
Kehrtwende in Kiew? Selenskyj stellt Putin plötzlich Garantien in Aussicht

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich erstmals offen dafür gezeigt, im Rahmen eines Friedensabkommens auch über Sicherheitsgarantien für Russland zu reden. Das sagte er Medienberichten zufolge in dieser Woche vor Journalisten in Kiew. Seine Bedingung: Zuerst müsse der Krieg enden, und zuerst müsse die Ukraine selbst verlässlich geschützt sein.
Ein Satz, der aufhorchen lässt. Noch im August 2025 hatte Selenskyj laut Berichten öffentlich gefragt, wovor sich ein Angreifer, der auf fremdem Boden stehe, eigentlich schützen müsse. Jetzt klingt Kiew ganz anders.
Erst Frieden, dann Moskaus Wunschliste
Selenskyj legt sich auf eine klare Reihenfolge fest. Erst müsse die Frage dieses Krieges gelöst werden. Danach könne man sich mit den Vorstellungen befassen, die Moskau von seiner eigenen Sicherheit habe. Wer genau hinhört, merkt: Das ist keine Kapitulation, sondern ein vorsichtig geöffneter Spalt in der Tür.
Gleichzeitig warnt der Präsident. Sicherheitsgarantien für Russland, so wie der Kreml sie verstehe, würden nach seinen Worten die gesamte Sicherheitsordnung in Europa und der Welt verändern. Da ist er nicht allein. Viele Beobachter sehen das genauso.
Die Schatten von 1997
Worum es dabei geht, zeigt ein Blick zurück. Im Mai 1997 unterzeichneten die NATO und Russland in Paris die NATO-Russland-Grundakte. Im Dezember 2021, wenige Wochen vor dem Großangriff auf die Ukraine, verlangte Moskau in Vertragsentwürfen, das Bündnis solle seine militärische Präsenz auf den Stand von damals zurückfahren. Faktisch hätte das Osteuropa zur Zone zweiter Klasse gemacht.
Westliche Regierungen lehnen das bis heute ab, weil damit die Souveränität von Mitgliedstaaten wie Polen, Finnland oder den baltischen Ländern berührt wäre. Ob Russland von diesen weitreichenden Forderungen abrückt? Völlig offen.
Nordische Telefon-Diplomatie mit Putin
Den Anstoß lieferten zwei Männer aus dem hohen Norden. Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre telefonierten mit Wladimir Putin. Beide hatten sich vorher mit Selenskyj abgestimmt. Berichten zufolge war es das erste öffentlich bestätigte Gespräch prowestlicher europäischer Spitzenpolitiker mit dem Kremlchef seit Juli des Vorjahres.
Laut Selenskyj kehrten beide mit dem Eindruck zurück, Moskau meine es mit den geplanten Verhandlungen ernst. Ganz so rosig klingt es anderswo nicht: Nach Informationen der Financial Times soll Putin einen großen Teil des rund 90-minütigen Gesprächs mit einem Geschichtsvortrag gefüllt haben. Über eine sofortige Waffenruhe sei kaum gesprochen worden.
Abu Dhabi: Gipfel mit leerem Stuhl für Europa?
Anfang November sollen Delegationen aus der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi zusammenkommen. Auf dem Programm stehen eine mögliche Waffenruhe für Energieanlagen und den Seeverkehr sowie Sicherheitsgarantien für die Ukraine.
Selenskyj besteht darauf, dass Europa mit am Tisch sitzt, sobald es um europäische Garantien geht. Grundsätzliches könne man unter amerikanischer Vermittlung zunächst direkt mit Moskau klären. Der Kreml dagegen soll Medienberichten zufolge signalisiert haben, dass er die Europäer bei den Dreiergesprächen nicht dabeihaben will.
Für Berlin ist das eine bittere Pointe. Deutschland gehört seit Jahren zu den größten Geldgebern der Ukraine, und deutsche Steuerzahler stemmen Milliarden. Trotzdem droht die Bundesregierung unter Friedrich Merz zur Zuschauerin zu werden, während Washington und Moskau die Weichen stellen. Wer zahlt, bestimmt die Musik? In dieser Partitur offenbar nicht.
Was bleibt für die Bürger?
Echte Bewegung oder geschickte Diplomatie, die auf Zeit spielt? Beides ist möglich. Fest steht nur: Ein Frieden, der Europas Sicherheitsarchitektur neu ordnet, hätte Folgen für Verteidigungsbudgets, Energiepreise und Staatsfinanzen. Bezahlen müssten das am Ende die Bürger.
Solange der Ausgang so ungewiss ist, setzen viele Sparer auf Werte, die keine Unterschrift unter einem Abkommen brauchen. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen für Stabilität sorgen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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