
Großhandelspreise in den USA explodieren – Fed in der Zwickmühle

Die Hoffnungen auf eine baldige Entspannung an der Inflationsfront haben am Freitag einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Die neuesten Daten des Bureau of Labor Statistics zeichnen ein Bild, das so gar nicht zu den triumphalen Erklärungen aus dem Weißen Haus passen will: Die Großhandelspreise in den Vereinigten Staaten sind im Januar 2026 deutlich stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet – und das gleich auf breiter Front.
Kernrate schießt weit über die Prognosen hinaus
Der sogenannte Kern-Erzeugerpreisindex (Core PPI), der die notorisch schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, legte saisonbereinigt um satte 0,8 Prozent zu. Das ist nicht nur mehr als der ohnehin schon beunruhigende Anstieg von 0,6 Prozent im Dezember – es übertrifft die Konsensschätzung der Analysten von 0,3 Prozent um mehr als das Doppelte. Ein Wert, der aufhorchen lässt.
Auch der Gesamtindex enttäuschte die Optimisten gründlich: Der Headline-PPI stieg um 0,5 Prozent, während Volkswirte lediglich mit 0,3 Prozent gerechnet hatten. Im Jahresvergleich beschleunigte sich die Kernrate auf 3,6 Prozent, der Gesamtindex wies einen Zuwachs von 2,9 Prozent aus. Beide Werte liegen damit meilenweit über dem Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve – ein Umstand, der die amerikanische Notenbank in eine zunehmend unbequeme Lage manövriert.
Dienstleistungssektor als Preistreiber Nummer eins
Besonders der Dienstleistungssektor erwies sich als hartnäckiger Inflationsmotor. Die Preise in diesem Bereich kletterten um 0,8 Prozent – der stärkste monatliche Anstieg seit Juli 2025. Mehr als ein Fünftel des Preisauftriebs bei Dienstleistungen entfiel dabei auf die Margen im professionellen und gewerblichen Großhandel für Ausrüstungsgüter. Die Handelsdienstleistungen verteuerten sich sogar um beachtliche 2,5 Prozent.
Auf der Warenseite zeigte sich ein differenzierteres Bild. Während die Güterpreise insgesamt um 0,3 Prozent nachgaben – getrieben durch rückläufige Energie- und Lebensmittelpreise –, stiegen die Kernpreise für Waren dennoch um 0,7 Prozent. Besonders auffällig: Metallpreise legten um 4,8 Prozent zu, ein Signal, das Edelmetall-Investoren nicht überraschen dürfte. In Zeiten galoppierender Inflation erweisen sich physische Metalle einmal mehr als verlässlicher Wertspeicher.
Trumps Zollpolitik hinterlässt erste Spuren
Wer hätte das gedacht? Die aggressive Zollpolitik von Präsident Donald Trump beginnt sich offenbar in den harten Daten niederzuschlagen. In den PPI-Zahlen fanden sich bereits erste Hinweise auf preistreibende Effekte der Importzölle – insbesondere bei Bekleidung und industriellen Vorprodukten zogen die Indizes spürbar an. Ökonomen hatten genau vor diesem Szenario gewarnt, während Vertreter der Fed die Auswirkungen bislang als „vorübergehend" einschätzten. Man kennt diese Beschwichtigungsformel noch aus der Post-Corona-Ära – damals erwies sie sich als fataler Irrtum.
Pikant dabei: Trump selbst hatte wiederholt verkündet, die Inflation sei unter Kontrolle. Die Realität der Zahlen spricht eine andere Sprache. Gleichzeitig drängen der Präsident und sein Stab die Fed vehement zu Zinssenkungen – ein Ansinnen, das angesichts der jüngsten Daten geradezu absurd anmutet. Die Märkte rechnen derzeit nicht vor dem Sommer mit einem Zinsschritt, und nach diesen Zahlen dürfte sich diese Erwartung eher noch weiter nach hinten verschieben.
Juristische Niederlage ändert wenig an Trumps Kurs
Bemerkenswert ist auch die jüngste Entwicklung auf juristischer Ebene: Der Supreme Court kippte Trumps Versuch, die Zölle über Notstandsbefugnisse durchzusetzen. Doch der Präsident zeigt sich davon unbeeindruckt und beruft sich auf andere rechtliche Grundlagen, um seine Handelspolitik fortzuführen. Die Zölle – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren – bleiben damit ein gewaltiger Unsicherheitsfaktor für die globale Wirtschaft.
Die US-Aktienfutures reagierten prompt und weiteten ihre Verluste nach Veröffentlichung der Daten aus. Einmal mehr zeigt sich: Wer sein Vermögen ausschließlich in Papieranlagen wie Aktien oder ETFs geparkt hat, ist den Launen der Geldpolitik und den Verwerfungen durch politische Entscheidungen schutzlos ausgeliefert. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Inflationsschutz bewährt – und die aktuellen Daten unterstreichen eindrucksvoll, warum eine Beimischung von Edelmetallen in ein breit diversifiziertes Portfolio gerade in Zeiten wie diesen keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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