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Kettner Edelmetalle
21.09.2026
06:26 Uhr
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Evonik macht dicht: Zwei deutsche Werke fallen dem Rotstift zum Opfer

Evonik macht dicht: Zwei deutsche Werke fallen dem Rotstift zum Opfer
Symbolbild: KI-generiert

Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik schließt im Jahr 2027 seine Standorte in Hamburg und im sachsen-anhaltischen Bitterfeld. Die Entscheidung gab das Unternehmen am 11. September 2026 bekannt. Betroffen sind rund 90 Beschäftigte – etwa 50 in Hamburg, rund 40 in Bitterfeld.

Als Gründe nennt der Konzern hohe Strukturkosten, schwache Absatzmärkte und wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck. Die Kunden sollen künftig aus Essen und Rheinfelden beliefert werden.

Hamburg: Erst aufgewertet, dann abgewickelt

Das Hamburger Werk, das Mitte 2027 geschlossen werden soll, entwickelt Lösungen für Kosmetik und Körperpflege – inklusive Labore und technologischem Know-how. All das wandert an den größeren Essener Standort Goldschmidtstraße.

Pikant: Noch 2017 hatte Evonik mit der Übernahme des Kosmetikspezialisten Dr. Straetmans ausgerechnet Hamburg strategisch aufgewertet. Der Standort sollte ein Kompetenzzentrum für alternative Konservierungssysteme werden. Heute gilt die kleinteilige Standortstruktur dem Konzern schlicht als zu teuer.

Bitterfeld verliert Chemie für Mikrochips und Glasfaser

In Bitterfeld ist bereits Ende April 2027 Schluss. Dort stellen rund 40 Mitarbeiter Chlorsilane her – Spezialchemikalien, die in Mikrochips und Glasfaserkabeln stecken. Ausgerechnet jene Hochtechnologie also, mit der Europa angeblich souverän werden will.

Besonders bei hochreinem Siliciumtetrachlorid drängen asiatische Anbieter auf den Markt. Die Auslastung der Anlagen sei seit Längerem zu niedrig, so das Unternehmen. Nach eigenen Angaben prüfte Evonik mehrere Alternativen: kleinere Kapazitäten, andere Betriebskonzepte, eine zeitweise Stilllegung, sogar einen Verkauf. Keine Variante habe eine langfristig wirtschaftliche Perspektive geboten. Für die Beschäftigten will der Konzern gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträgliche Lösungen suchen.

3.200 weitere Stellen auf der Streichliste

Die beiden Schließungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Von 2027 bis Ende 2029 will Evonik weltweit rund 3.200 weitere Stellen streichen – davon etwa 2.150 in Deutschland. Bereits zwischen 2024 und 2026 sollen planmäßig rund 2.800 Arbeitsplätze wegfallen. Digitalisierung, Outsourcing und schlankere Strukturen sollen die Kosten dauerhaft drücken.

Medienberichten zufolge investiert der Konzern parallel rund 80 Millionen Euro in neue Biotechnologie-Kapazitäten in der Slowakei. Abbau hier, Aufbau dort – ein Muster, das deutsche Industriearbeiter inzwischen bestens kennen.

Eine Branche im Dauerstress

Das Umfeld bleibt brutal. Im zweiten Quartal 2026 lag die Kapazitätsauslastung der Chemieindustrie laut VCI bei nur 73,2 Prozent – der langjährige Durchschnitt liegt bei rund 83 Prozent. Hinzu kommen hohe Rohstoff- und vor allem Energiekosten. Für 2026 rechnet der Verband weiterhin mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Prozent.

Für Bitterfeld ist die Nachricht besonders bitter: In der Region haben bereits andere Chemieunternehmen Kapazitäten heruntergefahren oder Werke aufgegeben. Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis jahrelanger Energie- und Standortpolitik, die Strompreise und Bürokratielasten in Höhen getrieben hat, die im globalen Wettbewerb kaum zu halten sind. Wer energieintensive Industrie will, muss ihr bezahlbare Energie liefern – alles andere ist Symbolpolitik mit Kündigungsschreiben.

Was das für Sparer bedeutet

Schrumpfende Industrie bedeutet schrumpfende Steuerbasis – und wachsenden Druck auf Sozialkassen und Staatshaushalt. Wer sein Vermögen gegen solche strukturellen Verwerfungen absichern möchte, zieht traditionell physische Edelmetalle als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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