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29.10.2026
14:59 Uhr
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KI-Kater bei Google: Alphabet-Aktie droht der Rekord-Absturz!

KI-Kater bei Google: Alphabet-Aktie droht der Rekord-Absturz!
Symbolbild: KI-generiert

Ein schwarzer Donnerstag für Google-Aktionäre: Kurz nach Handelsstart an der Wall Street brach die Aktie des Mutterkonzerns Alphabet am 29. Oktober um rund 13 Prozent ein. Der Auslöser ist eine Quartalsbilanz, in der die Milliardenausgaben für Künstliche Intelligenz den freien Cashflow tief ins Minus gedrückt haben. Rivale Microsoft kam mit seinen Zahlen deutlich glimpflicher davon.

Schlimmer als je zuvor seit dem Börsengang

Die Dimension des Absturzes ist historisch. Schließt die Alphabet-Aktie mehr als 9,77 Prozent im Minus, wäre das die heftigste Kursreaktion auf Quartalszahlen seit dem Börsengang im Jahr 2004. Zur Einordnung: Damals war Google noch eine bessere Suchmaschine, inzwischen geht es um einen der wertvollsten Konzerne der Welt.

Medienberichten zufolge senkten mehrere Großbanken ihre Kursziele schon kurz nach der Bilanz. JPMorgan etwa nahm sein Ziel von 425 auf 375 US-Dollar zurück.

Das Milliardenloch im Cashflow

Am meisten erschreckt die Anleger der freie Cashflow, also das Geld, das nach allen Investitionen tatsächlich übrig bleibt. Bei Alphabet stand im dritten Quartal ein Minus von 9,07 Milliarden US-Dollar zu Buche. Analysten hatten mit einem Fehlbetrag von lediglich 2,70 Milliarden gerechnet.

Trotzdem hält der Konzern an seiner Ausgabenplanung fest. Für das Gesamtjahr sollen zwischen 195 und 205 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren, Chips und KI-Infrastruktur fließen. Ein gewaltiger Betrag, der fast an staatliche Sondervermögen erinnert, mit einem entscheidenden Unterschied: Hier verlangen die Geldgeber Rendite, und zwar bald.

Auch das übrige Zahlenwerk enttäuschte. Wie Bloomberg berichtet, lag der Gewinn je Aktie bei 2,12 US-Dollar. Erwartet worden waren 2,99 Dollar. Einziger Lichtblick war die Cloud-Sparte mit 30,71 Milliarden Dollar Umsatz, die die Prognosen übertraf.

Microsoft zeigt, wie es auch geht

Microsoft investierte im Quartal 45,2 Milliarden US-Dollar inklusive Finanzierungsleasing, 30 Prozent mehr als im Vorjahr, aber weniger als die von Analysten erwarteten 50,67 Milliarden. Der freie Cashflow schrumpfte zwar um 27 Prozent auf 18,63 Milliarden Dollar, blieb aber klar positiv.

Ben Barringer, globaler Technologie-Research-Chef bei Quilter Cheviot, sieht darin den entscheidenden Unterschied. Microsoft baue seine Architektur maßvoll aus und biete deshalb weniger Überraschungen. Alphabet dagegen habe aus seiner Sicht ziemlich durchwachsene Zahlen vorgelegt und die Telefonkonferenz mit Analysten schlecht geführt.

Frisst die KI das Kerngeschäft?

Noch beunruhigender ist der Blick auf die Suchmaschine, die wichtigste Geldquelle des Konzerns. Die Werbeerlöse aus der Suche stiegen zwar um 12 Prozent auf 63,35 Milliarden US-Dollar, blieben aber unter den Erwartungen der Analysten. Beobachter sehen darin ein erstes echtes Warnsignal, dass KI-Chatbots wie ChatGPT von OpenAI oder Claude von Anthropic Google Nutzer abjagen.

Alphabets Geschäftsführer Philipp Schindler erklärte die Schwäche unter anderem damit, dass sich der eigene „AI Mode“ bislang schlechter zu Geld machen lasse. Inzwischen würden Anzeigen in den KI-Produkten auch international ausgeweitet.

Barringer zufolge steckt Google in einem klassischen Innovator's Dilemma: Soll der Konzern sein Kerngeschäft schützen oder die eigene Revolution vorantreiben? Mit Gemini habe Google seinen Vorsprung verloren und hinke bei agentenbasierter KI der Konkurrenz hinterher.

Die Lehre für Anleger

Der Fall Alphabet zeigt, wie schnell selbst vermeintlich unangreifbare Tech-Riesen in Ungnade fallen, wenn Visionen auf nüchterne Zahlen treffen. Ganze Indizes und ETFs hängen inzwischen stark an einer Handvoll solcher Konzerne. Wer sein Vermögen breit streut, ist bei solchen Kursbeben besser geschützt. Physisches Gold und Silber können als krisenerprobte Beimischung ein Gegengewicht zu den Schwankungen der Tech-Börse bilden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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