
Drohnen statt Airbus: Selenskyj erklärt Russlands Himmel zur Sperrzone

Kiew, Dienstagabend: Wolodymyr Selenskyj richtet eine Warnung an die Luftfahrtbranche der ganzen Welt. Wer Russland überfliegt oder Moskau und St. Petersburg ansteuert, müsse künftig mit Drohnen in großem Ausmaß rechnen. Der russische Luftraum werde „faktisch gesperrt“ — die sicheren Tage am russischen Himmel seien vorbei.
Adressiert ist die Botschaft ausdrücklich an jede Fluggesellschaft, jeden Versicherer und jeden Betreiber der wichtigsten russischen Flughäfen. Botschafter in Kiew und Moskau soll die Warnung in ihre Hauptstädte tragen, internationale Organisationen sollen informiert werden.
„Kein einziges ziviles Flugzeug“ — und doch die Drohung
Selenskyj betonte, die Ukraine bedrohe die zivile Luftfahrt nicht, kein einziges Passagierflugzeug. Man wolle nicht, dass Unschuldige sterben — genau deshalb warne man vorab. Doch der Nachsatz sitzt:
„Ein von Drohnen übersäter Himmel ist kein Ort für die zivile Luftfahrt.“
Nach Angaben aus seiner Videoansprache sei Russlands Luftraum „den Drohnen vorbehalten“, solange der Krieg andauere. Zugleich signalisierte er Bewegung: Auf Wunsch der Verbündeten sei Kiew bereit, die Angriffe auszusetzen — im Interesse von Diplomatie und Verhandlungen.
Putin spricht von „Staatsterrorismus“
Die Antwort aus Moskau kam prompt. Bei einer Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek nannte Wladimir Putin die Ankündigung Medienberichten zufolge eine „Erklärung des Staatsterrorismus“. Sollten sich Tragödien ereignen, werde man wissen, wie zu reagieren sei. Und: Mit Terroristen verhandle man nicht.
Die von den USA vermittelten Gespräche stecken seit Monaten fest. Moskau beharrt Berichten zufolge darauf, dass die Ukraine den gesamten Osten abtritt — für Kiew ausgeschlossen. Der Luftraum wird damit zum nächsten Druckmittel in einem Krieg, der längst in seinem fünften Jahr steckt.
Warum das die halbe Weltluftfahrt betrifft
Europäische Airlines meiden russisches Gebiet seit 2022 ohnehin — Umwege über die Türkei oder Zentralasien kosten Kerosin, Zeit und Marge. Wer weiterhin über Sibirien fliegt, sind vor allem asiatische und nahöstliche Gesellschaften. Für sie stellt sich nun eine unangenehme Frage: Was passiert mit Versicherungsprämien, wenn ein Kriegsteilnehmer den Luftraum öffentlich für unsicher erklärt?
Dass die Sorge nicht theoretisch ist, weiß jeder, der sich an den Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine im Jahr 2014 erinnert. Ukrainische Drohnenangriffe haben zuletzt wiederholt Moskauer Flughäfen wie Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo vorübergehend lahmgelegt; nach Behördenangaben mussten dabei zeitweise über hundert Flüge umgeleitet oder gestrichen werden. Parallel treffen ukrainische Schläge russische Raffinerien und Öldepots — die Einnahmequelle des Kremls.
Eskalation reicht längst bis nach Deutschland
Auch Europa spürt den Krieg direkter. Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat die Bundesregierung Berichten zufolge Moskau verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen beschlossen, die Putin als „schweren Fehler“ bezeichnete. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt das vor allem eines: Wer jahrzehntelang auf billige Energie aus Russland setzte und die eigene Verteidigungsfähigkeit verkümmern ließ, hat heute wenig Hebel und viel Nervosität.
Für Bürger und Anleger bleibt die nüchterne Erkenntnis: Geopolitische Risiken sind zurück — bei Lieferketten, Energiepreisen und Flugrouten. Physische Edelmetalle haben in solchen Phasen historisch als krisenfester Anker gedient und können eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.
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