
Epstein-Akten: Milliardär Leon Black verklagt Demokraten-Chefaufklärer!
Der US-Finanzmilliardär Leon Black geht vor Gericht gegen den demokratischen Kongressabgeordneten Robert Garcia vor. Am Mittwoch reichte er vor einem Bundesgericht im Southern District of New York eine Verleumdungsklage ein. Er fordert 7,25 Millionen Dollar Schadenersatz und ein Verfahren vor einer Jury. Der Zeitpunkt ist alles andere als zufällig.
Ein Schachzug direkt nach der Wahlnacht
Garcia ist derzeit ranghöchster Demokrat im mächtigen Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses, dem House Oversight Committee. Nach dem deutlichen Sieg der Demokraten bei den Midterms am Dienstag übernimmt seine Partei im Januar die Mehrheit in der Kammer. Garcia gilt als Favorit für den Ausschussvorsitz.
Damit würde ausgerechnet der Mann den Hammer schwingen, dessen Ausschuss Black bereits vorgeladen und wegen Missachtung gerügt hat. Beobachter vermuten, dass die Klage längst in der Schublade lag. Black trägt den Streit jetzt vor einen Richter, noch bevor Garcia überhaupt den Vorsitz übernommen hat.
Worum es in der Klage geht
Laut Klageschrift habe Garcia einige Wochen nach Blacks freiwilliger Befragung im Juni in einem Fernsehinterview behauptet, Black stehe im Zentrum der Verbrechen Jeffrey Epsteins. Zudem sei er einer der Letzten gewesen, die vor Epsteins Tod im Gefängnis mit ihm Kontakt gehabt hätten. Garcia soll außerdem erklärt haben, Überlebende hätten Black als direkt am Missbrauch beteiligt benannt.
Blacks Anwälte halten diese Aussagen für falsch und böswillig. Sie hätten realen, anhaltenden Schaden verursacht: Drohungen gegen seine körperliche Sicherheit, eine Flut hasserfüllter Anrufe, E-Mails und Posts sowie Schäden für seine Geschäfte und sein philanthropisches Engagement. Ein Sprecher erklärte, Black habe nie eine Frau missbraucht, nie Kontakt zu Minderjährigen gehabt, sei nie in Menschenhandel verwickelt gewesen und habe Epstein nie für Frauen bezahlt.
Eskalation mit Ansage
Es ist bereits Blacks zweite Klage in der Epstein-Affäre. Anfang September hatte er sich der Vorladung widersetzt und den Ausschuss samt seinem republikanischen Vorsitzenden James Comer verklagt. Die Untersuchung bezeichnete er als "public fishing expedition" – also als öffentliches Stochern im Nebel. Garcia konterte damals, Black habe den Missbrauch finanziert; mehrere Frauen hätten ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen.
Die Chronik der Konfrontation liest sich wie ein Politthriller:
- Juni: Black verlässt seine Befragung vorzeitig.
- Später: Er erscheint nicht zu einer Zeugenaussage.
- September: Der Ausschuss stimmt einstimmig für eine Missachtungsrüge, das gesamte Repräsentantenhaus folgt.
- 16. September: Das Justizministerium kündigt an, die Staatsanwaltschaft in Washington werde die Überweisung sorgfältig prüfen.
Angeklagt wurde Black bislang nicht. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Das Geld als Kern des Konflikts
Im Mittelpunkt stehen gewaltige Summen. Abgeordnete werfen Black vor, Epstein rund 180 Millionen Dollar gezahlt zu haben. Eine von Apollo Global Management in Auftrag gegebene Prüfung ermittelte 2021 Zahlungen von 158 Millionen Dollar zwischen 2012 und 2017 – nach Darstellung der Prüfer für Steuer-, Nachlassplanung und verwandte Dienstleistungen. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, Black sei nicht an Epsteins Straftaten beteiligt gewesen. Dennoch trat der Apollo-Mitgründer im selben Jahr als Firmenchef zurück.
Auch juristisch steht Black seit Jahren unter Druck. Ein New Yorker Berufungsgericht entschied mit 4:1 zu seinen Gunsten in einem Verleumdungsfall, den ein ehemaliges Model angestrengt hatte, das ihm Vergewaltigung vorwirft. In Manhattan läuft noch eine Klage einer Frau, die angibt, er habe sie 2002 als 16-Jährige in Epsteins Villa vergewaltigt. Black bestreitet jedes Fehlverhalten.
Wer kontrolliert die Aufklärer?
Der Fall zeigt, wie sehr die Epstein-Akten zur politischen Waffe geworden sind. Für viele Bürger bleibt die bittere Frage, warum die Aufklärung seit Jahren im Kreis läuft, während sich Politiker und Superreiche Gefechte vor Kameras und Gerichten liefern. Ob die Klage Garcia bremst oder seinen Eifer erst richtig anfacht, muss sich zeigen. Fest steht nur: Die Schlacht um die Wahrheit hat gerade erst begonnen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder.
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