
Gebührenfinanzierte Frauenverachtung: Wie der Bayerische Rundfunk Verschleierung zum Modetrend verklärt

Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob die öffentlich-rechtlichen Sender überhaupt noch wissen, in welchem Land sie eigentlich senden – und für wen. Der Bayerische Rundfunk hat sich nun erneut selbst übertroffen: In einem aktuellen Beitrag wird die Verhüllung von Frauen nicht etwa kritisch hinterfragt, sondern als hipper „Gegentrend“ zur sommerlichen Leichtigkeit angepriesen. „Modest Fashion“ nennt sich das Ganze – ein wohlklingendes Etikett für ein Frauenbild, das uns geistig um Jahrhunderte zurückwirft.
Wenn die Frau zur Handyhülle degradiert wird
Der eigentliche Skandal verbirgt sich in einer Aussage, die der Sender vollkommen unkommentiert stehen lässt. Der Ehemann der Ladenbesitzerin erklärt dem ahnungslosen Zuschauer allen Ernstes, eine Frau müsse geschützt werden – „wie ein Handy, das mit einer Hülle geschützt wird“. Man lasse sich diesen Vergleich auf der Zunge zergehen: Die Frau, reduziert auf ein Objekt, das man vor den Blicken anderer Männer in eine Hülle steckt. Sie solle „kein Objekt für andere Männer sein“, heißt es weiter – als wäre die Verschleierung der Beweis ihrer Würde und nicht ihrer Entrechtung.
„Eine Frau ist auch sehr wichtig, mit allen Körperteilen, und deswegen sollte eine Frau auch geschützt werden.“
Dass ausgerechnet ein gebührenfinanzierter Sender diese Worte unwidersprochen über den Äther schickt, ist mehr als nur eine journalistische Entgleisung. Es ist ein Offenbarungseid.
Beschönigung statt Einordnung
Der Sprecher des Beitrags beginnt mit einer geradezu poetischen Umschreibung: Mit steigenden Temperaturen werde die Kleidung knapper, man zeige Haut und ziehe Blicke auf sich. Und dagegen, so die Botschaft, helfe die verhüllende Mode. Hier wird subtil ein Weltbild transportiert, in dem die unverhüllte Frau das eigentliche Problem darstellt – nicht etwa derjenige, der sie unzüchtig anstarrt.
Die Frage drängt sich auf: Wo bleibt die journalistische Einordnung? Wo der kritische Kontext? Wo die Stimme jener Frauen, die in islamisch geprägten Ländern unter Lebensgefahr für ihr Recht kämpfen, das Kopftuch abzulegen? Stattdessen serviert der BR einen reinen Werbefilm, garniert mit dem ökonomischen Hinweis, dass dieser Markt inzwischen mehrere Milliarden Euro umfasse.
Die Selbstaufgabe des Westens
Besonders bezeichnend ist der Auftritt einer einheimischen Kundin, die sich erfreut zeigt, nun auch für sich passende Mode zu finden – aber bloß nicht in den Verdacht der „kulturellen Aneignung“ geraten möchte. Hier offenbart sich das ganze Dilemma einer verunsicherten Gesellschaft, die ihre eigenen Werte längst über Bord geworfen hat und sich für jede Selbstverständlichkeit entschuldigt.
Während echte Frauenrechtlerinnen jahrzehntelang für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung gekämpft haben, verkauft uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Rolle rückwärts als trendigen Lifestyle. Wer hätte gedacht, dass die größten Verfechter der angeblichen Emanzipation eines Tages die Verschleierung feiern würden?
Wofür zahlen wir eigentlich Rundfunkbeitrag?
Monat für Monat überweisen Millionen Bürger ihren Beitrag an die öffentlich-rechtlichen Anstalten – ob sie wollen oder nicht. Im Gegenzug erwarten sie einen ausgewogenen, kritischen und der Aufklärung verpflichteten Journalismus. Was sie stattdessen bekommen, ist eine unkritische Hofberichterstattung für ein Gesellschaftsbild, das mit den Grundwerten unseres Landes – Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frau – schlichtweg unvereinbar ist.
Es ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines wachsenden Teils der deutschen Bevölkerung: Ein solcher Umgang mit den Beiträgen der Bürger ist nicht länger hinnehmbar. Wer Verschleierung als modisches Statement verkauft, der hat den Auftrag zur freiheitlichen Aufklärung gründlich missverstanden. Es braucht endlich wieder Verantwortliche, die den gesunden Menschenverstand und unsere kulturellen Errungenschaften verteidigen – statt sie auf dem Altar einer falsch verstandenen Toleranz zu opfern.
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