
Koreanischer Angriff auf Europas Automarkt: Kia will mit Billig-Stromer die Platzhirsche verdrängen
Während die deutsche Automobilindustrie noch immer mit den Folgen einer verfehlten Energiepolitik und ideologiegetriebener Regulierung kämpft, bläst der koreanische Hersteller Kia zum Generalangriff auf den europäischen Markt. Mit dem neuen EV2 – einem kompakten Elektro-SUV für rund 25.000 Euro – will der asiatische Konzern ausgerechnet jenes Segment erobern, das einst die Domäne deutscher Ingenieurskunst war: das bezahlbare Auto für jedermann.
Ein Koreaner aus der Slowakei für den europäischen Massenmarkt
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein koreanischer Hersteller produziert in der Slowakei ein Elektrofahrzeug, das preislich und technisch mit den Produkten aus Wolfsburg konkurrieren soll – und das womöglich sogar besser. Der auf dem Brüsseler Autosalon vorgestellte Kia EV2 misst 4,06 Meter, bietet Platz für fünf Personen und wartet mit einem Kofferraum von bis zu 955 Litern auf. Zwei Akkuvarianten stehen zur Wahl: Die kleinere Batterie mit 42,2 kWh ermöglicht eine Reichweite von 317 Kilometern, die größere mit 61 kWh soll bis zu 448 Kilometer schaffen. Das Laden von 10 auf 80 Prozent gelinge in lediglich 30 Minuten, so der Hersteller.
Besonders bemerkenswert: Technologien wie „Vehicle to Load", mit der externe Geräte über das Fahrzeug mit Strom versorgt werden können, waren bislang deutlich teureren Modellen vorbehalten. Dass Kia diese Funktion nun in ein Fahrzeug der 25.000-Euro-Klasse integriert, dürfte bei manchem deutschen Automanager für schlaflose Nächte sorgen.
Volkswagen unter Druck – und das nicht nur aus Korea
Die Konkurrenz schläft freilich nicht. Volkswagen plant mit dem ID.Cross und dem ID.Polo gleich zwei Modelle im Kleinwagensegment, die Konzerntochter Skoda schickt den Epiq ins Rennen, und auch Cupra will mit dem Raval mitmischen. Doch die eigentliche Bedrohung für die europäische Automobilindustrie kommt nicht aus Seoul – sie kommt aus Peking und Shenzhen. Chinesische Hersteller wie BYD und Leapmotor drängen mit aggressiven Preisen und erstaunlich ausgereifter Technik auf den europäischen Markt. Ihre Produktionskosten sind dank staatlicher Subventionen und einer hocheffizienten Fertigungsindustrie oft deutlich niedriger als alles, was europäische oder koreanische Hersteller bieten können.
Kia-Chef Ho-Sung Song bezeichnete den EV2 als „wichtigen Schritt, elektrische Mobilität für die breite Masse zu öffnen". Dass der CEO persönlich bei der Brüsseler Premiere erschien, unterstreicht die strategische Bedeutung des Modells. Denn Europa ist für Kia mit über einer halben Million verkaufter Fahrzeuge jährlich längst ebenso wichtig wie der Heimatmarkt Korea.
Staatliche Förderung als Brandbeschleuniger im Preiskampf
Was die Sache zusätzlich befeuert: Staatliche Kaufprämien von bis zu 6.000 Euro machen bezahlbare Elektroautos für immer breitere Käuferschichten attraktiv. Man darf allerdings die Frage stellen, ob es wirklich sinnvoll ist, mit Steuergeldern einen Markt künstlich aufzublähen, der ohne diese Subventionen offenkundig nicht überlebensfähig wäre. Der deutsche Steuerzahler finanziert damit letztlich auch den Absatz koreanischer und chinesischer Fahrzeuge – ein Treppenwitz der Wirtschaftspolitik, der seinesgleichen sucht.
Die Produktion im slowakischen Werk ermöglicht Kia einen schnellen Marktzugang und die Nähe zu europäischen Kundenbedürfnissen. „Damit stellen wir sicher, die Wünsche unserer europäischen Kunden präzise zu treffen", so Song. Nach dem Kompaktmodell EV4 ist der EV2 bereits das zweite Batteriefahrzeug, das dort vom Band läuft.
Deutschlands Autoindustrie am Scheideweg
Was sich hier abzeichnet, ist mehr als nur ein Wettbewerb um Marktanteile. Es ist ein Symptom für den schleichenden Niedergang der deutschen Industrievorherrschaft. Jahrzehntelang war „Made in Germany" das unangefochtene Gütesiegel der Automobilwelt. Doch während deutsche Hersteller mit überbordender Bürokratie, explodierenden Energiekosten und einer Politik kämpfen, die Deindustrialisierung offenbar als Kollateralschaden der „großen Transformation" in Kauf nimmt, positionieren sich koreanische und chinesische Wettbewerber mit bemerkenswerter Geschwindigkeit.
Der Skoda Epiq gilt zwar als heißer Anwärter auf den elektrischen Newcomer des Jahres – immerhin war der größere Markenbruder Elroq bis November 2025 Europas zweitbeliebtestes E-Auto hinter dem Tesla Model Y. Doch ob Volkswagen tatsächlich die besten Karten hat, wie manche Analysten prognostizieren, bleibt abzuwarten. Die Geschichte der vergangenen Jahre lehrt uns eines: Wer sich auf vergangenen Lorbeeren ausruht, wird von der Konkurrenz gnadenlos überholt.
Das Absatzrennen um bezahlbare City-SUV wird 2026 jedenfalls neu aufgerollt. Für den deutschen Verbraucher mag die wachsende Auswahl erfreulich sein. Für den Industriestandort Deutschland hingegen ist der zunehmende Wettbewerbsdruck aus Asien ein weiteres Warnsignal, das die Politik nicht länger ignorieren sollte – sofern ihr an einer starken deutschen Wirtschaft überhaupt noch gelegen ist.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen – ob in Automobilaktien, ETFs oder andere Anlageklassen – sollten stets auf Basis eigener, gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährten Baustein eines breit diversifizierten Portfolios in Betracht ziehen.

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