
Epstein-Skandal erschüttert Norwegens diplomatische Elite: Botschafterin muss gehen
Die Schockwellen des Epstein-Skandals erreichen nun auch die höchsten Kreise der norwegischen Diplomatie. Mona Juul, die 66-jährige Botschafterin Norwegens in Jordanien und im Irak, hat ihr Amt niedergelegt – und die Umstände ihres Rücktritts werfen ein grelles Licht auf die weitreichenden Verflechtungen der globalen Elite mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Zehn Millionen Dollar für die Kinder eines Diplomatenpaares
Was zunächst wie eine weitere Fußnote in den endlosen Epstein-Akten erscheinen mochte, entpuppte sich als diplomatischer Sprengstoff erster Güte. Die beiden Kinder von Mona Juul und ihrem Ehemann Terje Rød-Larsen – selbst ein ehemaliger Top-Diplomat – sollen im Testament des US-amerikanischen Sexualstraftäters mit jeweils fünf Millionen Dollar bedacht worden sein. Epstein unterzeichnete dieses Testament kurz vor seinem mysteriösen Tod in der Haft.
Norwegens Außenminister Espen Barth Eide fand deutliche Worte für das Verhalten seiner Botschafterin. Der Kontakt mit Epstein habe ein „schwerwiegendes Versagen ihres Urteilsvermögens" offenbart. Das Vertrauen, das für eine solche Position unabdingbar sei, könne nicht wiederhergestellt werden. Die Entscheidung zum Rücktritt sei deshalb richtig gewesen.
Ausreden, die niemanden überzeugen
Juul selbst versuchte sich in Schadensbegrenzung und erklärte gegenüber norwegischen Medien, sie habe Epstein lediglich in einem „diplomatischen Zusammenhang" kennengelernt. Der Kontakt danach sei minimal gewesen. Sie bereue ihre Verbindung zu ihm sehr. Doch wie erklärt sich dann die testamentarische Großzügigkeit gegenüber ihren Kindern? Diese Frage bleibt unbeantwortet.
Ihr Ehemann Terje Rød-Larsen hatte sich bereits 2020 von Epstein distanziert und seinen Kontakt als „ernste Fehleinschätzung" bezeichnet. Norwegische Medien berichten jedoch von einem „persönlichen finanziellen Verhältnis" zwischen dem ehemaligen Diplomaten und dem Sexualstraftäter. Das Außenministerium untersucht nun, was die Botschafterin tatsächlich über Epstein wusste und in welchem Umfang sie Kontakt mit ihm pflegte.
Die norwegische Elite im Kreuzfeuer
Juul und ihr Mann sind bei weitem nicht die einzigen Norweger, die durch die Veröffentlichung der neuen Epstein-Akten in Bedrängnis geraten sind. Die Liste der prominenten Namen liest sich wie ein Who's Who der norwegischen Oberschicht: Kronprinzessin Mette-Marit, der ehemalige Regierungschef und frühere Generalsekretär des Europarats Thorbjørn Jagland sowie der frühere Außenminister und heutige Chef des Weltwirtschaftsforums Børge Brende tauchen allesamt in den Dokumenten auf.
Man fragt sich unweigerlich: Wie konnte ein verurteilter Sexualstraftäter derart tiefe Verbindungen in die höchsten Kreise der internationalen Politik und Diplomatie knüpfen? Und was sagt es über unsere politischen Eliten aus, dass sie offenbar jahrelang bereitwillig mit einem Mann verkehrten, dessen dunkle Machenschaften längst bekannt waren?
Ein Symptom eines größeren Problems
Der Fall Epstein offenbart einmal mehr die erschreckende Selbstgefälligkeit einer globalen Elite, die sich für unantastbar hält. Während normale Bürger für weitaus geringere Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen werden, scheinen die Mächtigen dieser Welt lange Zeit geglaubt zu haben, ihre Verbindungen zu einem notorischen Sexualstraftäter würden niemals ans Licht kommen.
Dass nun zumindest in Norwegen Konsequenzen gezogen werden, ist ein kleiner Lichtblick. Doch die eigentliche Frage bleibt: Wie viele weitere Namen werden noch auftauchen – und werden auch sie zur Verantwortung gezogen werden?

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