
Grüner Griff nach der Bundesbank: Habecks Ex-Staatssekretär soll in den Vorstand der Währungshüter

Es ist ein Vorgang, der hellhörig machen sollte. Ausgerechnet jener Mann, der unter Robert Habeck als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium diente, soll nun einen der prestigeträchtigsten und sensibelsten Posten der Republik übernehmen: einen Sitz im Vorstand der Deutschen Bundesbank. Philipp Nimmermann, promovierter Volkswirt und treuer Weggefährte der grünen Energiewende-Architekten, wäre damit der erste Grüne überhaupt, der in dieses Gremium einzieht. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Insider.
Der lange Marsch durch die Institutionen
Man reibt sich verwundert die Augen. Nimmermann war Nachfolger jenes Patrick Graichen, dessen Name untrennbar mit der berüchtigten „Trauzeugen-Affäre“ verbunden ist – einem Lehrstück grüner Vetternwirtschaft. Als Katherina Reiche das Wirtschaftsministerium übernahm, wurde Nimmermann aus politischen Gründen entlassen. Doch Politiker dieser Couleur fallen bekanntlich selten tief. Statt eines beruflichen Tiefschlags winkt nun ein Spitzenposten bei jener Institution, die einst als Bollwerk solider Geldpolitik galt.
Pikant ist die Begründung, mit der Personen aus dem Umfeld die Personalie loben: Es sei „hilfreich“, dass Nimmermann „politisch versiert“ sei. Übersetzt man diese diplomatische Formel in Klartext, dann bedeutet sie schlicht: linientreu, anschlussfähig, im richtigen Netzwerk verankert. Seit wann, so muss man fragen, ist „politisches Gespür“ die entscheidende Qualifikation für die Hüter unserer Währungsstabilität? Eine Notenbank lebt von Unabhängigkeit, nicht von Parteibüchern.
Wer schlägt eigentlich vor?
Das informelle Vorschlagsrecht für diesen Posten liegt bei der grün-schwarzen Landesregierung Baden-Württembergs unter Ministerpräsident Cem Özdemir. Die Ländervertreter bestimmen die eine Hälfte des Bundesbank-Vorstands, die andere stellt die Bundesregierung. Formal ernannt wird Nimmermann durch den Bundespräsidenten, nachdem der Bundesrat zugestimmt hat. Er würde die Nachfolge des CDU-Mannes Burkhard Balz antreten, dessen reguläre Amtszeit im August endet.
Eine Partei, die bundesweit bei rund elf Prozent dümpelt und ganze ein Bundesland regiert, darf einen Spitzenposten der Bundesbank besetzen. Man muss die Logik dahinter erst einmal nachvollziehen.
Die Bilanz grüner Wirtschaftskompetenz
Und genau hier liegt der Kern der Empörung. Wer Nimmermanns fachlichen Hintergrund preist – seine „langjährige Tätigkeit bei einer Bank" –, der sollte nicht vergessen, in wessen Diensten er zuletzt stand. Robert Habecks Amtszeit als Wirtschaftsminister wird vielen in Erinnerung bleiben durch jene legendäre Aussage, Unternehmen gingen ja nicht in Konkurs, sie produzierten nur nicht mehr. Die deutsche Industrie ächzt unter Energiepreisen, Bürokratie und ideologisch motivierten Klimavorgaben. Soll ausgerechnet ein Vertreter dieser Politik nun über die Stabilität unseres Geldes wachen?
Die Sorge ist berechtigt. Schon jetzt steht Vizepräsidentin Sabine Mauderer mit ihrer Nachhaltigkeits- und Klimaagenda den Grünen nahe, ohne ein Parteibuch zu besitzen. Mit Nimmermann erhielte diese Denkrichtung erstmals einen offen grünen Statthalter im Vorstand. Eine Notenbank, die zunehmend Klimapolitik betreibt statt Geldwertstabilität zu sichern – das ist genau jene Entwicklung, die Sparer und Bürger gleichermaßen fürchten müssen.
Was bedeutet das für den Bürger?
In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Schuldenpaket aufgelegt und die Klimaneutralität ins Grundgesetz geschrieben hat, braucht es in der Bundesbank Persönlichkeiten, die der Geldentwertung entgegenwirken – nicht solche, die der Verschuldungs- und Umverteilungslogik nahestehen. Die Gefahr von Eurobonds, von immer weiterer Vergemeinschaftung der Schulden, schwebt ohnehin über Europa wie ein Damoklesschwert.
Wer sich vor dem schleichenden Verfall des Geldwertes schützen will, sollte sich nicht allein auf das Wohlwollen der politisch besetzten Institutionen verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von politischer Couleur und Notenbank-Personalien ihren Wert bewahren. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie genau jene Verlässlichkeit, die der Politik zunehmend abhandenkommt.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Ziehen Sie im Zweifel einen fachkundigen Berater hinzu.

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