
Drohnen-Alarm: Bundeswehr soll endlich handlungsfÀhig werden
Die Bedrohung schwebt buchstĂ€blich ĂŒber unseren Köpfen. WĂ€hrend in Skandinavien bereits Drohnen ĂŒber MilitĂ€rstĂŒtzpunkten kreisen und die Sicherheitslage sich dramatisch verschĂ€rft, reagiert die Bundesregierung mit ihrer ĂŒblichen TrĂ€gheit. Nun soll das Luftsicherheitsgesetz reformiert werden â ein Schritt, der lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig ist.
Endlich Klarheit schaffen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will der Bundeswehr endlich die Befugnisse geben, die sie in der heutigen Bedrohungslage dringend benötigt. Die geplante GesetzesĂ€nderung wĂŒrde es den StreitkrĂ€ften ermöglichen, der Polizei bei der Drohnenabwehr Amtshilfe zu leisten. Ein deutsches Drohnen-Kompetenzzentrum soll entstehen, in dem Bund, LĂ€nder und Bundeswehr vernetzt arbeiten.
Was wie eine SelbstverstĂ€ndlichkeit klingt, scheiterte bisher am deutschen BĂŒrokratiedschungel und ideologischen GrabenkĂ€mpfen. WĂ€hrend andere LĂ€nder lĂ€ngst handlungsfĂ€hig sind, diskutiert man hierzulande noch ĂŒber ZustĂ€ndigkeiten.
Waffengewalt als letztes Mittel
Die geplanten Ănderungen sehen vor, dass im Ernstfall auch Waffengewalt gegen unbemannte Luftfahrzeuge eingesetzt werden darf â allerdings nur als ultima ratio zur Abwehr schwerer UnglĂŒcke. Diese Regelung hĂ€tte bereits im Januar umgesetzt werden sollen, fiel aber dem vorgezogenen Wahlkampf zum Opfer.
âIch will im Luftsicherheitsgesetz festschreiben, dass die Bundeswehr der Polizei im Inneren Amtshilfe leisten darf â gerade bei Drohnenabwehr-EinsĂ€tzen"
Diese Worte Dobrindts zeigen, dass zumindest Teile der neuen GroĂen Koalition die Zeichen der Zeit erkannt haben. Die Frage ist nur: Warum erst jetzt?
Die Bedrohung ist real
Illegale DrohnenflĂŒge sind keine Spielerei technikbegeisterter Hobbypiloten mehr. Sie sind potenzielle Werkzeuge fĂŒr Spionage, Sabotage und Terror. In einer Zeit, in der hybride KriegsfĂŒhrung zur NormalitĂ€t wird, kann sich Deutschland nicht lĂ€nger den Luxus leisten, mit stumpfen Schwertern zu kĂ€mpfen.
Die Bundeswehr, ohnehin durch jahrzehntelange SparmaĂnahmen und ideologische Experimente geschwĂ€cht, braucht klare rechtliche Grundlagen fĂŒr ihr Handeln. Es kann nicht sein, dass unsere Soldaten zusehen mĂŒssen, wie feindliche Drohnen ĂŒber kritische Infrastruktur fliegen, wĂ€hrend sie auf eine Genehmigung aus drei verschiedenen Ministerien warten.
Ein Blick ĂŒber die Grenzen
Unsere skandinavischen Nachbarn machen es vor: Dort werden Drohnenbedrohungen ernst genommen und konsequent bekĂ€mpft. Die wiederholten Sichtungen ĂŒber dĂ€nischen MilitĂ€ranlagen zeigen, dass die Gefahr real und akut ist. Deutschland als gröĂtes EU-Land und NATO-Partner kann sich keine SchwĂ€che in der Luftverteidigung leisten.
Die Reform des Luftsicherheitsgesetzes ist ein notwendiger Schritt, aber er kommt spĂ€t. Sehr spĂ€t. Man fragt sich unwillkĂŒrlich, wie viele SicherheitslĂŒcken in der Zwischenzeit entstanden sind und welche Informationen möglicherweise bereits in falsche HĂ€nde gelangt sind.
Handeln statt reden
Die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz hat die Chance, einen anderen Kurs einzuschlagen als ihre VorgĂ€nger. Die Zeiten, in denen man Sicherheitspolitik als lĂ€stiges Ăbel betrachtete und lieber ĂŒber Gendersternchen diskutierte, mĂŒssen vorbei sein. Deutschland braucht eine wehrhaftige Demokratie â und dazu gehört auch die FĂ€higkeit, sich gegen moderne Bedrohungen aus der Luft zu verteidigen.
Das geplante Drohnen-Kompetenzzentrum ist ein richtiger Ansatz. Endlich sollen die verschiedenen Ebenen und Behörden koordiniert zusammenarbeiten. Doch Papier ist geduldig. Entscheidend wird sein, ob aus den PlĂ€nen auch Taten werden â und zwar schnell.
Die BĂŒrger dieses Landes haben ein Recht auf Schutz. Sie haben ein Recht darauf, dass ihre Regierung nicht nur redet, sondern handelt. Die Drohnenabwehr ist dabei nur ein Baustein in einem gröĂeren Sicherheitskonzept, das Deutschland dringend benötigt. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Regierung diese Herausforderung ernst nimmt und nicht wieder in alte Muster verfĂ€llt.
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