, dass die Wiederbefüllung anspruchsvoll und möglicherweise teurer werde. Das ist diplomatisch formuliert. In Wahrheit dürften die Kosten erheblich sein, und am Ende wird wieder der Steuerzahler oder der Gaskunde die Zeche begleichen.
In der Union kursiert derweil ein Papier zur Prüfung einer strategischen Gasreserve. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hält eine solche nationale Reserve für ein sinnvolles Instrument. Doch die entscheidende Frage bleibt offen: Wer bezahlt? Das Wirtschaftsministerium spricht von einem „vertieften Dialog mit den Stakeholdern der Gasbranche" – eine Formulierung, die in der politischen Sprache üblicherweise bedeutet, dass man noch keine Lösung hat und auf Zeit spielt.
Das Versagen einer ideologiegetriebenen Energiepolitik
Was wir hier erleben, ist das Ergebnis jahrelanger energiepolitischer Fehlentscheidungen. Der überhastete Ausstieg aus der Kernenergie, die naive Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten, die ideologische Fixierung auf eine „Energiewende", die weder bezahlbar noch versorgungssicher ist – all das rächt sich nun in einem kalten Februar. Deutschland, das Land der Ingenieure und Tüftler, hat sich in eine Situation manövriert, in der die Versorgungssicherheit vom Wetterbericht abhängt.
Ein dauerhaft belastbares Niveau an Versorgungssicherheit kostet Geld – das ist unbestritten. Doch ohne Vorsorge drohen im Krisenfall noch weitaus höhere Milliardenlasten. Es wäre an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier entschlossen handelt, statt die Probleme der Vorgängerregierungen lediglich zu verwalten. Die deutschen Bürger und die deutsche Industrie haben ein Recht auf eine Energiepolitik, die diesen Namen verdient – und nicht auf fromme Wettergebete.
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