
Gas-Schock zum Winterstart: Heizen kostet bis zu 500 Euro mehr!

Pünktlich zum Start der Heizsaison steckt Europa wieder in der Energiekrise. Der europäische Gaspreis hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht. In Österreich warnt die Regulierungsbehörde E-Control vor Mehrkosten von 300 bis 500 Euro pro Jahr für ein gasbeheiztes Haus. Und auch die deutschen Speicher sind schwächer gefüllt, als es das Gesetz vorsieht.
Von 32 auf über 100 Euro: Der Iran-Krieg treibt die Preise
Der Referenzpreis TTF am niederländischen Handelsplatz stieg vergangene Woche über 100 Euro je Megawattstunde. Das gab es zuletzt 2022. Vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar lag der Preis noch bei rund 32 Euro.
Am härtesten trifft es Verbraucher, die jetzt einen neuen Gasvertrag brauchen. Johannes Mayer, Chefökonom der E-Control, nannte die Zahlen in der ORF-Sendung „ZiB 2“. Eine spürbare Entlastung erwarte er frühestens im ersten Quartal 2027, also erst, wenn der Winter vorbei ist. Beim Strom soll es für Haushalte trotz schwacher Wasserkraft vorerst keine Preiserhöhungen geben.
Am Montag gaben Öl und Gas leicht nach. Grund war ein Bericht des US-Portals „Axios“: Donald Trump wolle der Diplomatie mehr Zeit geben, bevor er neue Angriffe anordne. Kurz davor hatte der US-Präsident noch angedeutet, die Angriffe nach den Kongresswahlen wieder aufnehmen zu können. Wie wenig es braucht, um die Märkte zu bewegen, zeigt dieses Hin und Her deutlich.
Speicher schwächer gefüllt als im Vorjahr
Die Füllstände sind schlechter als vor einem Jahr. Österreichs Gasspeicher sind derzeit nur zu 66 Prozent gefüllt, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt fast 84 Prozent. Der von der OMV genutzte Speicher liegt sogar nur bei 55 Prozent. Viele Händler haben wegen der hohen Preise weniger eingelagert und auf ein schnelles Ende des Konflikts gesetzt.
Die E-Control sieht die Versorgung trotzdem auch in einem kalten Winter als gesichert an. Die österreichischen Speicher könnten ungefähr einen Jahresverbrauch aufnehmen.
Deutschland verfehlt das Speicherziel
In Deutschland sieht es nicht besser aus. Der Füllstand liegt bei 61,6 Prozent, das gesetzliche Ziel zum 1. November beträgt rund 70 Prozent. Die Bundesnetzagentur bezeichnete die Versorgung dennoch als stabil. Viele Bürger werden sich trotzdem an die Krise von 2022 erinnern, als der Gaspreis zeitweise auf über 300 Euro je Megawattstunde stieg und Haushalte wie Betriebe stark belastete.
Die Konzerne verdienen kräftig
Für die Energieriesen läuft es gut. Eine Auswertung der „New York Times“ ergab, dass mehr als 50 große US-Öl- und Gasfirmen zwischen April und September über 130 Milliarden Dollar verdienten. Das ist fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Auch Shell und TotalEnergies steigerten ihre bereinigten Gewinne im dritten Quartal deutlich.
Die frühere grüne Energieministerin Leonore Gewessler sieht darin eine Warnung vor der Abhängigkeit von Gas. Unter dem Motto „Heimatstrom statt Putingas“ fordert sie einen schnelleren Ausbau von Wind- und Solarstrom und wirft der Regierung vor, hier zu bremsen. Kritiker halten dagegen, dass Wind und Sonne bei Flaute und Dunkelheit keine verlässliche Wärme liefern.
Weniger Gaskunden, aber gleich teures Netz
ÖVP-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner beschreibt ein weiteres Problem. Österreich verbrauche immer weniger Gas, außerdem gingen Transiteinnahmen zurück. Das Netz schrumpfe aber nicht mit. Seine Kosten würden auf immer weniger Kunden verteilt, wodurch die Netzentgelte weiter steigen könnten.
Zehetner kündigt deshalb eine Gesetzesreform an. Leitungen, die nicht mehr gebraucht werden, sollen geordnet stillgelegt werden. Wo es sinnvoll ist, sollen Teile des Netzes künftig für Wasserstoff genutzt werden. Bis dahin müssen Haushalte selbst sparen: Ein Grad weniger Raumtemperatur spart laut E-Control bis zu sechs Prozent Energie. Wer einen neuen Vertrag braucht, sollte Angebote vergleichen und bestehende Preisbindungen prüfen.
Die Lage zeigt, wie stark geopolitische Krisen und hohe Energiekosten an den Ersparnissen der Bürger zehren. Wer sein Vermögen gegen solche Schwankungen absichern möchte, kann physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.
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