
JPMorgan verfehlt Erwartungen: Schwäche im Investmentbanking trübt Quartalsergebnis

Die größte Bank der Vereinigten Staaten hat zum Auftakt der Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 eine seltene Enttäuschung geliefert. JPMorgan Chase, das Flaggschiff der amerikanischen Finanzbranche, verfehlte sowohl bei den Erträgen als auch beim Gewinn je Aktie die Erwartungen der Analysten – ein Umstand, der in der jüngeren Geschichte des Geldhauses durchaus als Seltenheit gelten darf.
Investmentbanking als Achillesferse
Der Gewinn je Aktie belief sich auf 4,63 Dollar und lag damit deutlich unter den prognostizierten 4,97 Dollar. Besonders pikant: Die Schwäche im Investmentbanking kam überraschend, hatte das Institut doch erst im Dezember einen leichten Anstieg der Gebühreneinnahmen in Aussicht gestellt. Stattdessen sanken die Erträge aus diesem Geschäftsbereich um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,35 Milliarden Dollar.
Die Schuldenfinanzierung erwies sich als besonderer Problembereich. Während Analysten einen Anstieg von 19 Prozent erwartet hatten, musste JPMorgan einen Rückgang von 2,5 Prozent vermelden. Die Einnahmen aus dem Aktienemissionsgeschäft brachen sogar um 16 Prozent ein – ein deutliches Warnsignal für die gesamte Branche.
Handelsgeschäft als Lichtblick
Nicht alles war jedoch düster in den Büchern des Finanzriesen. Das Handelsgeschäft übertraf sämtliche Erwartungen und generierte Einnahmen von 8,24 Milliarden Dollar – mehr als selbst die optimistischsten Schätzungen vorhergesagt hatten. Besonders der Aktienhandel glänzte mit einem beeindruckenden Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Anleihenhandel legte um 7,5 Prozent zu.
„Die US-Wirtschaft hat sich widerstandsfähig gezeigt", erklärte Vorstandschef Jamie Dimon, warnte jedoch gleichzeitig: „Die Märkte scheinen die potenziellen Gefahren zu unterschätzen – einschließlich komplexer geopolitischer Bedingungen, des Risikos hartnäckiger Inflation und erhöhter Vermögenspreise."
Kreditrisiken steigen dramatisch
Ein besonders beunruhigendes Signal sendete die Bank mit ihren Rückstellungen für Kreditausfälle. Diese schnellten auf 2,1 Milliarden Dollar hoch – der höchste Wert seit der Corona-Pandemie. Allein 2,2 Milliarden Dollar wurden für die Übernahme des Apple-Kreditkartengeschäfts von Goldman Sachs zurückgestellt, das offenbar in einem desolaten Zustand übergeben wurde. Die gesamten Kreditkosten beliefen sich auf stolze 4,7 Milliarden Dollar.
Ausblick bleibt verhalten optimistisch
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert JPMorgan Zinseinnahmen von etwa 103 Milliarden Dollar bei Ausgaben von rund 105 Milliarden Dollar. Der Nettozinsertrag ohne Handelsgeschäft soll bei 95 Milliarden Dollar liegen. Diese Zahlen lagen leicht über den Konsensschätzungen und verhinderten einen stärkeren Kursrutsch der Aktie.
Die gemischten Ergebnisse von JPMorgan setzen den Ton für die kommenden Tage, wenn Bank of America, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Zahlen vorlegen werden. Die Branche insgesamt dürfte trotz der aktuellen Schwächen ihren zweithöchsten Jahresgewinn aller Zeiten verbuchen – nicht zuletzt dank der wirtschaftsfreundlichen Politik unter Präsident Donald Trump.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Bankaktien und andere Wertpapiere sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit können physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung darstellen.
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