
Japan wählt konservativ: Regierungspartei LDP erobert Mehrheit zurück

Die politische Landschaft Japans erlebt eine bemerkenswerte Wende. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen hat die konservative Liberaldemokratische Partei (LDP) unter Führung von Premierministerin Sanae Takaichi einen eindrucksvollen Sieg errungen. Nach den ersten Prognosen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft NHK sowie der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo wird die Regierungspartei die absolute Mehrheit im Unterhaus des japanischen Parlaments sichern können.
Ein historischer Moment für Japan
Was diese Wahl besonders macht: Sanae Takaichi ist die erste Frau in der Geschichte Japans, die das Amt des Premierministers bekleidet. Ihre Amtsübernahme im September 2025 markierte bereits einen Wendepunkt in der traditionell männlich dominierten politischen Kultur des Landes. Nun hat sie mit diesem Wahlsieg ihre Position eindrucksvoll gefestigt und bewiesen, dass konservative Politik und weibliche Führungsstärke keineswegs im Widerspruch zueinander stehen müssen.
Die Nachwahlbefragungen an den Wahllokalen zeichnen ein klares Bild: Die japanischen Wähler haben sich für Stabilität und bewährte konservative Werte entschieden. Ob die LDP gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner JIP sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen kann, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.
Der steinige Weg zurück an die Macht
Der Triumph Takaichis ist umso bemerkenswerter, wenn man die jüngste Vergangenheit der LDP betrachtet. Bei der Parlamentswahl 2024 hatte die damalige Regierungskoalition aus LDP und Komeito ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verloren – ein politisches Erdbeben für die Partei, die Japan über Jahrzehnte hinweg nahezu ununterbrochen regiert hatte. Als dann auch noch eine Niederlage im Oberhaus folgte, war das Schicksal des damaligen Premierministers Shigeru Ishiba besiegelt. Sein Rücktritt im September 2025 ebnete den Weg für Takaichi.
Hohe Zustimmungswerte als Erfolgsfaktor
Die neue Regierungschefin genießt deutlich höhere Zustimmungswerte als ihr glückloser Vorgänger. Diese Popularität nutzte sie geschickt, um vorgezogene Neuwahlen anzusetzen – eine Strategie, die sich nun als goldrichtig erwiesen hat. Die Japaner honorierten offensichtlich ihren entschlossenen Führungsstil und ihre klare politische Linie.
Ein Signal für konservative Politik weltweit
Der Wahlausgang in Japan reiht sich ein in einen globalen Trend: Wähler in zahlreichen Ländern wenden sich zunehmend konservativen Kräften zu, die für klare Verhältnisse, traditionelle Werte und eine starke nationale Identität eintreten. Während in Europa rechtskonservative Parteien mittlerweile über 25 Prozent der Sitze im EU-Parlament besetzen und in den USA Donald Trump seine zweite Amtszeit angetreten hat, zeigt nun auch Japan, dass die Sehnsucht nach stabiler, werteorientierter Politik keine Grenzen kennt.
Für Deutschland, das sich nach dem Zerbrechen der Ampel-Koalition ebenfalls politisch neu sortieren musste, könnte der japanische Wahlausgang als interessantes Beispiel dienen. Auch hierzulande sehnen sich viele Bürger nach einer Politik, die wieder die Interessen der eigenen Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt – statt sich in ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren.

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