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16.02.2026
07:05 Uhr

Eberswalder Wurstfabrik dicht: Wie Konzernpolitik ostdeutsche Tradition zerstört

Eberswalder Wurstfabrik dicht: Wie Konzernpolitik ostdeutsche Tradition zerstört

Es ist eine Geschichte, die man in Ostdeutschland leider schon viel zu oft gehört hat. Ein Traditionsunternehmen, tief verwurzelt in der Region, wird von einem westdeutschen Großkonzern geschluckt – und wenige Jahre später stehen die Mitarbeiter auf der Straße. Die Eberswalder Wurstfabrik im brandenburgischen Britz, seit fast einem halben Jahrhundert eine Institution für Millionen ostdeutscher Verbraucher, schließt Ende Februar 2026 ihre Tore. Rund 500 Arbeitsplätze stehen vor dem Aus.

Vom Kultprodukt zum Konzernopfer

Wer im Osten Deutschlands aufgewachsen ist, kennt sie: die Eberswalder Rostbratwurst ohne Darm, die legendäre Knüppelsalami. Produkte, die weit mehr sind als bloße Lebensmittel – sie sind ein Stück Identität, ein kulinarisches Erbe, das Generationen überdauert hat. Doch damit ist nun Schluss, zumindest am Standort Britz. Die Zur-Mühlen-Gruppe, eine Tochter des Fleischimperiums Tönnies, hatte Eberswalder erst 2023 übernommen. Vollmundige Versprechen inklusive. Kaum zweieinhalb Jahre später folgt die ernüchternde Realität: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen böten „keine realistische Perspektive" mehr, ließ die Unternehmensführung verlauten.

Man reibt sich die Augen. Keine realistische Perspektive – für ein Unternehmen, das man gerade erst gekauft hat? Was genau hat sich in diesen zweieinhalb Jahren so dramatisch verändert, dass ein fast 50 Jahre alter Betrieb plötzlich nicht mehr tragfähig sein soll?

Gewerkschaft spricht vom „Totengräber der Tradition"

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) findet deutliche Worte. Uwe Ledwig, Vorsitzender des NGG-Landesbezirks Ost, bezeichnete Tönnies als „Totengräber der Tradition". Die Vorwürfe wiegen schwer: Versprochene Investitionen seien ausgeblieben, der Betrieb sei zweieinhalb Jahre lang „auf Verschleiß gefahren" worden. Was am Ende übrig bleibe, sei nichts anderes als kalte Marktbereinigung auf dem Rücken der Beschäftigten.

„Diese rücksichtslose Politik des Aufkaufens und Dichtmachens passt in das Bild, das die Tönnies-Gruppe abgibt: Den Menschen wurde beim Kauf vollmundig eine Zukunft des Werkes versprochen."

Das Unternehmen selbst wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher betonte, es habe durchaus Investitionen im höheren einstelligen Millionenbereich gegeben, neue Geräte seien angeschafft und die Belegschaft sogar aufgestockt worden. Doch solche Beteuerungen klingen hohl, wenn gleichzeitig über 500 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Marke bleibt – der Standort stirbt

Besonders bitter für die Region: Die Marke „Eberswalder" soll erhalten bleiben. Künftig werden die Würste allerdings in Chemnitz, Suhl und Zerbst produziert. Qualität und Rezepturen sollen angeblich nicht leiden. Doch was ist eine Traditionsmarke noch wert, wenn sie von ihren Wurzeln abgeschnitten wird? Wenn der Name zwar auf der Verpackung prangt, aber die Menschen, die das Produkt über Jahrzehnte mit ihren Händen hergestellt haben, nicht mehr dazugehören?

Es ist ein Muster, das sich in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung immer wieder wiederholt. Traditionsreiche Betriebe werden übernommen, ausgehöhlt und schließlich geschlossen – während die Marke als profitable Hülle weiterlebt. Für die betroffene Region Brandenburg bedeutet der Verlust von über 500 Arbeitsplätzen einen schweren Schlag. In strukturschwachen Gebieten, wo ohnehin jeder Arbeitsplatz zählt, ist eine solche Entscheidung nicht nur wirtschaftlich verheerend, sondern auch gesellschaftlich brandgefährlich.

Ein Symptom des größeren Problems

Die Schließung der Eberswalder Wurstfabrik ist kein Einzelfall. Sie ist symptomatisch für eine Wirtschaftspolitik, die den ländlichen Raum und den Osten Deutschlands seit Jahrzehnten vernachlässigt. Während in Berlin über Gendersternchen und Klimaneutralität debattiert wird, sterben in der Provinz die Arbeitsplätze. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt – doch ob davon jemals etwas bei den Menschen in Britz ankommt, darf bezweifelt werden. Stattdessen werden die Bürger mit immer höheren Steuern und Abgaben belastet, um die Zinsen dieser schuldenfinanzierten Versprechen zu bedienen.

Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Tradition hat in der durchrationalisierten Welt der Großkonzerne keinen Wert mehr – es sei denn, sie lässt sich gewinnbringend auf eine Verpackung drucken. Die über 500 Familien in Britz, die nun um ihre Existenz bangen, sind die Leidtragenden einer Entwicklung, die zeigt, wie wenig der arbeitende Mensch in den Kalkulationen der Konzernzentralen noch zählt.

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