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28.08.2026
05:01 Uhr
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Gamescom sperrt AfD aus – und kassiert 125 Millionen vom Staat

Gamescom sperrt AfD aus – und kassiert 125 Millionen vom Staat
Symbolbild: KI-generiert

In Köln läuft die weltgrößte Computerspielmesse – doch für eine Partei bleibt das Tor zu. Der Branchenverband Game erklärte AfD-Politiker am Donnerstag offiziell für unerwünscht. Zeitgleich feiert die Branche mit Ministern, Kommissaren und dem Bundespräsidenten sich selbst – und ein Rekordbudget aus dem Bundeshaushalt.

„Nicht willkommen“ – die klare Ansage des Verbands

Game-Geschäftsführer Felix Falk ließ keinen Interpretationsspielraum. Wer demokratische Prinzipien und eine offene Gesellschaft bekämpfe, so wie die AfD es tue, sei kein Partner des Verbandes, sagte er in Köln. Vertreter der Partei seien auf der Messe „nicht willkommen“.

Neu ist die Linie nicht: Der Verband hatte bereits zuvor beschlossen, keine Gespräche mit der Partei zu führen und deren Politiker nicht zu eigenen Veranstaltungen einzuladen. Passend dazu widmet sich der Gamescom Congress in diesem Jahr ausgerechnet der Bedeutung von Videospielen für die Demokratie.

„Games sind kein Zuschauersport, und Demokratie ist es auch nicht“ – mit diesen Worten begründete Falk die Themenwahl.

Wer zahlt, darf mitspielen

Andere Parteien hatten es leichter. Zur politischen Eröffnung erschienen Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und EU-Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte als erstes deutsches Staatsoberhaupt die Messe.

Der Grund für die Nähe zur Politik dürfte nicht nur kulturelles Interesse sein. Im Bundeshaushalt 2026 stehen 125 Millionen Euro für die Förderung deutscher Spieleentwickler bereit – eine Summe, die exakt einer früheren Forderung des Branchenverbandes entspricht. Medienberichten zufolge lag das Budget im Jahr 2025 noch bei 88 Millionen Euro.

Ein Verband, der die Interessen einer subventionierten Branche gegenüber der Politik vertritt, sortiert also aus, welche Politiker mitdiskutieren dürfen. Beobachter sehen darin ein Geschmäckle: Ausgeschlossen wird ausgerechnet jene Oppositionspartei, die in Umfragen im Osten Spitzenwerte erreicht – begrüßt werden die Parteien, die über die Fördertöpfe entscheiden.

Steinmeier will „klarere Regeln“ – nur wer entscheidet?

Der Bundespräsident nannte digitale Spiele in seiner Eröffnungsrede „kulturrelevant“ und damit bedeutsam für die Demokratie. Spiele könnten Wissen vermitteln, fremde Lebenswelten öffnen und zum Nachdenken über Fairness anregen. Sie seien längst „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“.

Zugleich warnte Steinmeier vor Spielsucht, Hass, Mobbing und Manipulation im Netz. Er forderte „klarere Regeln“ gegen Gewaltverherrlichung sowie gegen die Verbreitung extremistischer und demokratiefeindlicher Inhalte. Der Staat müsse angesichts der Bedrohungen für die Demokratie stärker eingreifen.

Offen ließ er die entscheidende Frage: Wer definiert eigentlich, was „demokratiefeindlich“ ist? Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der wunde Punkt. Wo staatliche Stellen und staatlich alimentierte Verbände die Grenzen des Sagbaren ziehen, verschiebt sich schnell die Grenze zwischen Extremismusabwehr und Meinungslenkung.

Rekordmesse, dünne Debattenkultur

Die Gamescom ist ein Aushängeschild des Standorts: Berichten zufolge stellen in diesem Jahr über 1.600 Aussteller aus, mehr als 350.000 Besucher werden erwartet. Ein Wirtschaftserfolg, der ohne Steuergeld auskommen könnte – und der die Frage aufwirft, warum eine boomende Branche dreistellige Millionensummen aus dem Haushalt benötigt.

Für viele Bürger dürfte die Botschaft aus Köln unangenehm klingen: Debattiert wird über Demokratie – aber nur mit den Richtigen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.

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