Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
23.02.2026
06:49 Uhr

Digitale Gehirnfäule: Wie KI-generierter Videoschrott unsere Gesellschaft zersetzt

Digitale Gehirnfäule: Wie KI-generierter Videoschrott unsere Gesellschaft zersetzt

Elvis tanzt mit Lady Gaga. Ein Elefant schleudert ein Krokodil durch die Luft. Eine Hauskatze verjagt einen Braunbären. Was klingt wie die Fieberträume eines Delirierenden, ist längst Alltag in den sozialen Medien – und es wird schlimmer. Viel schlimmer.

Die Maschine produziert, der Mensch konsumiert

Auf YouTube, TikTok und Instagram-Reels breitet sich eine Flut von Kurzvideos aus, die nicht mehr von Menschen stammen, sondern von Algorithmen am Fließband erzeugt werden. Laut, grell, visuell überladen – und inhaltlich so nahrhaft wie ein leerer Teller. Handlung? Überflüssig. Kontext? Störend. Aussage? Nicht vorgesehen. Was zählt, ist einzig der nächste Klick, der nächste Sekundenbruchteil Aufmerksamkeit, der sich in bare Münze verwandeln lässt.

In den USA hat man für dieses Phänomen bereits treffende Begriffe gefunden: „Brain Rot" – zu Deutsch etwa „Gehirnfäule" – und „AI Slop", was man frei als „KI-Schrott" übersetzen könnte. Beide Begriffe beschreiben massenhaft produzierte, aufmerksamkeitsoptimierte Inhalte, die den Konsumenten intellektuell nicht einmal minimal fordern. „Brain Rot" wurde sogar für das Unwort des Jahres 2024 nominiert – ein Titel, den der Begriff redlich verdient hätte.

Ein Geschäftsmodell der Verblödung

Hinter der Schwemme steckt eine knallharte ökonomische Logik. Generative KI hat die Produktionskosten für digitale Inhalte auf nahezu null gesenkt. Wo einst Kreativität, handwerkliches Können und menschliche Arbeitskraft nötig waren, genügen heute wenige Texteingaben in ein KI-Tool. Die Plattform-Algorithmen belohnen dieses Vorgehen bereitwillig, denn sie bevorzugen Inhalte, die schnell konsumiert werden und hohe Interaktionsraten erzielen. Qualität, Wahrheitsgehalt oder gar gesellschaftlicher Mehrwert? Irrelevant.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Eine Studie des Videobearbeitungsunternehmens Kapwing identifizierte in einem Fünftel der untersuchten YouTube-Feeds KI-generierte Bilder und Clips. Manche dieser Kanäle verzeichnen Milliarden von Aufrufen und generieren geschätzte Werbeeinnahmen in Millionenhöhe – jährlich. Der in Indien ansässige Kanal „Bandar Apna Dost" sei hier nur als ein Beispiel von vielen genannt. Auch der Online-Video-Monitor von Goldmedia aus dem Jahr 2025 dokumentiert, dass bereits 67 Prozent der Onlinevideoproduzenten KI einsetzen und 16 Prozent vollständig KI-generierte Videos erstellen.

Die Generation Z als Hauptopfer

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass gerade die jüngste Generation ihre Informationen vorwiegend aus sozialen Netzwerken bezieht. Über 70 Prozent der Generation Z nutzten 2024 Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube als zentrale Nachrichtenquelle. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Eine ganze Generation formt ihr Weltbild auf Grundlage von Plattformen, die zunehmend mit maschinell erzeugtem Informationsmüll geflutet werden.

Und hier offenbart sich ein tiefgreifendes gesellschaftliches Problem, das weit über die Frage hinausgeht, ob ein KI-generiertes Katzenvideo nun lustig oder albern ist. Wenn Stimmen menschlich klingen, Bilder realistisch wirken und Videos authentisch erscheinen – wer kann dann noch zwischen Wahrheit und Fiktion unterscheiden? Die Technologieforscherin Rohini Lakshané bringt es auf den Punkt: KI-gestützte Kanäle könnten Empfehlungsfeeds allein durch ihre schiere Menge überschwemmen – völlig unabhängig von der Qualität ihrer Inhalte.

Deutschland schaut zu – wie gewohnt

In Deutschland vertraut weniger als die Hälfte der Befragten sozialen Medien als Nachrichtenquelle. Nur rund 31 Prozent stufen KI-Anwendungen als glaubwürdig ein. Fast 90 Prozent sehen Fake News als ernsthafte Bedrohung für Demokratie und Freiheit. Doch was geschieht? Praktisch nichts. Laut einer Ernst-&-Young-Umfrage überprüft nur etwa ein Viertel der deutschen Nutzer KI-generierte Texte oder Bilder auf ihren Wahrheitsgehalt – ein Wert, der sogar unter dem internationalen Durchschnitt liegt.

Während die Politik sich in Debatten über Gendersprache und Klimaneutralität bis 2045 verliert, während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auflegt und damit kommende Generationen mit Schulden belastet, erodiert im Stillen das Fundament einer informierten Bürgergesellschaft. Die digitale Verwahrlosung ganzer Altersgruppen scheint niemanden in Berlin ernsthaft zu beunruhigen.

Wo bleibt der Schutz der Jugend?

Man darf sich durchaus fragen, warum ein Land, das sich sonst bei jeder Gelegenheit als Vorreiter in Sachen Regulierung aufspielt, bei der Flut von KI-generiertem Schrott so auffällig untätig bleibt. Die CSU hat kürzlich ein Social-Media-Verbot für Kinder als „an der Wirklichkeit vorbeigehend" abgelehnt. Mag sein. Aber was ist die Alternative? Tatenlos zuzusehen, wie eine ganze Generation in einem Strudel aus algorithmisch optimiertem Nonsens versinkt?

Die Wahrheit ist unbequem: Wir erleben gerade die industrielle Automatisierung der Verdummung. Was einst als harmlose Unterhaltung begann, hat sich zu einem strukturellen Problem der digitalen Öffentlichkeit ausgewachsen. Die Fragmentierung der Wahrnehmung, die Verkürzung der Konzentrationsspanne, die permanente Aktivierung kurzfristiger Belohnungsmechanismen im Gehirn – all das sind keine bedauerlichen Nebeneffekte, sondern das Kernprodukt eines Geschäftsmodells, das Aufmerksamkeit zur Ware degradiert hat.

Traditionelle Werte als Gegengift

In einer Zeit, in der Familien auseinanderdriften, Kinder stundenlang vor Bildschirmen sitzen und echte menschliche Begegnung durch digitale Reizüberflutung ersetzt wird, wäre eine Rückbesinnung auf das Wesentliche dringender denn je. Stabile Familienstrukturen, echte Gespräche am Abendbrottisch, gemeinsame Aktivitäten ohne Smartphone – das mag altmodisch klingen, ist aber womöglich das wirksamste Gegenmittel gegen die digitale Gehirnfäule.

Denn eines steht fest: Kein Algorithmus der Welt kann ersetzen, was eine intakte Familie, eine gute Erziehung und ein wacher, kritischer Geist zu leisten vermögen. Die Frage ist nur, ob wir als Gesellschaft noch den Willen aufbringen, diese Einsicht in Handeln umzusetzen – oder ob wir weiter gebannt auf unsere Bildschirme starren, während die nächste KI-generierte Katze den nächsten KI-generierten Bären in die Flucht schlägt.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen