
Goldpreis unter Beschuss: Eskalation am Persischen Golf drückt Edelmetalle in die Knie

Was für ein Paradoxon. Da tobt ein Krieg im Nahen Osten, die geopolitischen Spannungen zwischen Washington und Teheran erreichen einen neuen Siedepunkt – und ausgerechnet Gold, der klassische Krisenhafen schlechthin, gerät massiv unter Druck. Der Goldpreis fiel am Montag zeitweise um rund vier Prozent auf etwa 4.303 US-Dollar je Unze und drohte damit, sämtliche Gewinne des laufenden Jahres auszuradieren. Acht Handelstage in Folge ging es bergab – der stärkste Wochenverlust seit über vier Jahrzehnten.
Warum fällt Gold trotz Krieg?
Die Antwort liegt in einem Mechanismus, den viele Anleger unterschätzen: Die durch den Konflikt explodierten Ölpreise haben die Inflationserwartungen derart angeheizt, dass Zinssenkungen durch die US-Notenbank und andere Zentralbanken in weite Ferne gerückt sind. Höhere Zinsen aber machen verzinste Anlagen attraktiver – und unverzinste Werte wie Gold verlieren kurzfristig an Glanz. Es ist ein perfider Kreislauf, der das gelbe Edelmetall in die Zange nimmt.
Hinzu kommen Zwangsverkäufe institutioneller Investoren, die seit Kriegsbeginn am 28. Februar Verluste in anderen Teilen ihrer Portfolios – etwa bei Aktien – ausgleichen mussten und dafür ihre Goldbestände liquidierten. Ein klassischer Margin-Call-Effekt, der in Krisenzeiten regelmäßig zu beobachten ist und der den eigentlichen Wert des Edelmetalls in keiner Weise widerspiegelt.
Trumps Ultimatum an Teheran verschärft die Lage
Die geopolitische Kulisse könnte kaum dramatischer sein. US-Präsident Donald Trump stellte dem Iran am Wochenende ein 48-Stunden-Ultimatum: Entweder Teheran öffne die Straße von Hormus wieder für den internationalen Schiffsverkehr, oder es drohten Angriffe auf iranische Kraftwerke. Die Reaktion aus dem Iran ließ nicht lange auf sich warten – die Islamische Republik kündigte an, die strategisch bedeutsame Wasserstraße vollständig zu blockieren und im Falle eines Angriffs Energie-, IT- und Entsalzungsinfrastruktur ins Visier zu nehmen.
Man muss kein Geostratege sein, um zu erkennen, welches Pulverfass hier gezündet werden könnte. Durch die Straße von Hormus fließt ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung. Eine vollständige Blockade hätte nicht nur für die Energiemärkte, sondern für die gesamte Weltwirtschaft verheerende Konsequenzen. Dass ausgerechnet in einem solchen Szenario der Goldpreis nachgibt, dürfte sich als historische Anomalie erweisen.
Technische Signale deuten auf Erholung hin
Tatsächlich sehen einige Marktbeobachter bereits Licht am Ende des Tunnels. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) ist unter die Marke von 30 gefallen – ein klassisches Signal für eine überverkaufte Situation. Gleichzeitig haben Hedgefonds und andere große Spekulanten ihre Netto-Long-Positionen auf den höchsten Stand seit sieben Wochen ausgebaut. Die smarten Investoren positionieren sich also bereits für eine Gegenbewegung. Kyle Rodda von Capital.com sieht den Goldpreis kurzfristig technisch bereit für eine Erholung – entscheidend sei jedoch, ob die USA ihre Drohungen tatsächlich in die Tat umsetzten.
Silber und Platin ebenfalls unter Druck
Nicht nur Gold litt unter dem Abverkauf. Silber verlor mit einem Minus von 6,4 Prozent auf 63,68 US-Dollar sogar noch deutlicher. Auch Platin und Palladium gaben nach. Der parallel steigende Bloomberg Dollar Spot Index – der US-Dollar legte um 0,1 Prozent zu – übte zusätzlichen Druck auf die Edelmetallpreise aus, da ein stärkerer Dollar Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.
Historische Perspektive: Kurzfristige Rücksetzer als Kaufgelegenheit
Wer die Geschichte der Edelmetallmärkte kennt, weiß: Solche Rücksetzer in Zeiten maximaler geopolitischer Unsicherheit haben sich in der Vergangenheit regelmäßig als hervorragende Einstiegsgelegenheiten erwiesen. Ob Golfkrieg 1990, Finanzkrise 2008 oder die Corona-Verwerfungen 2020 – stets gab es zunächst einen panikbedingten Ausverkauf, bevor Gold seine Rolle als ultimativer Wertspeicher eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die fundamentalen Treiber für einen langfristig steigenden Goldpreis – ausufernde Staatsverschuldung, Inflationsrisiken, geopolitische Instabilität – sind nicht nur intakt, sie verstärken sich gerade in atemberaubendem Tempo.
Gerade in Deutschland, wo die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und damit die Schuldenlast für kommende Generationen weiter in die Höhe treibt, sollten sich Bürger die Frage stellen, wie sie ihr Vermögen langfristig schützen können. Physische Edelmetalle bleiben in einem solchen Umfeld eine der wenigen Anlageklassen, die keinem Gegenparteirisiko unterliegen und seit Jahrtausenden ihren Wert bewahrt haben. Wer die aktuelle Schwächephase als Gelegenheit begreift, sein Portfolio mit physischem Gold und Silber zu ergänzen, könnte langfristig zu den Gewinnern gehören.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen unabhängigen Finanzberater.

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