
Goldpreis durchbricht 5.000-Dollar-Marke: Edelmetalle trotzen dem Chaos an den Märkten

Während die Finanzmärkte weltweit von Unsicherheit und Volatilität geprägt sind, beweisen die Edelmetalle einmal mehr ihre Rolle als sicherer Hafen. Der Goldpreis hat erneut die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US-Dollar je Unze überschritten und signalisiert damit, dass der seit Jahren andauernde Bullenmarkt keineswegs am Ende ist. Silber zieht mit beeindruckenden Kursgewinnen nach und unterstreicht die anhaltende Flucht der Anleger in Sachwerte.
Dip-Käufer nutzen die Korrektur
Nach einer turbulenten Woche, die selbst erfahrene Marktteilnehmer ins Schwitzen brachte, haben entschlossene Investoren die Schwächephase für Wiedereinstiege genutzt. Der Spotpreis für Gold legte im frühen Handel zeitweise um bis zu 1,7 Prozent auf 5.047 Dollar zu. Silber verzeichnete sogar Kursgewinne von mehr als vier Prozent und kletterte über die Marke von 81 US-Dollar.
US-Finanzminister Scott Bessent machte chinesische Händler für die extremen Schwankungen der vergangenen Tage verantwortlich. In einem Interview mit Fox News sprach er von einem „klassischen spekulativen Einbruch" und verwies auf verschärfte Margenanforderungen in China. Doch diese Erklärung greift zu kurz, denn die fundamentalen Treiber des Goldpreises bleiben intakt.
Geopolitische Spannungen und der Vertrauensverlust in Papierwährungen
Was wir derzeit an den Edelmetallmärkten beobachten, ist weit mehr als bloße Spekulation. Es ist der sichtbare Ausdruck eines tiefgreifenden Vertrauensverlustes in das bestehende Währungssystem. Der sogenannte Debasement-Trade – also die Flucht aus Staatsanleihen und Fiat-Währungen in Sachwerte – hat sich zu einem dominierenden Marktthema entwickelt.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt Gold durch den deutlichen Wahlsieg der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi. Ihr Erfolg verstärkte die Erwartungen an eine lockerere Fiskalpolitik in Japan und an anhaltenden Druck auf den Yen. Ein schwächerer Yen gilt traditionell als unterstützend für den Goldpreis, da Anleger verstärkt nach stabilen Alternativen zur Wertaufbewahrung suchen.
Chinas Zentralbank kauft weiter Gold
Besonders bemerkenswert ist das Verhalten der chinesischen Zentralbank. Bereits den 15. Monat in Folge hat sie ihre Goldkäufe ausgeweitet – ein unmissverständliches Signal, dass auch die offiziellen Stellen in Peking dem Dollar-basierten Finanzsystem zunehmend misstrauen. Diese anhaltend starke institutionelle Nachfrage bildet ein solides Fundament für weitere Preissteigerungen.
Die Fed im Kreuzfeuer der Kritik
Während die Anleger gespannt auf die anstehenden US-Konjunkturdaten blicken, sorgt eine Personaldebatte für zusätzliche Verunsicherung. Kevin Warsh, der von Präsident Donald Trump als nächster Fed-Vorsitzender nominiert wurde, hat sich öffentlich für ein neues Abkommen zwischen der US-Notenbank und dem Finanzministerium ausgesprochen. Diese Aussagen haben alte Sorgen über die Unabhängigkeit der Federal Reserve neu entfacht.
Für Mittwoch wird der Arbeitsmarktbericht für Januar erwartet, der Anzeichen einer Stabilisierung des US-Arbeitsmarkts zeigen dürfte. Am Freitag folgen neue Inflationsdaten, die für die Zinserwartungen von zentraler Bedeutung sind. Doch unabhängig davon, wie diese Zahlen ausfallen – die strukturellen Probleme des Finanzsystems werden dadurch nicht gelöst.
Große Banken bleiben optimistisch
Trotz der heftigen Turbulenzen der vergangenen Woche rechnen namhafte Institute wie die Deutsche Bank und Goldman Sachs weiterhin mit einer Erholung des Goldpreises. Die langfristigen Nachfragefaktoren – von der Zentralbanknachfrage über geopolitische Risiken bis hin zur schleichenden Geldentwertung – sprechen eine deutliche Sprache.
Noch Ende des vergangenen Monats waren Edelmetalle von ihren Rekordständen deutlich zurückgefallen. Nach einer historisch starken Rally wirkte der Markt überhitzt und korrigierte entsprechend scharf. Zum Handelsschluss am Freitag lag Gold rund 11 Prozent unter seinem Allzeithoch vom 29. Januar, notierte jedoch weiterhin etwa 15 Prozent im Plus seit Jahresbeginn.
Physische Edelmetalle als Vermögensschutz
Die aktuelle Marktlage verdeutlicht einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio sinnvoll sein können. Während Papierwährungen durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken kontinuierlich an Kaufkraft verlieren, haben Gold und Silber über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt. In Zeiten, in denen selbst die Unabhängigkeit der mächtigsten Notenbank der Welt infrage gestellt wird, gewinnt diese Eigenschaft zusätzlich an Bedeutung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, sich ausreichend zu informieren und seine Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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