
Elektro-Prämie als Sargnagel: Wie die Bundesregierung den deutschen Autohandel in den Ruin treibt

Was als vermeintlicher Rettungsanker für die deutsche Automobilindustrie gedacht war, entpuppt sich zunehmend als wirtschaftspolitisches Desaster. Die neue Kaufprämie für Elektrofahrzeuge, mit der die Große Koalition unter Friedrich Merz die Transformation zur sogenannten klimafreundlichen Mobilität vorantreiben möchte, hinterlässt in den Autohäusern der Republik eine Schneise der Verwüstung. Statt Aufbruchstimmung herrscht blanke Verzweiflung.
„Blutbad" für den Gebrauchtwagenmarkt
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Insolvenzen unter großen Autohändlern mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht. Ein alarmierendes Signal, das die politischen Entscheidungsträger in Berlin offenbar kalt lässt. Der Bonner Autohändler Claus Trilling findet drastische Worte für die Situation: Die staatliche Förderung wirke auf den Gebrauchtwagenmarkt wie ein „Brandbeschleuniger". Die Restwerte würden „komplett in den Keller" gedrückt, ein regelrechtes „Blutbad" stehe bevor.
Besonders hart trifft es die kleinen, inhabergeführten Betriebe – jene Familienbetriebe also, die über Generationen hinweg das Rückgrat des deutschen Mittelstands bildeten. Sie erhalten schlechtere Einkaufskonditionen, erzielen geringere Gewinne und können mit den großen Handelsketten schlichtweg nicht mehr mithalten. Während die Konzerne von Skaleneffekten profitieren, fehlt den Kleinen das Kapital für Investitionen in Ausbildung, Infrastruktur und neue Geschäftsmodelle.
Der „perfekte Sturm" zerstört Existenzen
EY-Autoexperte Constantin Gall beschreibt die Lage als „perfekten Sturm" für die Branche. Die Faktoren, die zusammenkommen, lesen sich wie ein Horrorkatalog: schwache Nachfrage nach Premiumfahrzeugen, neue US-Zölle unter der Trump-Administration, ungünstige Wechselkurse und die enormen Kosten für den Umbau der Konzerne. All dieser Druck wird unweigerlich an die Händler weitergereicht.
Die Preisspirale dreht sich dabei unaufhaltsam weiter. Private Neuwagenkäufer zahlten 2025 im Durchschnitt stolze 44.560 Euro für einen neuen Pkw – ein Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für reine Elektroautos wurden sogar 47.160 Euro fällig. Wer kann sich das noch leisten? Die Antwort kennt jeder, der die wirtschaftliche Realität der deutschen Mittelschicht betrachtet.
Wegbrechende Einnahmequellen verschärfen die Krise
Als wäre die Situation nicht bereits prekär genug, müssen die Händler auch noch mit dem Wegfall traditioneller Einnahmequellen kämpfen. Elektroautos sind weniger wartungsintensiv, das lukrative Öl- und Werkstattgeschäft schrumpft dramatisch. Gleichzeitig sind teure Spezialausbildungen und neue Gerätschaften erforderlich, um überhaupt noch am Markt bestehen zu können.
„Kunden sollen ein E-Auto kaufen, weil es für sie Sinn ergibt, nicht weil der Staat Geld verteilt"
Mit diesen Worten kritisiert Burkhard Weller, Chef des Branchenverbands VAD, die staatliche Förderpolitik. Er sieht in der Prämie lediglich „Mitnahmeeffekte" und beklagt die Entwertung von Bestandsfahrzeugen. Eine Kritik, die man in Berlin offenbar nicht hören möchte.
Ideologie vor Vernunft
Was wir hier beobachten, ist symptomatisch für eine Politik, die ideologische Ziele über wirtschaftliche Vernunft stellt. Die Transformation zur Elektromobilität wird mit der Brechstange durchgesetzt, ohne Rücksicht auf die Kollateralschäden im Mittelstand. Dass ausgerechnet eine Regierung unter CDU-Führung diese Politik fortsetzt, dürfte viele konservative Wähler bitter enttäuschen.
Die Konsolidierungswelle im Autohandel wird weitergehen. Große Händlergruppen werden wachsen, während kleinere Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden. Am Ende steht eine Marktkonzentration, die weder dem Wettbewerb noch dem Verbraucher nützt. Aber das scheint in Berlin niemanden zu interessieren – solange die Klimaziele auf dem Papier erfüllt werden.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











