
Frankreich macht Ernst: Soziale Medien bald tabu für unter 15-Jährige
Während Deutschland noch über Gendersternchen und Lastenfahrrad-Subventionen debattiert, geht Frankreich einen bemerkenswert konsequenten Schritt zum Schutz seiner Kinder. Der französische Senat stimmt an diesem Dienstagabend über einen Gesetzesentwurf ab, der ein Mindestalter von 15 Jahren für die Nutzung bestimmter Social-Media-Plattformen festschreiben soll. Damit wäre Frankreich das erste Land innerhalb der Europäischen Union, das eine derart weitreichende Regulierung auf den Weg bringt.
Macron setzt auf Tempo – doch Brüssel bremst
Präsident Emmanuel Macron hatte das ambitionierte Ziel ausgegeben, das Verbot bereits zum kommenden Schuljahr in Kraft treten zu lassen. Ein Vorhaben, das man in seiner Entschlossenheit durchaus begrüßen darf. Doch wie so oft in der EU stößt nationaler Gestaltungswille an die Grenzen des Brüsseler Bürokratie-Apparats. Denn die tatsächliche Durchsetzung – insbesondere die Verpflichtung der Online-Plattformen zur Altersverifikation – liegt in der Zuständigkeit der EU. Ohne eine entsprechende europäische Regelung bleibt das französische Gesetz ein zahnloser Tiger.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass eine konkrete Liste betroffener Onlinedienste per Dekret festgelegt werden soll. Die Senatoren könnten den Text allerdings noch in letzter Minute abändern. Erklärtes Ziel des Vorhabens ist der Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – ein Anliegen, das angesichts explodierender Zahlen bei Depressionen, Angststörungen und Suizidversuchen unter Minderjährigen kaum dringlicher sein könnte.
Australien als Vorreiter – und Deutschland? Fehlanzeige.
Frankreich folgt damit dem Beispiel Australiens, das als weltweit erstes Land Ende des vergangenen Jahres ein Social-Media-Verbot für Nutzer unter 16 Jahren eingeführt hatte. Auch Österreich hat bereits einen Beschluss für ein Verbot für unter 14-Jährige auf den Weg gebracht. Und was macht Deutschland? Man sucht vergeblich nach vergleichbaren Initiativen. Stattdessen überlässt man die digitale Erziehung offenbar vollständig den Eltern – oder schlimmer noch: den Algorithmen von TikTok, Instagram und Snapchat.
Dabei wäre gerade hierzulande ein entschlossenes Handeln überfällig. Die Studienlage ist erdrückend: Soziale Medien wirken auf junge, noch nicht voll entwickelte Gehirne wie ein permanenter Dopamin-Tropf. Cybermobbing, Essstörungen, Schlafmangel und eine zunehmende Unfähigkeit zur Konzentration sind nur einige der dokumentierten Folgen. Wer Kinder schützen will, muss ihnen Grenzen setzen – eine Erkenntnis, die in konservativen Kreisen seit jeher zum Grundverständnis von Erziehung gehört, in progressiven Milieus jedoch gerne als autoritär diffamiert wird.
Ein Signal, das auch Berlin erreichen sollte
Man mag von Macrons Politik in vielen Bereichen halten, was man will. Doch in dieser Frage zeigt der französische Präsident eine Entschlossenheit, die man sich auch von der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz wünschen würde. Statt sich in endlosen Debatten über Digitalisierungsstrategien zu verlieren, wäre ein klares Bekenntnis zum Schutz der Jüngsten vor den toxischen Auswüchsen der sozialen Medien ein Zeichen echter Verantwortung. Denn was nützt die beste Bildungspolitik, wenn Kinder bereits im Grundschulalter süchtig nach Likes und Followern sind?
Die traditionelle Familie als Schutzraum für Kinder – dieses Ideal wird durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit sozialer Medien systematisch untergraben. Frankreich hat das erkannt. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Impuls nicht an der deutschen Grenze Halt macht. Denn unsere Kinder verdienen mehr als digitale Verwahrlosung im Namen der vermeintlichen Freiheit.
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