
Frieden auf Eis? Selenskyj will einfrieren, Putin will den Donbas!

Bewegung im Ukraine-Krieg, aber kein Durchbruch. Wolodymyr Selenskyj zeigt sich bereit, die Front an der aktuellen Linie einzufrieren. Wladimir Putin stimmt nach einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg neuen Dreiergesprächen mit Kiew und Washington zu. Gleichzeitig spricht er der Ukraine den Donbas ab.
Kiews neuer Realismus: „Im Moment müssen wir einfrieren“
So offen hat sich Selenskyj selten geäußert. Im Interview mit dem US-Sender Fox News wurde er gefragt, ob er einem Abkommen zustimmen würde, das die Gebietsverhältnisse weitgehend so lässt, wie sie sind. Seine Antwort: „Ja, im Moment müssen wir einfrieren.“ Das sei ein realistischer Weg, den Krieg zu beenden.
Eine Kapitulation ist das allerdings nicht. Eine Feuerpause sei für ihn nur der erste Schritt, betonte Selenskyj. Danach brauche die Ukraine verbindliche Sicherheitsgarantien. Er erinnerte an die Millionen Menschen, die durch den russischen Angriffskrieg ihr Zuhause verloren haben oder ins Ausland geflohen sind.
„Natürlich verlieren wir diesen Krieg nicht. Aber wir verlieren Menschen. Wegen der russischen Angriffe verlieren wir Menschen und Zeit. Es ist so schade, denn unsere Kinder haben kein echtes Leben und keine echte Kindheit.“
Auf X schrieb der ukrainische Präsident außerdem, Russland greife sein Land „praktisch jede Stunde“ an.
Moskau winkt ab: Kein Waffenstillstand
Der Kreml lehnt eine Waffenruhe weiterhin ab. Außenminister Sergej Lawrow hatte laut der Agentur Interfax klargestellt: „Es wird keinen Waffenstillstand geben.“ Die russische Begründung ist seit Langem dieselbe: Eine Feuerpause verschaffe Kiew nur Zeit, um seine Truppen neu aufzurüsten.
Trotzdem öffnet Putin nun eine Tür. Medienberichten zufolge war es bereits Witkoffs neuntes persönliches Treffen mit dem Kremlchef. Moskau ließ zum Auftakt einen inhaftierten US-Bürger frei, eine Geste des guten Willens. Danach sagte Putin im Staatsfernsehen: „Wir haben vereinbart, dass wir bereit sind, unsere dreiseitigen Kontakte wieder aufzunehmen.“
Abu Dhabi als nächste Bühne
Sein außenpolitischer Berater Juri Uschakow nannte laut Associated Press einen Zeitpunkt: Die Gespräche könnten nach dem 10. November wieder beginnen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach Berichten zufolge von der ersten Novemberhälfte in Abu Dhabi. Dort sollen Fachleute über eine Sicherheitsordnung für die Zeit nach dem Krieg verhandeln. Schon im Januar und Februar 2026 hatte es drei solche Runden in Abu Dhabi und Genf gegeben. Ergebnis: keine Einigung.
„Historisches Russland“: Putins harte Linie
Wie weit beide Seiten auseinanderliegen, zeigte Putin selbst. Ihm gehe es um eine „endgültige Variante“ und nicht um eine Pause bei den Kämpfen. Damit erteilte er Selenskyjs Vorschlag erneut eine Absage. Zum Donbas sagte er: „Meine Haltung zu dieser Angelegenheit ist erst mal, dass das nicht ihr Gebiet ist, sondern Gebiet des historischen Russlands.“
Damit bleibt die Lage festgefahren. Kiew will erst die Waffen schweigen lassen und dann verhandeln. Moskau will erst die Gebiete und dann Frieden. Beides passt nicht zusammen. Und Donald Trump hatte im Wahlkampf noch versprochen, den Krieg innerhalb von 24 Stunden zu beenden. Seitdem sind fast zwei Jahre vergangen.
Was das für Deutschland bedeutet
Für die deutschen Steuerzahler ist das eine ernüchternde Nachricht. Die Regierung von Kanzler Merz finanziert die Unterstützung der Ukraine mit Milliarden, während der Bundeshaushalt schon jetzt unter Sondervermögen und neuen Schulden ächzt. Solange Washington und Moskau über die Köpfe der Europäer hinweg verhandeln, hat Berlin bei der Frage nach Krieg oder Frieden kaum Gewicht.
Ein schnelles Ende des Krieges ist deshalb nicht in Sicht. Die Unsicherheit bleibt hoch, und gerade in solchen Zeiten haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Generationen als Beimischung zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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