
„Es geht nicht um Mathematik“ – Wie der DGB die Rente zur Wunschmaschine umbaut
Es gibt Sätze, die offenbaren mehr, als ihre Urheber wohl beabsichtigt haben. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, jene Organisation, die sich gerne als letzte Bastion sozialer Gerechtigkeit inszeniert, hat nun ein eigenes Rentenkonzept vorgelegt – und gleich im Begleitpapier festgehalten, dass es dabei „nicht um Mathematik“ gehe. Ein bemerkenswertes Eingeständnis. Denn die Rente ist nun einmal, ob es den Gewerkschaftsfunktionären gefällt oder nicht, in erster Linie ein Rechenexempel. Wer einzahlt, wer entnimmt, wie viele Schultern die Last tragen – all das sind harte Zahlen. Doch genau diese Zahlen wischt der DGB beiseite, als handele es sich um lästige Störfaktoren auf dem Weg ins gewerkschaftliche Wolkenkuckucksheim.
Festhalten an der „Rente mit 63“ – koste es, was es wolle
Während die von der Regierung eingesetzte Alterssicherungskommission immerhin den Mut aufbringt, über die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren nachzudenken, beharrt der DGB stur auf der sogenannten „Rente mit 63“. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters? Abgelehnt. Eine kapitalgedeckte Vorsorge nach internationalem Vorbild? Ebenfalls abgelehnt. Stattdessen serviert man dem Bürger das altbekannte Menü: höhere Beiträge, höhere Zuschüsse, höhere Belastungen – nur eben für andere.
Das Konzept sieht vor, das Rentenniveau zunächst auf 50, später gar auf 53 Prozent anzuheben. Bis zu 90 Prozent des letzten Gehalts sollen die Menschen am Ende ihres Arbeitslebens erhalten. Klingt verlockend. Doch wie immer bei solchen Versprechen stellt sich die entscheidende Frage: Wer soll das eigentlich bezahlen?
Die alte Leier: Arbeitgeber und „Gutverdiener“ sollen zahlen
Die Antwort des DGB überrascht niemanden, der mit der gewerkschaftlichen Denkweise vertraut ist. Finanziert werden sollen die ausufernden Wohltaten „hauptsächlich durch die Arbeitgeber und Gutverdiener“. Eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge soll her, bei der die Unternehmer zwei Prozent des Bruttolohns oder mindestens 988 Euro jährlich beisteuern. Dazu „leicht erhöhte Beiträge“ – ein euphemistischer Ausdruck, der die Realität geschickt verschleiert – sowie ein größerer Zuschuss aus dem Bundeshaushalt, gespeist aus „hohen Einkommen, großen Vermögen und Kapitaleinkünften“.
„Es geht um die gerechte Verteilung des Wohlstands, um gute Arbeit, gute Löhne und gute Renten.“
Schöne Worte. Doch hinter der Rhetorik von der „gerechten Verteilung“ verbirgt sich nichts anderes als das ewige Umverteilungsmantra. Man verspricht Wohlstand, ohne zu erklären, wie dieser eigentlich erwirtschaftet werden soll. Wer den Mittelstand und die Leistungsträger dieses Landes immer weiter zur Kasse bittet, der sägt am Ast, auf dem das ganze System sitzt.
Ein Gremium der üblichen Verdächtigen
Bemerkenswert ist auch die personelle Besetzung der DGB-Rentenkommission. Neben der Vorsitzenden Yasmin Fahimi sollen ihr auch Kevin Kühnert und Ricarda Lang angehören. Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, welche wirtschaftspolitische Grundausrichtung von dieser Konstellation zu erwarten ist. Ein Konzept, das die unbequeme Realität der Demografie ignoriert und stattdessen auf das altbewährte Prinzip Hoffnung setzt.
Selbst Politiker sollen einzahlen – ein durchschaubares Manöver
Immerhin: Auch Politiker und Selbstständige sollen nach dem Willen des DGB künftig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Ein populärer Vorschlag, der gut klingt, das Grundproblem aber nicht löst. Denn das deutsche Umlagesystem krankt nicht an zu wenig Einzahlern, sondern an einer immer ungünstigeren Relation zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern. Daran ändert auch das Einbeziehen von Abgeordneten nichts – es ist allenfalls ein symbolischer Tropfen auf den heißen Stein.
Die Wahrheit, die niemand hören will
Der entscheidende Satz steht im Kleingedruckten: Um das System zu stärken, seien „große Beträge notwendig, die am sinnvollsten über Steuern aufgebracht werden sollten“. Übersetzt heißt das: Der Steuerzahler soll es richten. Wieder einmal. In einer Zeit, in der die neue Große Koalition unter Friedrich Merz bereits ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro durch das Parlament gewunken und die Schuldenbremse faktisch ausgehebelt hat, kommt nun auch noch der Ruf nach steuerfinanzierten Rentenzuschüssen. Die Zeche zahlen am Ende die kommenden Generationen – durch Zinsen, durch Abgaben, durch eine schleichend entwertete Währung.
Denn genau hier liegt das eigentliche Risiko, das in keinem Gewerkschaftspapier ehrlich benannt wird: Wer die Rente immer stärker über Schulden und Steuern finanziert, der heizt die Inflation an und entwertet damit zugleich die Ersparnisse fleißiger Bürger. Das mühsam zusammengesparte Vermögen schmilzt dahin wie Schnee in der Frühlingssonne, während die Politik weiter Versprechen verteilt, die sie niemals selbst bezahlen muss.
Warum echte Werte krisenfest sind
In einem solchen Umfeld zeigt sich, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden als verlässlicher Anker dienen. Sie lassen sich nicht durch politische Beschlüsse vermehren, nicht durch Notenpressen verwässern und nicht durch wohlklingende Umverteilungsfantasien entwerten. Wer sein Vermögen über die Stürme der Geldpolitik hinwegretten möchte, der tut gut daran, einen Teil davon krisenfest abzusichern – als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, das nicht allein auf die Versprechen von Politikern und Gewerkschaftsfunktionären baut.
Das DGB-Konzept mag gut gemeint sein. Aber gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut gemacht. Solange man stolz verkündet, dass es „nicht um Mathematik“ gehe, wird aus den schönsten Versprechen am Ende vor allem eines: eine Rechnung, die andere begleichen müssen.
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