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Kettner Edelmetalle
29.05.2026
06:01 Uhr

Feuerball über Cape Canaveral: Bezos' Prestige-Rakete zerlegt sich selbst

Feuerball über Cape Canaveral: Bezos' Prestige-Rakete zerlegt sich selbst

Was für ein PR-Desaster für den Amazon-Gründer: Die Schwerlastrakete «New Glenn» des Raumfahrtunternehmens Blue Origin ist bei einem Routinetest auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in einem spektakulären Feuerball aufgegangen. Live übertragen, weltweit zu sehen – und ein herber Rückschlag für Jeff Bezos' ambitionierten Versuch, dem dominanten Konkurrenten SpaceX endlich Paroli zu bieten.

Ein Test, der gründlich aus dem Ruder lief

Eigentlich sollte alles ganz unspektakulär ablaufen. Die Triebwerke der unbemannten Rakete sollten gezündet werden, die «New Glenn» selbst aber fest am Boden bleiben. Ein klassischer Static-Fire-Test, wie er in der Raumfahrtbranche tausendfach durchgeführt wird. Doch statt eines kontrollierten Triebwerksfeuers gab es eine gewaltige Explosion samt riesigem Feuerball, die auf dem Livestream für jeden Zuschauer zu sehen war.

Blue Origin sprach auf der Plattform X verklausuliert von einer «Unregelmäßigkeit». Ein bemerkenswertes Beispiel für die kreative Wortakrobatik moderner Konzernkommunikation – wenn eine Rakete in tausend Stücke zerfetzt wird, nennt man das heute also „Unregelmäßigkeit". Immerhin: Verletzte gab es nach Unternehmensangaben keine, sämtliche Mitarbeiter seien wohlauf.

Bezos übt sich in Durchhalteparolen

Der Milliardär selbst meldete sich umgehend zu Wort. Es laufe bereits eine Untersuchung der Ursachen, schrieb Bezos auf X. Ein «sehr harter Tag» sei es gewesen, doch man werde wieder aufbauen, was aufgebaut werden müsse, und wieder fliegen. Es lohne sich, beteuerte der Amazon-Gründer in bewährter Silicon-Valley-Manier.

Pikant: Der geplante vierte Start war Medienberichten zufolge bereits in der kommenden Woche vorgesehen. An Bord hätten 48 Satelliten für Amazons eigenes Satelliten-Internetsystem reisen sollen – ein Projekt, mit dem der Konzern Elon Musks Starlink-System angreifen will. Daraus wird nun erstmal nichts.

Musk gönnt sich einen süffisanten Kommentar

Apropos Musk: Der Tech-Milliardär konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf X nicht verkneifen. «Äußerst bedauerlich», kommentierte er ein Video der Explosion, um sogleich nachzuschieben: «Raketen sind schwierig.» Eine Bemerkung, die zwischen kollegialem Mitgefühl und triumphalem Spott schwebt – ganz wie man es vom SpaceX-Chef gewohnt ist.

Tatsächlich dominiert SpaceX die kommerzielle Raumfahrt aktuell nach Belieben. Bezos' Blue Origin versucht seit Jahren, mit der «New Glenn» den Anschluss herzustellen. Die nach John Glenn, dem ersten Amerikaner in der Erdumlaufbahn, benannte Schwerlastrakete hatte beim Erstflug im Januar 2025 immerhin sofort den Orbit erreicht. Beim zweiten Flug wurden zwei Mars-Orbiter der Nasa transportiert, der dritte Start im April verlief grundsätzlich erfolgreich – wenngleich ein Satellit anschließend in der falschen Umlaufbahn landete.

Nasa zieht mit – und hat selbst ein Problem

Nasa-Chef Jared Isaacman teilte mit, die US-Raumfahrtbehörde werde die Untersuchung des Vorfalls unterstützen und anschließend über mögliche Auswirkungen auf eigene Programme informieren. Das ist mehr als nur höfliche Anteilnahme: Die Nasa arbeitet bei ihrem ambitionierten Mond-Programm eng mit Blue Origin zusammen. Eine längere Ausfallzeit der «New Glenn» könnte somit auch amerikanische Prestigeprojekte ins Wanken bringen.

Was die ganze Geschichte über den Zustand der Wirtschaft verrät

Während Milliardäre wie Bezos und Musk sich in den Weiten des Alls einen Wettlauf liefern und dabei spektakuläre Rückschläge in Kauf nehmen, zeigt sich einmal mehr, wie volatil und unberechenbar die Welt der hochfliegenden Tech-Konzerne ist. Aktien solcher Unternehmen können binnen Stunden zweistellige Verluste verzeichnen, wenn Triebwerke versagen oder Tests schiefgehen. Wer sein Vermögen nur auf solche Werte setzt, fährt mit angezogener Handbremse durch ein Minenfeld.

Gerade in unsicheren Zeiten – mit geopolitischen Spannungen, einer wackeligen deutschen Wirtschaft und einer Bundesregierung, die mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Inflation weiter befeuert – bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Möglichkeit, das eigene Portefeuille zu stabilisieren. Während Raketen explodieren und Aktienkurse abstürzen, behält Gold seinen inneren Wert seit Jahrtausenden. Eine sinnvolle Beimischung zur Vermögenssicherung sollte daher in keinem klug strukturierten Anlage-Mix fehlen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier veröffentlichten Inhalte spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung für etwaige Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung der dargestellten Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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