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Kettner Edelmetalle
14.07.2026
05:45 Uhr

Drohnen-Boom: Wie der Iran-Krieg Taiwan zum Waffenlieferanten der Welt macht

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen. Saudi-Arabien hat im vergangenen Monat Kleindrohnen im Rekordwert von 47,2 Millionen US-Dollar aus Taiwan geordert – eine Bestellung, die eindrucksvoll dokumentiert, mit welcher Hast Regierungen weltweit inzwischen sogenannte Kamikaze-Drohnen in ihre Arsenale aufnehmen. Die neue Ära der Kriegsführung ist längst keine Zukunftsvision mehr. Sie hat begonnen.

Riyadh hat aus dem Iran-Krieg gelernt

Wie zunächst Bloomberg unter Berufung auf Daten des taiwanesischen Finanzministeriums berichtete, seien die Drohnenexporte im Juni sprunghaft angestiegen – getrieben vor allem durch jene historische Bestellung aus dem Königreich am Persischen Golf. Der Zeitpunkt spricht Bände. Nach der dramatischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Juni scheint Riyadh die bitteren Lektionen dieses Konflikts verinnerlicht zu haben und rüstet nun im Eiltempo auf.

Die gelieferten Fluggeräte wögen zwischen sieben und fünfzehn Kilogramm – also bis zu rund dreißig Pfund. In der Fachsprache handle es sich um Drohnen der Kategorien Group 1 und Group 2, wie ein Analyst des Finanzhauses Piper Sandler einordnete. Klein, wendig, tödlich – und vor allem: erschwinglich. Genau hier liegt die Zäsur.

Der Krieg wird billig – und das ändert alles

Was wir gerade erleben, ist die Demokratisierung militärischer Schlagkraft. Wo einst milliardenschwere Kampfjets und komplexe Waffensysteme über Sieg und Niederlage entschieden, genügen heute Schwärme günstiger Drohnen, um Raffinerien, Häfen, Rechenzentren und ganze Stromnetze in Schach zu halten. Die sogenannte asymmetrische Kriegsführung, einst das Instrument der Schwachen, ist zum strategischen Kalkül ganzer Staaten geworden.

Nicht nur Angriffs- und Abfangdrohnen würden künftig in Massen produziert, sondern ebenso Abwehrtechnologien zum Schutz hochwertiger Anlagen wie Raffinerien, Häfen und kritischer Infrastruktur.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während in Deutschland debattiert wird, ob man die Bundeswehr überhaupt noch verteidigungsfähig halten will, und Milliarden in ideologische Prestigeprojekte fließen, rüsten andere Nationen mit kühlem Kalkül auf. Wer glaubt, sich in einer zunehmend gefährlichen Welt auf moralische Sonntagsreden verlassen zu können, wird eine böse Überraschung erleben.

Das große Geschäft mit der Angst

Dass um diesen Boom längst ein Milliardenmarkt entstanden ist, überrascht wenig. Der Drohnenhersteller DZYNE Technologies, spezialisiert auf Loitering-Munition und Abwehrsysteme, wurde jüngst mit sattem Gewinn an das an der Nasdaq notierte Rüstungsunternehmen Ondas Holdings verkauft. Und das europäische Drohnenunternehmen Helsing schloss zu Wochenbeginn eine Finanzierungsrunde über sage und schreibe 18 Milliarden Dollar ab – mit Goldman Sachs unter den Investoren. Wo Kapital in solchen Größenordnungen fließt, wittert man das nächste große Geschäft.

Was bleibt: Beständigkeit statt Spekulation

Doch während Rüstungskonzerne und Investmentbanken sich auf die neue Kriegsökonomie stürzen, sollte der besonnene Anleger einen kühlen Kopf bewahren. Geopolitische Verwerfungen, eskalierende Konflikte und eine zunehmend instabile Weltordnung sind seit jeher der Nährboden, auf dem physische Edelmetalle ihre Stärke ausspielen. Gold und Silber kennen keine Bilanzskandale, keine geplatzten Finanzierungsrunden und keine politischen Kehrtwenden. Sie sind das, was sie seit Jahrtausenden waren: ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten. Als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten Vermögens behalten sie ihren Wert, wenn die Papierversprechen dieser Welt einmal mehr an ihre Grenzen stoßen.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Fachmann. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für etwaige Verluste wird keine Haftung übernommen.

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