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Kettner Edelmetalle
17.09.2026
09:05 Uhr
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Diesel-Schock: 2,45 Euro – und Analysten warnen vor dem nächsten Sprung

Diesel-Schock: 2,45 Euro – und Analysten warnen vor dem nächsten Sprung
Symbolbild: KI-generiert

Die Zapfsäule wird zum Politikum: Nach Drohnen- und Raketenangriffen auf Saudi-Arabiens Öl-Infrastruktur klettern Benzin- und Dieselpreise weltweit auf Rekordniveau. In Deutschland kostete der Liter Diesel am Mittwoch laut ADAC im Bundesschnitt 2,453 Euro, Super E10 2,314 Euro – beides Allzeithochs. Und Marktanalysten in Washington warnen: Das dicke Ende komme erst noch.

Eine Pipeline, an der halb Europa mithängt

Auslöser ist die beschädigte East-West-Pipeline, Saudi-Arabiens 1200 Kilometer lange Lebensader vom Osten des Landes zu den Exportterminals am Roten Meer. Sie ist die wichtigste Umgehung der Straße von Hormus – und damit seit Kriegsbeginn der Notausgang des globalen Ölmarkts.

US-Energieminister Chris Wright erklärte am Dienstag, die Leitung laufe binnen Tagen wieder. Analysten, die Satellitenbilder auswerteten, halten das für Wunschdenken. Ein Berater für Ölinfrastruktur wird mit der Einschätzung zitiert, die Bilder zeigten erhebliche Schäden, Reparaturen dürften ein bis zwei Monate dauern – Rohre, Ventile, komplette Elektrik müssten ersetzt werden.

„Man kann das schließlich nicht einfach bei Costco kaufen und aus dem Regal nehmen.“

Berichten zufolge wurden mindestens zwei, möglicherweise drei Pumpstationen getroffen, dazu ein Aramco-Tanklager im Südwesten des Landes. Ein Geopolitikexperte der Seton Hall University warnt, entscheidend werde der Moment sein, in dem die Leitung fast repariert sei – und erneut angegriffen werde.

Das Dreibein ist zusammengebrochen

Warum die Lage diesmal ernster ist als im Frühjahr, erklärt ein früherer Energieberater im Weißen Haus mit dem Bild eines Dreibeins: Chinas gedrosselte Importe, die Freigabe hunderter Millionen Barrel aus staatlichen Notreserven und eben die Pipeline hätten den Schock bislang abgefedert. Jetzt sind die Reserven weitgehend leer, Chinas Nachfrage ist zurück, die Pipeline steht. Brent notiert bei rund 110 Dollar – im Handelsblatt wurde zuletzt sogar ein Niveau von 120 Dollar für möglich gehalten.

In den USA zahlen Autofahrer im Schnitt 4,37 Dollar pro Gallone Benzin, Diesel liegt bei 6,31 Dollar, in Kalifornien bei 8,27 Dollar. Seit Beginn des Krieges Ende Februar sollen amerikanische Verbraucher schätzungsweise 107 Milliarden Dollar zusätzlich für Kraftstoff ausgegeben haben. Im Senat wird inzwischen offen über ein Diesel-Exportverbot nachgedacht – Ökonomen warnen, das würde die Knappheit nur verschieben.

Und Berlin? Ankündigungen statt Entlastung

Für deutsche Spediteure ist das längst keine Statistik mehr. Medienberichten zufolge hat der Bundesverband Güterkraftverkehr Kanzler Friedrich Merz schriftlich zum sofortigen Gewerbediesel aufgefordert; eine Flotte von 50 Lkw kostet bei diesen Preisen rund eine Million Euro mehr pro Jahr. Aus dem Wirtschaftsministerium kommt Zurückhaltung.

Merz hat Entlastungen angekündigt, konkret wurde er bislang nicht – eine Übergewinnsteuer lehnt er ab. Der befristete Tankrabatt von brutto 16,7 Cent lief Ende Juni aus. Geblieben ist das „Österreich-Modell“ mit nur einer Preiserhöhung täglich um 12 Uhr. Der ADAC sieht das aktuelle Preisniveau durch Ölpreis und Wechselkurs ohnehin nur teilweise erklärt und fordert mehr Transparenz auf Raffinerie- und Großhandelsebene.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Krise vor allem eines: Ein Industrieland, das seine Energieversorgung politisch verengt und gleichzeitig hoch besteuert, ist gegen externe Schocks kaum gewappnet. Die Rechnung zahlen Pendler, Handwerker und Mittelstand – Liter für Liter. In solchen Phasen erinnern sich viele Sparer daran, warum physische Edelmetalle als krisenerprobte Beimischung eines breit gestreuten Vermögens gelten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der Verantwortung des Anlegers.

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