
Drei von vier Deutschen rechnen mit der Regierung Merz ab: Spritpreis-Politik als Totalversager

Es ist ein vernichtendes Urteil, das die BĂŒrger ĂŒber ihre Regierung fĂ€llen â und es kommt mit der Wucht eines Vorschlaghammers. 75 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die Bundesregierung unter Friedrich Merz nicht genug gegen die explodierenden Spritpreise unternimmt. Nur klĂ€gliche 13 Prozent halten die bisherigen MaĂnahmen fĂŒr ausreichend. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Drei Viertel der Bevölkerung attestieren der GroĂen Koalition aus CDU/CSU und SPD in einer der drĂ€ngendsten Alltagsfragen schlichtweg Versagen.
Die Tankstellen-Reform: Ein Placebo fĂŒr das Volk
Besonders entlarvend sind die Ergebnisse zur geplanten Neuregelung fĂŒr Tankstellen. Die Bundesregierung will Tankstellenbetreibern kĂŒnftig nur noch eine einzige Preiserhöhung pro Tag gestatten â ein Vorschlag, der offenbar als groĂer Wurf verkauft werden soll. Doch die BĂŒrger durchschauen dieses Manöver. Satte 67 Prozent glauben nicht daran, dass diese MaĂnahme zu sinkenden Spritpreisen fĂŒhren wird. Lediglich 22 Prozent der Befragten erwarten eine positive Wirkung. Man könnte meinen, die Regierung versuche, einen Hausbrand mit einer Wasserpistole zu löschen.
Die Insa-Umfrage, die im Auftrag der âBild am Sonntag" zwischen dem 12. und 13. MĂ€rz 2026 unter 1.001 Personen durchgefĂŒhrt wurde, offenbart dabei nicht nur Frustration, sondern auch klare Vorstellungen der BĂŒrger, was tatsĂ€chlich helfen könnte.
Das Volk weiĂ, was zu tun wĂ€re â die Regierung nicht
Die Deutschen haben durchaus konkrete Ideen, wie die Misere an den ZapfsĂ€ulen beendet werden könnte. 76 Prozent sprechen sich fĂŒr eine Senkung der Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel aus. Nur 15 Prozent lehnen dies ab. Es ist eine Forderung von bestechender Einfachheit: Der Staat, der ĂŒber die Mineralölsteuer, die COâ-Abgabe und die Mehrwertsteuer krĂ€ftig an jedem getankten Liter mitverdient, könnte mit einem Federstrich fĂŒr Entlastung sorgen. Doch stattdessen klammert sich die Politik an bĂŒrokratische Regulierungsphantasien.
Ebenfalls bemerkenswert: 68 Prozent der Befragten befĂŒrworten die Abschöpfung sogenannter âĂbergewinne" bei Mineralölkonzernen. Nur 14 Prozent sind dagegen. Ob eine solche MaĂnahme ordnungspolitisch sinnvoll wĂ€re, steht auf einem anderen Blatt â doch die Zahlen zeigen, wie tief das Misstrauen gegenĂŒber den Ălmultis sitzt.
Ein Déjà -vu der gebrochenen Versprechen
Wer sich noch an den Wahlkampf von Friedrich Merz erinnert, der dĂŒrfte sich verwundert die Augen reiben. Hatte der CDU-Vorsitzende nicht versprochen, die BĂŒrger zu entlasten? Hatte er nicht vollmundig angekĂŒndigt, keine neuen Schulden zu machen â nur um dann ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg zu bringen, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird? Die Spritpreis-Debatte reiht sich nahtlos ein in eine Serie enttĂ€uschter Erwartungen. Die GroĂe Koalition, die nach dem Scheitern der Ampel als Neuanfang gefeiert wurde, entpuppt sich zunehmend als Fortsetzung des Alten mit anderem Etikett.
FĂŒr Millionen Pendler, Handwerker und Familien auf dem Land, die auf das Auto angewiesen sind, ist der Gang zur Tankstelle lĂ€ngst zum finanziellen SpieĂrutenlauf geworden. WĂ€hrend in den GroĂstĂ€dten ĂŒber LastenfahrrĂ€der und autofreie InnenstĂ€dte philosophiert wird, kĂ€mpfen die Menschen in der FlĂ€che mit Spritpreisen, die ihre Haushaltskassen sprengen. Es ist eine Kluft, die sich immer weiter vertieft â und die diese Umfrage in aller Deutlichkeit offenlegt.
Die Botschaft der BĂŒrger an die Bundesregierung könnte kaum klarer sein: Weniger Symbolpolitik, mehr echte Entlastung. Ob Friedrich Merz und Lars Klingbeil diese Botschaft hören wollen, steht freilich in den Sternen.
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