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Kettner Edelmetalle
06.08.2026
16:38 Uhr
KI-generiert

KI-Hedgefonds spielt Vabanque: 400 Millionen Dollar Wetteinsatz – wenige Tage nach dem Beinahe-Kollaps

KI-Hedgefonds spielt Vabanque: 400 Millionen Dollar Wetteinsatz – wenige Tage nach dem Beinahe-Kollaps
Symbolbild: KI-generiert

Es gibt Geschichten aus der Finanzwelt, die man sich nicht ausdenken könnte, weil sie zu absurd klingen. Und dann gibt es Situational Awareness. Der Hedgefonds des früheren OpenAI-Forschers Leopold Aschenbrenner stand nach Berichten von Bloomberg vor wenigen Tagen noch am Abgrund – erdrückt von Nachschussforderungen seiner Wall-Street-Kreditgeber. Und was tut man, wenn man dem finanziellen Tod gerade eben von der Schippe gesprungen ist? Richtig: Man schiebt 400 Millionen Dollar in ein einzelnes, nicht börsennotiertes Unternehmen. Diesmal, wie kolportiert wird, mit achtfachem Hebel über Total Return Swaps.

Vom Margin Call zum Milliarden-Comeback in Rekordzeit

Die Zahlen sind bemerkenswert. Im Juli sollen die verwalteten Vermögenswerte des Fonds um rund 78 Prozent eingebrochen sein – ausgelöst durch einen Ausverkauf bei KI-Aktien, der die Kreditgeber nervös machte. Nach Informationen der Financial Times suchte der Fonds hektisch nach frischem Kapital und erwog sogar den Verkauf von Beteiligungen an Privatunternehmen. Am Ende ging der Großteil des börsennotierten Aktienportfolios an Ken Griffins Citadel. So konnte man die Gläubiger befriedigen und die privaten Beteiligungen behalten.

„Wir haben die Schritte unternommen, die notwendig waren, um einen weiteren Tag kämpfen zu können", habe Aschenbrenner seinen Investoren in einem Brief mitgeteilt. Der Fonds müsse stets so strukturiert sein, dass er einen Verlust überstehen könne.

Eine bemerkenswerte Formulierung. Denn wer wirklich Lehren gezogen hätte, würde vermutlich nicht binnen weniger Tage erneut dreistellige Millionenbeträge in ein einziges Unternehmen pumpen – und schon gar nicht mit achtfachem Hebel. Bereits im Juli sollen 100 Millionen Dollar in dieselbe, bislang namentlich nicht genannte Firma geflossen sein. Der neue Einsatz wurde laut den Berichten am Dienstag abgeschlossen.

Rechenzentren, Stromnetze und Bitcoin-Miner – die neue Goldgräberstimmung

Wohin das Geld fließt, ist symptomatisch für die gegenwärtige Marktphase. Situational Awareness hatte massiv auf Energieversorger und Rechenzentren gesetzt, die die KI-Infrastruktur tragen – darunter auch Bitcoin-Miner, die ihre Anlagen für KI-Berechnungen umbauen. Eine SEC-Meldung vom 18. Mai wies für den Stichtag 31. März Positionen von rund 1,11 Milliarden Dollar in sieben Mining-Aktien aus, unter anderem IREN, Core Scientific, Riot Platforms und CleanSpark.

Man muss sich das vor Augen halten: Ein Fonds, dessen Vermögen binnen eines Monats um mehr als drei Viertel schrumpfte, kehrt mit noch aggressiveren Hebeln zurück. Das ist nicht Investieren. Das ist Roulette mit dem Geld anderer Leute.

Warum uns das alle etwas angeht

Wer glaubt, solche Exzesse seien ein exotisches Problem amerikanischer Hedgefonds-Manager, irrt gewaltig. Es ist genau dieses Muster – billiges Geld, exzessive Hebel, euphorische Zukunftserzählungen –, das in der Geschichte regelmäßig in Trümmern endete. 1998 war es Long-Term Capital Management, 2000 die Dotcom-Blase, 2008 die verbrieften Hypotheken. Jedes Mal hieß es vorher, diesmal sei es anders. Jedes Mal zahlten am Ende Steuerzahler und Sparer die Rechnung.

Und in Deutschland? Da diskutiert die Große Koalition unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil munter über 500 Milliarden Euro Sondervermögen, während der Bürger sich fragt, wovon die Zinsen dafür eigentlich bezahlt werden sollen. Die Antwort kennt jeder, der einmal eine Lohnabrechnung gelesen hat. Wer sich in einer Welt aus Papierversprechen, Hebelwetten und politischer Schuldenlust noch auf etwas verlassen möchte, das nicht durch einen Margin Call verschwindet, landet zwangsläufig bei physischen Werten. Gold und Silber kennen keinen Nachschuss, keinen Total Return Swap und keinen Kreditgeber, der plötzlich nervös wird.

Das Fazit unserer Redaktion

Die KI-Euphorie hat die Finanzmärkte in einen Zustand versetzt, in dem ein Beinahe-Totalverlust offenbar als Auftakt zur nächsten Runde gilt. Ob diese Wette aufgeht, wird sich zeigen. Sicher ist nur: Wenn die Musik stoppt, wird es wieder heißen, niemand habe es kommen sehen. Wer sein Vermögen breit streut und einen greifbaren, unbelasteten Sachwertanteil hält, schläft in solchen Zeiten deutlich ruhiger.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Er spiegelt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung erfordert eine eigenständige, sorgfältige Prüfung und liegt allein in der Verantwortung des Anlegers. Für Vermögensverluste, die aus Entscheidungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag entstehen, wird keine Haftung übernommen. Wir betreiben ferner keine Steuer- und keine Rechtsberatung.

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