
Drohnenkrieg am Persischen Golf: Iran könnte die Straße von Hormus monatelang lahmlegen
Was sich derzeit am Persischen Golf abspielt, ist nichts weniger als ein geopolitisches Erdbeben mit verheerenden Folgen für die globale Energieversorgung. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat Teheran mit einer massiven Vergeltungswelle reagiert – Hunderte Raketen und mehr als tausend Drohnen wurden auf verbündete Golfstaaten abgefeuert. Die Straße von Hormus, jene schmale Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssiggases transportiert wird, steht faktisch still. Sechs Schiffe wurden bereits getroffen. Die Welt hält den Atem an.
Teherans Drohnenarsenal: Eine Fabrik des Schreckens
Die Zahlen sind erschreckend. Der Iran verfügt laut dem britisch finanzierten Centre for Information Resilience über die industrielle Kapazität, rund 10.000 Drohnen pro Monat zu produzieren. Man lese das noch einmal: Zehntausend. Pro Monat. Die neueste Generation der Shahed-136-Drohnen erreiche eine Reichweite von 700 bis 1.000 Kilometern – genug, um jeden Punkt an der südlichen Golfküste zu treffen, sei es vom iranischen Festland oder von Schiffen aus. Viele dieser Flugkörper würden in Fabriken mit doppeltem Verwendungszweck hergestellt, weitere Produktionsstätten könnten rasch umgerüstet werden, um die Fertigung hochzufahren.
Besonders alarmierend: Diese Drohnen haben bereits die Luftabwehrsysteme der Golfstaaten durchdrungen. Allein 65 Stück seien seit Ausbruch des Konflikts in die Vereinigten Arabischen Emirate eingedrungen. Sie hätten Amazons Rechenzentren getroffen, den internationalen Flughafen von Dubai und ein Fairmont-Hotel. Bahrain habe materielle Schäden an Infrastruktur, einer US-Marinebasis und einem Hochhaus mit Hotel und Wohnungen erlitten. Die vielgepriesenen westlichen Luftabwehrsysteme – offenbar nicht so unüberwindbar, wie man uns jahrelang glauben machen wollte.
Raketenvorräte: Teherans Achillesferse?
Während die Drohnenproduktion nahezu unbegrenzt erscheint, sieht es bei den strategischen Raketenvorräten anders aus. Die Schätzungen gehen weit auseinander – von 2.500 laut israelischem Militär bis zu 6.000 nach Einschätzung anderer Analysten. Ein ehemaliger Direktor des britischen Geheimdienstes MI6 bezeichnete die Raketenvorräte als verwundbaren Punkt Irans. Russland sei nicht in der Lage, Nachschub zu liefern, und China werde äußerst vorsichtig agieren. Sollte bekannt werden, dass Peking ernsthaftes militärisches Gerät an den Iran liefere, würde dies bei den Golfstaaten des GCC – Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien, Katar, Oman und den VAE – äußerst schlecht ankommen.
Hinzu kommt, dass Teheran seine Verbündeten großzügig beliefert hatte. Die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen hätten iranische Bestände bereits dezimiert. Ein zwölftägiger Krieg mit Israel im vergangenen Juni habe die Vorräte weiter reduziert, wenngleich sie teilweise wieder aufgefüllt worden seien. Entscheidend sei auch, dass die Abschussrampen für Raketen durch israelische und amerikanische Angriffe mindestens halbiert worden seien – ein Faktor, der Teherans Schlagkraft erheblich einschränken dürfte.
Seeminen: Die unsichtbare Gefahr unter Wasser
Doch selbst wenn Raketen und Drohnen zur Neige gehen sollten, hat der Iran noch ein Ass im Ärmel, das die westlichen Strategen in Angst und Schrecken versetzen dürfte: Seeminen. Teheran verfüge über ein Arsenal von 5.000 bis 6.000 solcher Minen, so die maritime Risikoanalyse-Firma Dryad Global. Diese könnten am Meeresboden verankert, raketengetrieben oder als Treibminen eingesetzt werden und explodierten bei Kontakt mit einem Schiff.
Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Minen in der Straße von Hormus gelegt worden seien. Doch sollte dies geschehen, wäre die Lage dramatisch. „Wenn Seeminen gelegt werden, wird es sehr lange dauern, sie zu beseitigen", warnte Cormac McCarry, Direktor bei Control Risks. „Dann sprechen wir von Monaten der Zerstörung." Monaten. Nicht Tagen, nicht Wochen.
Energiepreise explodieren – und das ist erst der Anfang
Die Märkte reagieren bereits panisch. Der Brent-Rohölpreis ist innerhalb einer Woche um zwölf Prozent gestiegen, der europäische Erdgas-Benchmark sogar um rund fünfzig Prozent. Für den deutschen Verbraucher, der ohnehin unter den Folgen einer verfehlten Energiepolitik ächzt, sind das keine guten Nachrichten. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, die man in Berlin jahrelang durch ideologiegetriebene Klimapolitik zu überwinden glaubte, rächt sich nun bitter.
Ein hochrangiger Manager des globalen Rohstoffhandelshauses Vitol brachte es auf den Punkt: Das Risiko sei in den Ölmärkten derzeit unterbewertet. Die vorherrschende Theorie besage, dass der Iran zunächst alte Raketen und Drohnen einsetze, um die Luftabwehr zu erschöpfen. Sollte dies zutreffen, habe die eigentliche Antwort Teherans noch gar nicht richtig begonnen. Ein beunruhigender Gedanke.
Die strategische Kalkulation Teherans
Bob McNally, Präsident der Rapidan Energy Group, fasste die Lage nüchtern zusammen: Der Iran werde nicht so leicht oder schnell einknicken. Teheran verfüge über die Mittel, den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus unsicher zu machen. Die USA priorisierten zwar Angriffe auf iranische Munitionslager, Stützpunkte und Einrichtungen, die die Meerenge bedrohten. Doch der Iran müsse lediglich zeigen, dass er einige wenige Tanker treffen könne – den Rest erledige die Angst. Niemand werde freiwillig durch die Meerenge fahren.
Diese Eskalation am Persischen Golf zeigt einmal mehr, wie fragil die globale Ordnung geworden ist. Für Deutschland, das sich unter der neuen Großen Koalition gerade mühsam wirtschaftlich stabilisieren will, kommt dieser Konflikt zur denkbar ungünstigsten Zeit. Die Energiepreise werden steigen, die Inflation wird angeheizt, und die ohnehin angeschlagene Industrie wird weiter unter Druck geraten. Wer in diesen Zeiten sein Vermögen schützen will, sollte über bewährte Krisenwährungen nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich in geopolitischen Krisen seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher bewährt – und daran wird sich auch diesmal nichts ändern.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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