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18.03.2026
07:03 Uhr

Japans Premierministerin im Schraubstock: Trump fordert Kriegsschiffe für den Persischen Golf

Es ist ein diplomatischer Drahtseilakt, der seinesgleichen sucht. Wenn Japans Premierministerin Sanae Takaichi am Donnerstag das Weiße Haus betritt, wird sie sich einem US-Präsidenten gegenübersehen, der keine halben Antworten akzeptiert. Donald Trump verlangt von seinem wichtigsten asiatischen Verbündeten nichts Geringeres als die Entsendung von Kriegsschiffen in die Straße von Hormus – mitten hinein in den eskalierenden Iran-Konflikt. Ein Ja könnte Japan in einen Krieg ziehen. Ein Nein könnte die jahrzehntealte Allianz mit Washington erschüttern.

Die Zwickmühle einer pazifistischen Nation

Japan steckt in einer Falle, die es sich teilweise selbst gebaut hat. Die pazifistische Nachkriegsverfassung des Landes setzt militärischen Auslandseinsätzen enge Grenzen – ein Erbe der Niederlage im Zweiten Weltkrieg, das nun zum geopolitischen Handicap wird. Weniger als zehn Prozent der japanischen Bevölkerung unterstützen laut einer Umfrage der Zeitung Asahi die Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Die Entsendung japanischer Schiffe in ein Konfliktgebiet wäre nicht nur rechtlich heikel, sondern politisch geradezu selbstmörderisch für Takaichi.

„Takaichi steckt in der Klemme", brachte es David Boling von der Asia Group Consultancy in Tokio auf den Punkt. Das größte Risiko bestehe darin, dass Trump sie öffentlich zu Sicherheitszusagen dränge, die sie schlicht nicht liefern könne. Man kennt das von Trump: Er scheut nicht davor zurück, Verbündete vor laufenden Kameras bloßzustellen.

Trumps gewaltiger Hebel

Was die Angelegenheit für Tokio besonders brisant macht, ist die enorme Abhängigkeit Japans von den Vereinigten Staaten. Rund 50.000 US-Soldaten, eine Flugzeugträger-Kampfgruppe und ganze Staffeln von Kampfjets sind auf japanischem Boden stationiert – als Schutzschild gegen die wachsende Bedrohung durch China und Nordkorea. Hinzu kommt: Etwa 90 Prozent der japanischen Öllieferungen passieren die Straße von Hormus. Trump weiß das natürlich. Und er nutzt es.

Der US-Präsident hat bereits Zölle als Druckmittel eingesetzt, um Milliarden an Investitionen aus Japan herauszupressen. Nun könnte er die Sicherheitsgarantien als weiteren Hebel verwenden. Kazuhiro Maeshima, Politikprofessor an der Sophia-Universität in Tokio, formulierte es unmissverständlich: Gelinge es Trump, Japan in eine „Koalition der Willigen" zu bringen, werde der Druck auf andere Länder massiv steigen. Verweigere sich Japan hingegen, könne Trump ein Exempel statuieren – und der Welt zeigen, was passiere, wenn ein Land Nein sage.

Europa duckt sich weg – wie gewohnt

Bemerkenswert ist, dass sich europäische Verbündete wie Deutschland, Italien und Spanien bereits aus jeder Golf-Mission verabschiedet haben. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte kühl, niemand sei bereit, seine Leute in Gefahr zu bringen. Eine Haltung, die man in Washington mit Sicherheit registriert – und die den Druck auf Japan nur weiter erhöht. Denn wenn schon die Europäer kneifen, braucht Trump umso dringender einen asiatischen Verbündeten, der Flagge zeigt.

Die Ironie der Geschichte: Takaichi hatte eigentlich gehofft, bei dem Treffen die Gefahren eines regional immer aggressiveren Chinas in den Vordergrund zu rücken. Stattdessen wird sie sich nun stundenlang – über Gespräche, ein Arbeitsessen und ein Dinner hinweg – mit Trumps Iran-Forderungen auseinandersetzen müssen.

Diplomatische Notlösungen und das Erbe Shinzo Abes

Hinter den Kulissen sucht Tokio fieberhaft nach Möglichkeiten, Trump entgegenzukommen, ohne die eigene Verfassung zu brechen. Eine Option wäre, als Vermittler zwischen Washington und Teheran aufzutreten. Ein Vorbild dafür gäbe es: 2019 reiste Takaichis Mentor und ermordeter Vorgänger Shinzo Abe mit einer Botschaft zum iranischen Obersten Führer – eine Friedensmission, die allerdings scheiterte. Diesmal scheint jedoch keine Seite zu Gesprächen bereit zu sein.

Kurt Campbell, ehemaliger stellvertretender Außenminister unter Präsident Biden, warnte eindringlich: Trump werde vermutlich eine sehr konkrete Forderung an Takaichi richten, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden könne. „Dies ist ein Moment enormer politischer Gefahr", so Campbell.

Die Lehren für Deutschland und Europa

Was sich zwischen Washington und Tokio abspielt, sollte auch in Berlin aufmerksam verfolgt werden. Denn die Botschaft Trumps ist unmissverständlich: Wer unter dem amerikanischen Sicherheitsschirm steht, muss auch liefern, wenn es darauf ankommt. Die Zeiten, in denen sich Verbündete bequem hinter pazifistischen Verfassungsklauseln oder diplomatischen Floskeln verstecken konnten, scheinen endgültig vorbei zu sein. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz täte gut daran, diese Entwicklung nicht zu ignorieren – denn die Frage, wie viel Sicherheit man sich leisten kann, ohne selbst etwas beizutragen, wird auch an Europa mit voller Wucht gestellt werden.

Japans Dilemma offenbart ein grundsätzliches Problem der westlichen Allianzarchitektur: Jahrzehntelang haben sich Verbündete darauf verlassen, dass Amerika die Rechnung für die globale Sicherheitsordnung bezahlt. Nun präsentiert Trump diese Rechnung – und sie ist saftig. Ob Takaichi einen Weg findet, der weder ihre Verfassung bricht noch Trump erzürnt, dürfte eine der spannendsten diplomatischen Fragen dieses Frühjahrs werden.

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