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29.10.2026
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Gas-Alarm vor dem Winter: Europas Preis knackt die 100-Euro-Marke!

Gas-Alarm vor dem Winter: Europas Preis knackt die 100-Euro-Marke!
Symbolbild: KI-generiert

Zum ersten Mal seit Dezember 2022 kostet Erdgas in Europa wieder mehr als 100 Euro je Megawattstunde. Der Terminkontrakt TTF, maßgeblich für den gesamten Kontinent, legte zeitweise um 4,1 Prozent zu. Die Speicher sind deutlich leerer als üblich, der Winter steht vor der Tür, und die Lieferwege über die Straße von Hormus sind weiter gestört.

Ist das nur ein kurzer Ausschlag oder der Anfang einer neuen Energiekrise? Einiges spricht für die zweite Möglichkeit.

Leere Lager, kalte Prognosen

Die europäischen Gasspeicher sind derzeit nur zu etwa 75 Prozent gefüllt. Im Zehnjahresmittel lag der Füllstand um diese Jahreszeit bei rund 90 Prozent. Nach Daten des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe sind die Vorräte in der EU vergangene Woche erstmals in diesem Jahr gesunken. Europa entnimmt also schon Gas, bevor der Winter richtig angefangen hat.

In Deutschland sieht es noch schlechter aus: Medienberichten zufolge sind die heimischen Speicher nur gut zu 61 Prozent gefüllt. Für Anfang kommenden Monats sagen Meteorologen für Teile Kontinentaleuropas eine Kältewelle voraus. Folgen mehrere Frostphasen kurz hintereinander, bleibt kaum Spielraum.

Der Iran-Krieg trifft Europas Gasversorgung

Auslöser der Krise ist der Krieg mit dem Iran. Laut Branchenanalysen fehlte durch die faktische Blockade der Straße von Hormus zeitweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Flüssiggases (LNG), vor allem aus Katar. Seit Beginn des Konflikts hat sich der europäische Gaspreis mehr als verdreifacht. Weil Asien im Sommer stark nachfragte, gingen viele Tankerladungen nach Osten statt nach Europa. Das Auffüllen der Speicher kam deshalb nur langsam voran.

Darin liegt eine bittere Pointe. Nach dem Schock von 2022 wollte Europa unabhängig von Russland werden und hat stattdessen auf Flüssiggas vom Weltmarkt gesetzt. Damit hängt der Kontinent jetzt an geopolitischen Engpässen, auf die er keinen Einfluss hat.

Gas ist in Europa fast zwölfmal so teuer wie in den USA

In den USA ist die Lage entspannt. Dort ist reichlich Gas vorhanden, und ein milder, vom Wetterphänomen El Niño geprägter Herbst bremst die Nachfrage. Umgerechnet kostet Gas in Europa rund 32,6 Dollar je Million British Thermal Units, in den USA nur etwa 2,8 Dollar. Europäisches Gas ist damit etwa 11,8-mal so teuer wie amerikanisches.

Für energieintensive deutsche Unternehmen in der Chemie-, Stahl- oder Glasindustrie ist dieser Unterschied ein schwerer Wettbewerbsnachteil. Wer seine Produktion verlagern will, hat damit ein weiteres Argument.

Experten warnen vor weiteren Preissprüngen

Tom Marzec-Manser, Gas- und LNG-Experte beim Analysehaus Wood Mackenzie, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg:

"€100 is no doubt a psychological mark and could provide some resistance to further gains."

Die 100-Euro-Marke könne die Preise also zunächst bremsen. Er warnte aber auch, die Lage im Nahen Osten verändere sich derzeit stark, zumal die US-Zwischenwahlen bevorstünden. Schon wenig reiche aus, um die Preise weiter nach oben zu treiben. Goldman-Sachs-Energieexperte Daan Struyven hatte zuvor ein Szenario mit 150 Euro je Megawattstunde zum Jahresende beschrieben. Dazu käme es, wenn die LNG-Exporte aus dem Persischen Golf nicht über 25 Prozent des Normalniveaus steigen und der Winter deutlich kälter ausfällt als im Schnitt.

Was das für Deutschland bedeutet

Viele Haushalte merken den Preissprung wegen laufender Verträge noch nicht sofort. Spätestens bei der nächsten Preisanpassung kommen die Kosten aber bei ihnen an. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Krise, wie riskant Deutschlands Energiepolitik geworden ist: Kernkraftwerke wurden abgeschaltet, eigene Förderung kam nie ernsthaft in Frage, und am Ende hängt alles von Tankern aus fernen Krisenregionen ab.

Steigende Energiepreise heizen die Inflation an und mindern Ersparnisse auf Konten. Wer sein Vermögen davor schützen will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle haben sich in Krisen immer wieder als Wertspeicher bewährt.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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