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Kettner Edelmetalle
22.07.2026
16:12 Uhr

Fachkräftemangel frisst den Mittelstand: 51 Prozent mehr Lücken – und keine Wende in Sicht

Fachkräftemangel frisst den Mittelstand: 51 Prozent mehr Lücken – und keine Wende in Sicht

Wer noch immer glaubt, die deutsche Wirtschaft sei ein unerschütterlicher Fels in der Brandung, dem sei die jüngste Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ans Herz gelegt. Denn dort zeigt sich in nüchternen Zahlen, was viele Handwerker, Bäcker und Mittelständler längst am eigenen Leib spüren: Das Rückgrat unserer Wirtschaft ächzt unter einem Fachkräftemangel, der sich seit 2016 um sagenhafte 51 Prozent ausgeweitet hat.

Sieben von zehn unbesetzten Stellen treffen den Mittelstand

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahresdurchschnitt zwischen Juli 2024 und Juni 2025 entfielen bundesweit sieben von zehn rechnerisch nicht besetzbaren Stellen auf kleine und mittlere Unternehmen. Genau jene Betriebe also, die über Jahrzehnte den Ruf Deutschlands als Land der Ingenieure, Tüftler und Meister begründet haben. Sie sind es, die nun bluten.

Besonders bitter trifft es ausgerechnet das wirtschaftsstarke Bayern. Dort blieben mehr als 75.000 Positionen im Mittelstand unbesetzt – rein rechnerisch konnte jede zweite offene Stelle nicht gefüllt werden. In Nordrhein-Westfalen klaffen über 40.000 Lücken. Die Stadtstaaten kommen mit einer vakanten Quote von einem Fünftel bis einem Drittel etwas glimpflicher davon, was aber niemanden beruhigen sollte.

Der Osten als trauriger Spitzenreiter

Wirft man den Blick auf die Zehnjahresentwicklung, offenbart sich ein dramatisches Bild. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete ein sattes Plus von 236 Prozent. Auch Brandenburg (plus 139 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 123 Prozent) und das Saarland (plus 101 Prozent) verdoppelten ihre Engpässe teils mehr als. Der ländliche Raum verödet, während die Politik in Berlin von digitalem Aufbruch und grüner Transformation schwadroniert.

Von 2016 bis 2025 sei die Fachkräftelücke in kleinen und mittleren Unternehmen um 51 Prozent gewachsen, heißt es beim Institut der deutschen Wirtschaft.

Baden-Württemberg: Ein trügerischer Lichtblick

Einzig in Baden-Württemberg ging die Zahl unbesetzter Stellen zurück. Doch wer nun jubelt, hat die Zusammenhänge nicht verstanden. Denn dieser Rückgang sei kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche. Das Institut erklärt, dass im industriell geprägten Ländle das Stellenangebot in der Rohstoffgewinnung, Fertigung und Produktion durch den Strukturwandel drastisch geschrumpft sei. Im Klartext: Die Nachfrage sinkt, weil Fabriken schließen, Aufträge ausbleiben und die Deindustrialisierung ihren zerstörerischen Lauf nimmt. Ein Erfolg? Wohl kaum. Eher ein Menetekel.

Ausbildung im Sinkflug

Und während die Politik gebetsmühlenartig von der Rettung durch qualifizierte Zuwanderung träumt, verfällt das bewährte Fundament der Fachkräftesicherung. Nur noch rund 18 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigten 2023 überhaupt Auszubildende. Neben fehlenden Bewerbern fehle es vielen Betrieben schlicht an personellen und finanziellen Ressourcen. Wer aber die Ausbildung im eigenen Land verkümmern lässt, darf sich über leere Werkbänke nicht wundern.

Die vom Institut vorgeschlagenen Rezepte – eine stärkere Arbeitgebermarke, gezielte Weiterbildungen und passgenaue Qualifizierung – klingen vernünftig. Doch sie sind bestenfalls Pflaster auf einer klaffenden Wunde. Solange die Rahmenbedingungen in Deutschland stimmen wie ein verstimmtes Klavier, solange Energiepreise explodieren, Bürokratie erstickt und ideologische Experimente Vorrang vor solider Wirtschaftspolitik genießen, wird kein noch so schönes Employer Branding die Betriebe retten.

Ein hausgemachtes Problem

Man muss es klar aussprechen: Dieser Niedergang ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Weichenstellungen. Wer Industrie vertreibt, Ausbildung vernachlässigt und die Bildungspolitik dem Zeitgeist opfert, der erntet genau diese Bilanz. Der deutsche Mittelstand, einst das Kronjuwel unserer Volkswirtschaft, verdient endlich wieder eine Politik, die für ihn arbeitet und nicht gegen ihn.

Für den vorausschauenden Bürger stellt sich in Zeiten wirtschaftlicher Erosion und struktureller Schwäche ohnehin die Frage nach der eigenen Vermögenssicherung. Wo Wertschöpfung wegbricht und Unsicherheit wächst, haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit jeher als solider Anker bewährt – eine sinnvolle Ergänzung für ein breit gestreutes und krisenfestes Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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