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07.01.2026
13:27 Uhr

Kolumbiens Präsident droht mit bewaffnetem Widerstand gegen US-Militär

Kolumbiens Präsident droht mit bewaffnetem Widerstand gegen US-Militär

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kolumbien steuern auf einen gefährlichen Tiefpunkt zu. In einer bemerkenswerten Eskalation hat der kolumbianische Präsident Gustavo Petro angekündigt, er werde "wieder zu den Waffen greifen", sollte das US-Militär sein Land angreifen. Eine Drohung, die an Zeiten erinnert, die man längst überwunden glaubte.

Trump verschärft den Ton gegenüber Lateinamerika

Der Auslöser dieser verbalen Konfrontation war eine unmissverständliche Warnung von US-Präsident Donald Trump. An Bord der Air Force One erklärte er gegenüber Journalisten, Kolumbien sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann geführt, der gerne Kokain herstellt und es an die Vereinigten Staaten verkauft". Trump fügte hinzu: "Und das wird er nicht mehr lange tun, das kann ich Ihnen versichern."

Diese Worte sind keine leeren Drohungen. Bereits im Dezember hatte die Trump-Administration Sanktionen gegen Petro verhängt, weil dieser den Drogenhandel durch sein Land nicht ausreichend eingedämmt habe. Das US-Außenministerium stellte im September fest, dass unter Petros Führung der Kokaanbau und die Kokainproduktion Rekordhöhen erreicht hätten.

Petro weist Vorwürfe zurück und beschuldigt eigene Geheimdienste

Der kolumbianische Präsident reagierte nach stundenlangem Schweigen mit einer Reihe von Beiträgen auf der Plattform X. Er beschuldigte US-Außenminister Marco Rubio, "falschen Informationen gegen den Staat" Glauben zu schenken, die von mehreren Geheimdienstobersten der kolumbianischen Polizei stammten. Diese habe er inzwischen entlassen.

"Die angeblichen Lügen über mich kamen von kolumbianischen Politikern, die mit der Mafia verbunden sind und wollen, dass die USA und Kolumbien ihre Beziehungen abbrechen, damit der Kokainhandel weltweit in die Höhe schnellt."

Petro verteidigte seine Regierungsarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel und betonte, er habe Bombardierungen angeordnet, die zur Tötung und Festnahme hochrangiger Anführer bewaffneter Gruppen geführt hätten. Gleichzeitig warnte er vor den Konsequenzen unüberlegter Militärschläge.

Die Warnung vor einem Guerillakrieg

Besonders brisant sind Petros Aussagen über die möglichen Folgen eines US-Militäreinsatzes. Er wies darauf hin, dass Drogenkartelle Minderjährige rekrutierten, um ihre Anführer vor Bombardierungen zu schützen. "Wenn man nur eine dieser Gruppen ohne ausreichende Geheimdienstinformationen bombardiert, wird man viele Kinder töten", warnte er. "Wenn man Bauern bombardiert, werden Tausende von Guerillakämpfern in den Bergen aufstehen."

Sollte das US-Militär ihn ins Visier nehmen, wie es beim gestürzten venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro geschehen sei, werde "ein großer Teil meines Volkes, das mich liebt und respektiert, den Jaguar des Volkes entfesseln". Petro, der nach eigenen Angaben seit dem Friedensabkommen von 1989 keine Waffe mehr angefasst hat, erklärte unmissverständlich: "Um meines Landes willen werde ich wieder zu den Waffen greifen – Waffen, die ich nicht will."

Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer

Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, wie fragil die Stabilität in Lateinamerika ist. Während Trump mit seiner kompromisslosen Haltung gegenüber Drogenstaaten punkten will, riskiert er eine gefährliche Eskalation. Petro, ein ehemaliger Guerillakämpfer, der nun demokratisch gewählt an der Macht ist, scheint bereit, alte Reflexe wieder aufleben zu lassen.

Die jüngsten US-Operationen gegen Drogenboote in der Karibik und im östlichen Pazifik haben laut Petro bereits mehrheitlich kolumbianische Opfer gefordert. Die Situation erinnert an dunklere Kapitel der amerikanisch-lateinamerikanischen Beziehungen, als Washington regelmäßig in die inneren Angelegenheiten seiner südlichen Nachbarn eingriff – oft mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung.

Ob Trumps harte Linie tatsächlich zu einer Reduzierung des Drogenhandels führen wird oder lediglich neue Konfliktherde schafft, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Rhetorik auf beiden Seiten hat ein Niveau erreicht, das wenig Raum für diplomatische Lösungen lässt.

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