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Hacker heizen Europas Kühltruhen ein: Brüssel ruft den Krisenstab!

Hacker heizen Europas Kühltruhen ein: Brüssel ruft den Krisenstab!
Symbolbild: KI-generiert

Unbekannte haben in der Nacht zum 2. November Kühl- und Gefrieranlagen von Supermärkten in mindestens zehn EU-Staaten manipuliert, auch in Deutschland. Die EU-Kommission hielt deshalb am Dienstag, 3. November, zwei Krisentreffen ab. Heute meldete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dass auch ein deutscher Pharmahändler betroffen sei. Angegriffen wurden demnach Anlagen, in denen Medikamente gekühlt werden.

Plus 50 Grad im Tiefkühlregal

Die Bilder sehen nach Katastrophenfilm aus. In einem Supermarkt im schwedischen Sjöbo kippten Mitarbeiter ganze Wagenladungen Tiefkühlware in Container. Dort soll die Temperatur in den Truhen auf 50 Grad gestiegen sein. Nach den bisherigen Erkenntnissen haben die Täter die Temperatursteuerung verstellt und gezielt Abtauvorgänge ausgelöst.

In Deutschland meldeten Medien Fälle aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern. Ein Marktbetreiber bei Bremen soll an seiner Frischetheke morgens 70 Grad gemessen haben. In mindestens einem Fall sei nach Angaben des Betreibers die Firma angegriffen worden, die die Kühlanlagen aus der Ferne wartet.

Auch in Frankreich wurde es ernst. Dort sollen sich die Angreifer Zugang zu einem Kältedienstleister des staatlichen Blutspendedienstes EFS verschafft haben. Der Dienst habe die Unregelmäßigkeiten aber früh genug bemerkt und die Blutkonserven in Sicherheit gebracht.

Brüssel tagt, das BSI wiegelt ab

An der ersten Krisenrunde nahmen laut Kommission die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA, die Polizeibehörde Europol und Fachleute der Kommission teil. Zusätzlich sei das europäische Netzwerk für Cyberkrisen aktiviert worden. Kommissionssprecher Thomas Regnier sagte, die Vorfälle zeigten, wie Cyberangriffe grundlegende Dienste stören und den Alltag der Bürger treffen könnten. Einzelfälle seien das nicht.

Agrarkommissar Christophe Hansen sprach von einem gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgung zu stören und das Vertrauen der Verbraucher zu erschüttern. Die Versorgung sei derzeit aber nicht in Gefahr. Das BSI sieht die Lage anders. Die Behörde hält die Attacken für eher zufällig:

„Die Angreifer suchen also nach verwundbaren Instanzen und nutzen diese aus, im Zweifel auch ohne zu wissen, welches Unternehmen oder welche Branche sie damit treffen.“

Brüssel spricht also von einem gezielten Angriff, Bonn von Gelegenheitstätern. Wie einig sich die Behörden bei der Analyse sind, darf man da durchaus fragen.

Wer steckt dahinter?

Gesichert ist bisher nichts. Medienberichten zufolge hat sich die prorussische Hackergruppe NoName057(16) auf Telegram zu den Angriffen bekannt. Belege für Eingriffe in Kühlsysteme habe sie aber nicht vorgelegt, und unabhängig prüfen lassen sich ihre Angaben nicht. In Sicherheitskreisen ist man laut Berichten skeptisch.

Infrage kommen staatlich gesteuerte Sabotage, organisierte Kriminelle oder Hacktivisten. Lösegeldforderungen sind bisher nicht bekannt. Fachleute halten deshalb auch sogenannten nihilistischen Extremismus für möglich, also Angriffe, die nur Chaos stiften sollen und kein Geld bringen.

Das Einfallstor ist schlecht gesichert

Am meisten beunruhigt, wie wenig die Täter brauchten. Das Sicherheitsunternehmen Forescout hatte schon am 22. Oktober gemeldet, dass fast 13.000 Dienste zur Kühlsteuerung in 99 Ländern und Regionen offen über das Internet erreichbar seien. Manche liefen mit veralteter Software ohne Sicherheitsupdates. Komplizierte Schadsoftware sei gar nicht nötig. Schlecht gesicherte Fernzugänge und lückenhafte Zugriffskontrollen reichten aus.

Unser Fazit: Vorsorge ist Privatsache

Europa macht ständig neue Vorschriften zur Cybersicherheit. Trotzdem hat ein einziges Wochenende gezeigt, wie leicht sich das Kühlregal im Supermarkt um die Ecke angreifen lässt. Aus Sicht unserer Redaktion fehlt es weniger an Vorschriften als an der Umsetzung. Wer Wartungszugänge offen im Netz lässt, macht Angreifern die Arbeit leicht.

Für Bürger heißt das: Wer klug ist, verlässt sich nicht allein auf die Politik. Ein Vorrat an Lebensmitteln, etwas Bargeld und Werte, die ohne Strom und Server bestehen, wie physisches Gold und Silber, können eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertanlagen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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