
Geheime Rationierungspläne: Wie die Bundesnetzagentur den Blackout verwalten will, statt ihn zu verhindern

Seit 2024 bastelt die Bundesnetzagentur im Stillen an einer digitalen Kommandozentrale, mit der im Krisenfall zentral entschieden werden soll, welche Fabrik noch produzieren darf und welche das Licht ausmacht. Der Name klingt harmlos: „Sicherheitsplattform Strom“. Was dahintersteckt, ist nichts weniger als die technische Infrastruktur für Stromrationierung in einem Industrieland, das sich einst als Werkstatt der Welt verstand.
Geheimhaltung, damit niemand „verunsichert“ wird
Besonders bemerkenswert ist die Begründung, mit der die Verantwortlichen ihre Pläne bislang unter Verschluss hielten: Man habe „Verunsicherungen“ vermeiden wollen, hieß es demnach in einer vertraulichen Runde mit Netzbetreibern. Übersetzt heißt das: Der Bürger soll bitte nicht erfahren, dass die Behörden bereits mit Strommangellagen rechnen, die nicht Stunden, sondern mehrere Tage bis Wochen andauern könnten.
Wenn eine Behörde ihre Notfallplanung vor der Öffentlichkeit versteckt, weil die Wahrheit unangenehm ist, dann ist nicht die Wahrheit das Problem – sondern die Politik, die sie herbeigeführt hat.
Dass sich eine Regulierungsbehörde auf Krisen vorbereitet, ist an sich vernünftig. Skandalös ist, dass sie es überhaupt tun muss. In 140 Jahren deutscher Elektrizitätsgeschichte war es nie erforderlich, sämtliche Großverbraucher des Landes in einer zentralen Datenbank zu erfassen, um sie im Bedarfsfall zum Herunterfahren zu zwingen. Man baute Kraftwerke nach dem Bedarf – nicht den Bedarf nach dem Wetter.
Vom Versorgungsauftrag zur Verzichtsverwaltung
Der Paradigmenwechsel ist total. Früher richtete sich das Angebot am Bedarf aus. Heute wird der Bedarf am schwankenden Angebot ausgerichtet. Man sprengt Kühltürme und hofft, dass die Industrie sich schon irgendwie anpasst. Wer das für Fortschritt hält, verwechselt Mangelverwaltung mit Modernität.
Der Aufbau dieser Rationierungsstruktur begann 2024 – also ein Jahr, nachdem der damalige Wirtschaftsminister Robert Habeck mitten in einer akuten Energiekrise die letzten deutschen Kernkraftwerke abschalten ließ. Anlagen, die zu den technisch besten und sichersten der Welt zählten. Geführt wurde und wird die Bundesnetzagentur von Klaus Müller, einem Parteifreund Habecks. Man könnte das Ironie nennen. Man könnte es auch schlicht Systematik nennen.
Die Lebenslüge einer ganzen politischen Klasse
Der Atomausstieg, den Rot-Grün zur Jahrtausendwende durchsetzte und den ab 2011 praktisch alle Regierungsparteien mittrugen, ruhte immer auf einem stillen Versprechen: billiges, verlässlich strömendes russisches Erdgas als Rückgrat. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine brach dieses Fundament weg. Dass Wind und Sonne allein niemals ausreichen würden, um eine exportstarke Industrie zu versorgen, war jedem klar, der nüchtern rechnete statt zu glauben.
Doch Nüchternheit war in diesem Land lange verdächtig. Zweifel galten als Ketzerei, Kritik als Fortschrittsfeindlichkeit. Übrig blieb eine ökoromantische Sehnsucht nach dem Leben im Rhythmus der Natur, in der Beschränkung und Verzicht als moralische Tugenden gefeiert werden. Nur: Ein Walzwerk lässt sich nicht im Rhythmus der Natur betreiben. Eine Chemieanlage auch nicht.
Spanien als Vorschau
Wer wissen will, wie das in der Praxis aussieht, muss nur nach Süden blicken. In Spanien mussten Unternehmen ihren Verbrauch drosseln, weil Wind- und Solaranlagen an einem Abend zu wenig lieferten. Und ausgerechnet ein Kohlekraftwerk musste wieder hochgefahren werden, um das Netz zu stabilisieren. Die grüne Zukunft rettet sich mit fossiler Vergangenheit – ein Bild, das jede Sonntagsrede entlarvt.
Was jetzt zu tun wäre
Ein sofortiger Rückbaustopp für alle stillgelegten Kraftwerke wäre ein erster, überfälliger Schritt. Denn was einmal gesprengt ist, kommt nicht zurück. Auch die neue Bundesregierung aus Union und SPD hat hier bislang mehr Ankündigungen als Substanz geliefert – während gleichzeitig die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert wurde und Hunderte Milliarden an neuen Schulden aufgenommen werden. Wer Wohlstand sichern will, braucht Strom, der immer da ist. Nicht eine Behörde, die verwaltet, wann er fehlt.
Wenn ein Staat seine Industrie per Datenbank abschalten kann und Energie zum Luxusgut wird, stellt sich für viele Bürger unweigerlich die Frage nach der Absicherung des eigenen Vermögens. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfeste Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios bewährt – unabhängig von Stromnetzen, Regierungsplänen und ideologischen Experimenten.
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