
Energiehunger der KI-Revolution: Vistra sichert sich zehn Gaskraftwerke für vier Milliarden Dollar

Die Jagd nach Energiekapazitäten für die künstliche Intelligenz nimmt immer absurdere Züge an. Der amerikanische Stromversorger Vistra hat am Montag bekannt gegeben, zehn erdgasbetriebene Kraftwerke im Nordosten der USA und in Texas für satte vier Milliarden Dollar zu erwerben. Ein Deal, der die Finanzmärkte elektrisierte und die Aktie des Unternehmens um bis zu 6,6 Prozent in die Höhe schnellen ließ.
Die Anatomie eines Milliarden-Deals
Die Transaktion, die von Cogentrix Energy – einem Unternehmen unter dem Dach der Quantum Capital Group – abgewickelt wird, umfasst Anlagen mit einer Gesamtkapazität von beachtlichen 5,5 Gigawatt. Verteilt sind diese auf drei bedeutende amerikanische Stromnetze: New England, Texas und das PJM-System, das sich von New Jersey bis nach Chicago erstreckt.
Die Finanzierung des Geschäfts gestaltet sich dabei durchaus kreativ: 2,3 Milliarden Dollar fließen in bar, 900 Millionen werden in Vistra-Aktien beglichen, und zusätzlich übernimmt der Käufer Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Goldman Sachs fungierte als Finanzberater und stellte Brückenkredite von bis zu zwei Milliarden Dollar bereit.
Der unstillbare Appetit der Rechenzentren
Was treibt diese Entwicklung an? Die Antwort liegt in den stromhungrigen Rechenzentren, die für die KI-Ambitionen der großen Technologiekonzerne unerlässlich sind. Die US-Energieinformationsbehörde prognostiziert, dass der Stromverbrauch im Land bis 2026 Rekordwerte erreichen wird – ein Szenario, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien.
„Die Ergänzung dieses Erdgas-Portfolios ist ein großartiger Start in ein weiteres Wachstumsjahr für Vistra", erklärte Unternehmenschef Jim Burke.
Bemerkenswert ist der Preis, den Vistra pro Kilowatt bezahlte: etwa 730 Dollar. Das entspricht nur einem Drittel der durchschnittlichen Kosten für ein neues Gaskraftwerk, wie ein Bericht von BloombergNEF vom November 2025 belegt. Ein regelrechtes Schnäppchen also, während die Branche händeringend nach Kapazitäten sucht.
Eine Branche im Kaufrausch
Vistra befindet sich seit geraumer Zeit auf einem aggressiven Expansionskurs. Nach der 6,8 Milliarden Dollar schweren Übernahme einer Nuklearflotte im Jahr 2024 und dem Kauf von sieben Gaskraftwerken für 1,9 Milliarden Dollar im Mai 2025 setzt das Unternehmen seine Einkaufstour unbeirrt fort. Auch Konkurrenten wie NRG Energy und Constellation Energy Group haben in den vergangenen Monaten milliardenschwere Akquisitionen getätigt.
Die Ironie der Geschichte: Während in Deutschland Kraftwerke abgeschaltet und die Energiewende mit ideologischem Eifer vorangetrieben wird, investieren amerikanische Unternehmen massiv in fossile Energieträger. Gaskraftwerke gelten als ideale Lösung für den Rund-um-die-Uhr-Betrieb von Rechenzentren – eine Erkenntnis, die hierzulande offenbar noch nicht angekommen ist.
Das Dilemma der Neubauten
Ein wesentliches Problem bleibt jedoch bestehen: Die Kosten für den Bau neuer großer Gaskraftwerke haben sich mehr als verdoppelt, und neue Turbinenbestellungen werden frühestens 2030 ausgeliefert. Dies erklärt den Wettlauf um bestehende Anlagen und die astronomischen Preise, die dafür gezahlt werden.
Der KI-Boom hat die Machtverhältnisse im traditionell volatilen unabhängigen Energiesektor dramatisch verschoben. Investoren behandeln Energieaktien mittlerweile wie Technologiewerte – eine Entwicklung, die zeigt, wie fundamental sich die wirtschaftlichen Prioritäten verschoben haben.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Physische Edelmetalle können als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung beitragen.
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