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Kettner Edelmetalle
15.09.2026
05:24 Uhr
KI-generiert

KI-Warnung aus Berlin: Europa nur noch Spielfeld statt Spieler?

KI-Warnung aus Berlin: Europa nur noch Spielfeld statt Spieler?
Symbolbild: KI-generiert

Digital-Staatssekretär Thomas Jarzombek hat Europas Kurs in der Künstlichen Intelligenz scharf kritisiert. In einem Rundfunkinterview sagte der CDU-Politiker, der Kontinent habe sich zu lange mit Regeln beschäftigt – und drohe im Wettlauf mit den USA und China zum bloßen Zuschauer zu werden. Sein Befund: Es fehlen eigene mächtige KI-Modelle und vor allem Rechenzentren.

"Zwischen Moderator und Spielfeld"

Jarzombeks Bild ist unbequem – und sitzt. Während Washington und Peking als aktive Spieler aufträten, sei Europa laut dem Staatssekretär im Bundesdigitalministerium

irgendwas zwischen Moderator und Spielfeld

Wer moderiert, spielt nicht mit. Wer Spielfeld ist, wird bespielt. Ein Satz, der die vergangenen Jahre europäischer Digitalpolitik treffender zusammenfasst als jede Strategiebroschüre aus Brüssel.

Der AI Act: Regeln ja, Investoren nein

Mit der KI-Verordnung, dem AI Act, habe die EU ein hochkomplexes Regelwerk geschaffen, so Jarzombek. Nur: Die groĂźen KI-Entwickler seien deshalb nicht nach Europa gekommen. Weltweit beachtete Vorschriften ersetzen eben keine industrielle Basis.

Gleichzeitig habe die europäische Industrie es aus seiner Sicht versäumt, ausreichend in Rechenzentren zu investieren. Staatliche Programme wie die geplanten KI-Gigafabriken seien zwar wichtig, aber oft kompliziert und langsam. Brüssel hatte im Februar 2025 unter dem Etikett "InvestAI" angekündigt, rund 200 Milliarden Euro für KI mobilisieren zu wollen, davon 20 Milliarden gezielt für Gigafactories. Passiert ist bislang vor allem: Papier.

Telekom und Lidl-Mutter als letzte Hoffnung?

Jarzombek nannte zwei Unternehmen, die den Unterschied machen könnten. Die Deutsche Telekom nahm im Februar 2026 in München eine KI-Fabrik für die Industrie in Betrieb – Medienberichten zufolge eine Investition von über einer Milliarde Euro mit rund 10.000 Hochleistungschips, Basis des gemeinsam mit SAP betriebenen "Deutschland Stack".

Und die Schwarz-Gruppe, bekannt durch Lidl und Kaufland, will laut Unternehmensangaben bis 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro in ein Rechenzentrum im mecklenburgischen Dummerstorf bei Rostock stecken, mit einer Kapazität von 240 Megawatt. Dass ausgerechnet ein Discounter zur Speerspitze deutscher Digitalsouveränität avanciert, sagt viel über die Prioritäten der vergangenen Regierungsjahre aus.

Souveränität entscheidet sich am Strompreis

Entscheidend sei nun, dass die Industrie durch konkrete Aufträge Nachfrage schaffe, betonte Jarzombek. Denn ohne eigene Rechenkapazitäten wandern Daten und Wertschöpfung in amerikanische oder asiatische Clouds – und mit ihnen die politische Handlungsfähigkeit.

Wo ein Konzern seine Server hinstellt, hängt an Strompreisen, Flächen, Fachkräften und Bürokratie. Genau hier liegt Deutschlands wunder Punkt: Industriestrom gehört zu den teuersten weltweit, Genehmigungsverfahren dauern Jahre. Aus Sicht unserer Redaktion ist der KI-Rückstand deshalb kein Technologieproblem, sondern das Ergebnis energie- und regulierungspolitischer Weichenstellungen.

Was das fĂĽr Sparer bedeutet

Für Anleger ist die Debatte mehr als ein Digitalthema. Ein Kontinent, der Standards schreibt, aber keine Schlüsseltechnologie beherrscht, verliert langfristig an Wirtschaftskraft – und damit an Währungsstabilität. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben in einem solchen Umfeld eine bewährte Ergänzung zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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