
FBI-Dokument enthüllt: Trump wusste offenbar mehr über Epstein als bisher zugegeben
Ein brisantes FBI-Dokument sorgt in Washington für erhebliche Unruhe und wirft ein neues Schlaglicht auf die Verstrickungen hochrangiger Politiker und Geschäftsleute in den Epstein-Skandal. Die Enthüllungen treffen die Trump-Administration zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – und sie betreffen nicht nur den Präsidenten selbst, sondern auch seinen Handelsminister Howard Lutnick.
Ein Anruf, der alles verändert
Im Juli 2006, als die ersten Sexualstrafvorwürfe gegen den mittlerweile verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein öffentlich wurden, soll Donald Trump den damaligen Polizeichef von Palm Beach, Michael Reiter, angerufen haben. Was er ihm dabei gesagt haben soll, ist brisant: „Gott sei Dank stoppen Sie ihn, jeder hat gewusst, dass er das tut." So steht es in der Zusammenfassung eines FBI-Interviews mit Reiter aus dem Jahr 2019, das nun im Zuge der massiven Aktenfreigabe durch das Justizministerium ans Licht kam.
Trump soll dem Polizeichef darüber hinaus mitgeteilt haben, dass Leute in New York über Epsteins Treiben Bescheid gewusst hätten. Ghislaine Maxwell, Epsteins engste Vertraute und Komplizin, habe er als „böse" bezeichnet. Besonders bemerkenswert: Trump habe angegeben, einmal in Epsteins Gegenwart gewesen zu sein, als Teenager anwesend waren – woraufhin er „so schnell wie möglich verschwunden" sei.
Das Justizministerium rudert zurück
Die Reaktion der offiziellen Stellen auf diese Enthüllung ist bezeichnend. Das Justizministerium erklärte lapidar, man sei sich „keiner bestätigenden Beweise bewusst, dass der Präsident vor 20 Jahren die Strafverfolgungsbehörden kontaktiert" habe. Eine bemerkenswert vorsichtige Formulierung, die weder bestätigt noch dementiert. Reiter selbst, der 2009 in den Ruhestand ging, bestätigte hingegen die Details des FBI-Interviews gegenüber dem Miami Herald.
Pressesprecherin Karoline Leavitt versuchte die Angelegenheit herunterzuspielen: „Es war ein Telefonat, das 2006 stattgefunden haben könnte oder auch nicht." Eine Antwort, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Denn wenn Trump tatsächlich bereits 2006 wusste, dass „jeder" über Epsteins Verbrechen Bescheid wusste – warum hat er dann jahrelang behauptet, nichts davon gewusst zu haben?
Handelsminister Lutnick in der Bredouille
Doch die Epstein-Akten bescheren der Trump-Administration gleich an mehrerer Fronten Probleme. Handelsminister Howard Lutnick musste sich am selben Tag vor dem Senat unangenehmen Fragen stellen. Er behauptete, er habe „kaum etwas mit" Epstein zu tun gehabt und die beiden Männer hätten sich über einen Zeitraum von 14 Jahren nur dreimal getroffen.
Die freigegebenen E-Mails erzählen jedoch eine andere Geschichte. Demnach besuchte Lutnick offenbar noch 2012 Epsteins private Karibikinsel zum Mittagessen – sieben Jahre nachdem er angeblich jeden Kontakt abgebrochen haben will. Lutnick erklärte dies damit, dass er sich mit seiner Familie auf einem Boot in der Nähe der Insel befunden habe und das Treffen rein zufällig zustande gekommen sei. Eine Erklärung, die selbst wohlwollende Beobachter als dünn bezeichnen dürften.
Die Forderungen nach seinem Rücktritt kommen mittlerweile von beiden Seiten des politischen Spektrums. Der republikanische Abgeordnete Tom Massie brachte es auf den Punkt: Lutnick solle „dem Präsidenten das Leben leichter machen und einfach zurücktreten." Leavitt erklärte hingegen, Trump unterstütze seinen Handelsminister „voll und ganz".
Ein Skandal, der nicht enden will
Der Epstein-Skandal ist längst mehr als eine Fußnote der amerikanischen Kriminalgeschichte. Er ist ein Spiegel der moralischen Verkommenheit einer selbsternannten Elite, die sich über Jahrzehnte hinweg unantastbar wähnte. Die Freigabe von Millionen Dokumenten durch das Justizministerium – auf Grundlage eines überparteilichen Gesetzes – hat weltweit Schockwellen ausgelöst und neue Details über Epsteins Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Finanzwelt, Wirtschaft und Wissenschaft offengelegt.
Ghislaine Maxwell, die eine 20-jährige Haftstrafe für ihre Rolle bei der Unterstützung von Epsteins Missbrauch minderjähriger Mädchen verbüßt, verweigerte bei einer Anhörung vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses jede Aussage. Epstein selbst wurde 2019 tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft, hat jedoch jahrelange Verschwörungstheorien ausgelöst – Theorien, die Trump selbst während seines Wahlkampfes 2024 gegenüber seinen Anhängern befeuerte.
Neue Gesetzgebung für Missbrauchsopfer
Inmitten dieser politischen Turbulenzen brachten die Demokraten im Kongress einen Gesetzentwurf ein, der es erwachsenen Opfern von Sexhandel erleichtern soll, ihre Peiniger auch nach vielen Jahren noch zu verklagen. Das Gesetz trägt den Namen „Virginia's Law" – benannt nach Virginia Giuffre, einer der bekanntesten Anklägerinnen Epsteins, die im vergangenen Jahr durch Suizid verstarb. Ein tragisches Ende für eine Frau, die den Mut hatte, gegen ein System der Macht und des Missbrauchs aufzubegehren.
Was bleibt, ist der bittere Nachgeschmack einer Geschichte, die zeigt, wie tief die Verstrickungen zwischen Macht, Geld und Verbrechen reichen können. Die vollständige Aufklärung des Epstein-Skandals steht noch aus – und man darf bezweifeln, ob sie jemals kommen wird. Denn zu viele mächtige Menschen haben ein Interesse daran, dass bestimmte Wahrheiten im Dunkeln bleiben.

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