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08.01.2026
06:44 Uhr

Exodus der Leistungsträger: Warum die deutsche Mittelschicht in Scharen das Land verlässt

Exodus der Leistungsträger: Warum die deutsche Mittelschicht in Scharen das Land verlässt

Es ist ein schleichender Aderlass, der Deutschland seit Jahren heimsucht – und die politische Klasse scheint ihn geflissentlich zu ignorieren. Mehr als 1,2 Millionen Deutsche haben inzwischen ihre Zelte im europäischen Ausland aufgeschlagen. Die Tendenz? Steil nach oben. Besonders brisant: Es sind nicht etwa die Erfolglosen, die gehen. Es sind die Leistungsträger, die Steuerzahler, die Macher – jene Menschen also, auf deren Schultern dieses Land ruht.

Die Schweiz: Gelobtes Land für Auswanderer

Mit Abstand beliebtestes Ziel bleibt die Eidgenossenschaft. Rund 323.600 Deutsche nannten Anfang 2024 die Schweiz ihr Zuhause – ein Wert, der seit über einem Jahrzehnt kontinuierlich klettert. Die Gründe liegen auf der Hand, und sie sind so simpel wie schmerzhaft für jeden, der noch an den Standort Deutschland glaubt: hohe Löhne, niedrige Arbeitslosigkeit, attraktive Karrierechancen. Dazu kommt eine Steuerlast, die deutschen Unternehmern die Tränen in die Augen treibt – vor Freude.

In Luzern zahlen Firmen etwa 12,15 Prozent Unternehmenssteuer. Selbst im teuren Zürich sind es knapp 20 Prozent. Der Kanton Zug setzt noch einen drauf und will seine Bürger ab 2026 mit nahezu kostenlosen Krankenhausaufenthalten entlasten. Man stelle sich vor: Ein Staat, der seinen Bürgern etwas zurückgibt, statt sie immer weiter auszupressen!

„Direkte Demokratie, eine eigene stabile Währung, keine EU-Mitgliedschaft, die viel Steuergeld verschlingt. Kein überbordendes Sozialsystem, das von der ganzen Welt ausgenützt, aber von den Einheimischen gefüttert werden muss."

So beschreiben deutsche Auswanderer die Vorzüge ihrer neuen Heimat. Deutlicher kann man das Versagen der deutschen Politik kaum auf den Punkt bringen.

Österreich und Spanien: Alternativen zum deutschen Niedergang

Auf Platz zwei folgt Österreich mit 232.700 deutschen Einwohnern. Bemerkenswert ist die Dynamik: Allein 2024 stieg ihre Zahl um 3,4 Prozent. Innerhalb von zehn Jahren nahm die deutsche Bevölkerung in Österreich um mehr als 41 Prozent zu. Die gemeinsame Sprache erleichtert den Schritt, doch viele Auswanderer berichten auch von spürbaren strukturellen Unterschieden – etwa einem Schulsystem, das tatsächlich noch funktioniert.

Spanien komplettiert das Podium mit rund 128.000 deutschen Residenten. Das mediterrane Klima und der entspannte Lebensstil locken, wenngleich die Sprachbarriere für Familien mit schulpflichtigen Kindern eine zusätzliche Hürde darstellt.

Die Mitte des Lebens packt die Koffer

Besonders alarmierend sind die Zahlen einer YouGov-Erhebung von Anfang 2025: Fast die Hälfte aller Befragten kann sich eine Auswanderung vorstellen. Und wer denkt am intensivsten darüber nach? Ausgerechnet die 35- bis 54-Jährigen – jene Generation also, die mitten im Berufsleben steht und als Rückgrat der Wirtschaft gilt. 58 Prozent der 45- bis 54-Jährigen spielen mit dem Gedanken, Deutschland den Rücken zu kehren.

Wenn ausgerechnet diese Altersgruppen mit gepackten Koffern dastehen, sollten in Berlin sämtliche Alarmglocken schrillen. Doch was hört man aus der Hauptstadt? Nichts. Stattdessen werden neue Schulden aufgetürmt, die Bürokratie weiter aufgebläht und die Steuerlast erhöht.

Millionäre auf der Flucht

Erstmals taucht Deutschland im Henley Private Wealth Migration Report mit 400 ausgewanderten Millionären auf. Die Zahl mag bescheiden wirken, das Signal ist jedoch unmissverständlich: Wer es sich leisten kann, verlässt das sinkende Schiff. International siedeln die meisten Millionäre übrigens in die Schweiz über – 3.000 waren es allein 2025.

Die wahren Gründe für den Exodus

Was treibt die Menschen fort? Die Antworten sind so vielfältig wie ernüchternd: Politikversagen, Elitenferne, unkontrollierte Migration, hohe Steuern, sinkende Kaufkraft, niedrige Löhne und – nicht zu vergessen – massive Sicherheitsbedenken. Die Kriminalität in Deutschland hat Rekordniveau erreicht, Messerangriffe gehören mittlerweile zum traurigen Alltag. Wer kann es den Menschen verdenken, dass sie für ihre Familien eine sichere Zukunft suchen?

Analysen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung belegen: Auswandern steigert die Lebenszufriedenheit deutlich. Dieser Effekt hält zwar nur etwa zwei Jahre an, doch für viele scheint selbst das besser zu sein als das Verharren in einem Land, das seine besten Köpfe systematisch vergrault.

Ein Weckruf, der ungehört verhallt

Deutschland braucht dringend einen politischen Kurswechsel. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar Besserung versprochen, doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten. Von einer echten Entlastung der Bürger ist man weit entfernt.

Die Abwanderung der Leistungsträger ist kein Naturgesetz – sie ist das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. Solange sich daran nichts ändert, werden immer mehr Deutsche den einzig logischen Schluss ziehen: Bye-bye, Deutschland!

Hinweis der Redaktion: Diese Einschätzung entspricht nicht nur der Meinung unserer Redaktion, sondern spiegelt auch die Stimmung eines Großteils der deutschen Bevölkerung wider, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlt.

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