
Epstein-Skandal erschüttert britische Politik: Polizei durchsucht Anwesen von Ex-Minister Mandelson

Die Schatten der Vergangenheit holen die politische Elite Großbritanniens mit voller Wucht ein. Am Freitag rückten spezialisierte Beamte der britischen Polizei an zwei Adressen aus, um Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem berüchtigten Epstein-Skandal durchzuführen. Im Visier der Ermittler: der ehemalige Wirtschaftsminister Peter Mandelson, einst einer der mächtigsten Strippenzieher der Labour-Partei.
Ermittlungen wegen Fehlverhaltens im öffentlichen Amt
Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz und sprach von einem 72-jährigen Mann, gegen den wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt ermittelt werde. Obwohl die Behörden den Namen nicht offiziell nannten, berichten britische Medien übereinstimmend, dass es sich um Mandelson handelt. Der Vorwurf wiegt schwer – und er könnte nur die Spitze des Eisbergs sein.
Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Akten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein haben erneut eine erschreckend enge Freundschaft zwischen dem britischen Politiker und dem US-Unternehmer offengelegt. Doch damit nicht genug: E-Mail-Verläufe sollen belegen, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben hat. Ein ungeheuerlicher Verdacht, der das Vertrauen in die politische Klasse einmal mehr erschüttert.
Vom Botschafter zum Paria – der tiefe Fall eines Labour-Urgesteins
Die Karriere Mandelsons gleicht einem politischen Trümmerfeld. Noch im Februar 2025 hatte ihn Premierminister Keir Starmer zum britischen Botschafter in den USA ernannt – eine prestigeträchtige Position, die nun wie blanker Hohn erscheint. Starmer behauptet, er habe zu diesem Zeitpunkt nichts von dem engen Verhältnis zwischen Mandelson und Epstein gewusst. Eine Aussage, die angesichts der Faktenlage mehr als fragwürdig erscheint.
Der Skandal zwang Mandelson bereits im vergangenen Jahr, seinen Botschafterposten aufzugeben. Zuletzt trat er auch aus der Regierungspartei Labour aus und legte seinen Sitz im Oberhaus des Parlaments nieder. Ein beispielloser Absturz für einen Mann, der einst als Architekt von Tony Blairs „New Labour" galt und über Jahrzehnte die Fäden der britischen Politik zog.
Das Schweigen des Beschuldigten
Bemerkenswert ist das anhaltende Schweigen Mandelsons zu den schwerwiegenden Vorwürfen. Während die Ermittler seine Anwesen durchkämmen und die Medien jeden Stein umdrehen, hüllt sich der ehemalige Minister in eisiges Schweigen. Kein Dementi, keine Erklärung, keine Entschuldigung. Für viele Beobachter spricht dieses Verhalten Bände.
Ein Skandal mit weitreichenden Folgen
Der Fall Mandelson reiht sich ein in eine Serie von Enthüllungen, die das Netzwerk um Jeffrey Epstein betreffen. Erst kürzlich nahm die norwegische Polizei Ermittlungen gegen den ehemaligen Regierungschef Jagland auf. Auch die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit sah sich gezwungen, sich öffentlich für ihre Freundschaft mit Epstein zu entschuldigen.
Was diese Fälle gemeinsam haben? Sie zeigen ein erschreckendes Muster: Mächtige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel pflegten offenbar enge Verbindungen zu einem Mann, dessen kriminelle Machenschaften längst bekannt waren. Die Frage, die sich aufdrängt: Wie konnte ein verurteilter Sexualstraftäter derart ungehindert in den höchsten Kreisen verkehren? Und welche Gegenleistungen erwartete er für seine „Freundschaften"?
Die britische Öffentlichkeit verfolgt die Entwicklungen mit wachsendem Unmut. Das Vertrauen in die politische Klasse, ohnehin auf einem historischen Tiefstand, dürfte durch diese Enthüllungen weiter erodieren. Für Premierminister Starmer wird der Skandal zur Belastungsprobe – schließlich war es seine Regierung, die Mandelson noch vor wenigen Monaten mit einem der wichtigsten diplomatischen Posten betraute.

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