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Job-Wunder in den USA: Zinsen ziehen an – droht der nächste Fed-Hammer?

Job-Wunder in den USA: Zinsen ziehen an – droht der nächste Fed-Hammer?
Symbolbild: KI-generiert

Der US-Arbeitsmarkt überrascht alle, und der Anleihemarkt reagiert prompt. Nach einem überraschend starken Arbeitsmarktbericht für Oktober sind die Renditen amerikanischer Staatsanleihen am heutigen Freitag deutlich gestiegen. Damit rückt eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember näher.

165.000 statt 59.000: Ökonomen lagen weit daneben

Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics hat die US-Wirtschaft im Oktober 165.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Laut Konsensschätzungen von Dow Jones hatten Volkswirte lediglich mit 59.000 gerechnet. Die Prognose wurde also fast um das Dreifache übertroffen.

Auch die Arbeitslosenquote überraschte. Erwartet worden war, dass sie bei 4,2 Prozent bleibt, tatsächlich sank sie auf 4,1 Prozent. Im September war der Arbeitsmarkt noch deutlich schwächer: Damals entstanden nur magere 29.000 Jobs. Innerhalb eines Monats hat sich das Bild damit gedreht.

Renditen klettern: Der Anleihemarkt wird nervös

Die Reaktion an den Märkten folgte prompt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, die weltweit als Referenz gilt, stieg um mehr als drei Basispunkte auf 4,868 Prozent. Bei den 30-jährigen Papieren ging es um über zwei Basispunkte auf 5,275 Prozent nach oben. Am stärksten zog die Rendite der zweijährigen Anleihen an. Sie legte um fast fünf Basispunkte auf 4,524 Prozent zu.

Zur Einordnung: Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten. Steigen die Renditen, fallen die Kurse der Anleihen. Wer in den vergangenen Jahren auf vermeintlich sichere Staatspapiere gesetzt hat, musste also erneut Kursverluste hinnehmen. Zum Vergleich: Im Oktober 2023 hatte die Zehnjahresrendite kurzzeitig die Marke von fünf Prozent erreicht. Viel fehlt bis dahin nicht mehr.

Die Fed unter Druck: Kommt die nächste Erhöhung am 9. Dezember?

Das Werkzeug FedWatch der Terminbörse CME zeigt, wie die Händler die Lage einschätzen. Für die Fed-Sitzung am 9. Dezember preisen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 76 Prozent für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt ein. Am Vortag lag dieser Wert noch bei gut 66 Prozent. Nach ihrer Erhöhung im September liegt die Zielspanne des Leitzinses derzeit bei 3,75 bis 4,00 Prozent.

Christopher S. Rupkey, Chefökonom bei FWDBONDS, äußerte sich deutlich. Die Notenbanker dürften sich nach seiner Einschätzung wünschen, sie hätten die Zinsen schon in der vergangenen Woche angehoben. Die überhitzten Arbeitsmarktdaten machten den Kampf gegen die Inflation noch schwieriger. Die Wirtschaft laufe heiß, mit mehr Jobs, als die Märkte es noch vor einem Monat für möglich gehalten hätten. Sein Fazit, sinngemäß übersetzt:

„Eines ist sicher: Die Zinsen werden steigen, und zwar deutlich.“

Wahlbeben und KI-Ausverkauf: Eine turbulente Woche

Der Arbeitsmarktbericht ist nur ein Teil der Unruhe. Diese Woche stand vor allem im Zeichen der Zwischenwahlen in den USA. Die Demokraten haben die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewonnen. Unter Investoren wächst seitdem die Sorge, dass sich der Bau von Rechenzentren verlangsamen könnte. Dieser Bauboom gilt als ein wichtiger Treiber der amerikanischen Wirtschaft.

Dazu kam am Donnerstag ein heftiger Ausverkauf bei Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz. Laut Daten von FactSet verbuchten Nasdaq, S&P 500 und Russell 2000 ihren größten Tagesverlust seit April 2025. Allein die sogenannten „Magnificent Seven“, also die großen Tech-Konzerne, verloren zusammen mehr als eine Billion Dollar an Börsenwert. Die Euphorie um künstliche Intelligenz hat damit einen spürbaren Dämpfer bekommen.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Für Anleger in Deutschland ist das mehr als eine Nachricht aus Übersee. Steigende US-Zinsen wirken weltweit auf Anleihen, Aktien und Wechselkurse. Wenn die Anleihekurse fallen, sich die Tech-Werte unberechenbar zeigen und die Politik in Washington die Richtung wechselt, gibt es kaum noch eine Anlage, die als wirklich sicher gilt. Aus Sicht unserer Redaktion sind physische Edelmetalle wie Gold und Silber deshalb eine sinnvolle Ergänzung. Sie hängen nicht vom Zahlungsversprechen eines Staates ab und können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung beitragen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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