
Krieg am Golf: Washington signalisiert baldiges Ende der Iran-Offensive â doch die Bomben fallen weiter
WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump vollmundig ein Ende der militĂ€rischen Operationen gegen den Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen ankĂŒndigt, tobt der Krieg am Persischen Golf unvermindert weiter. Drohnenangriffe auf Kuwait und Bahrain, ein beschĂ€digter Tanker vor Katar, Explosionen in Teheran â die RealitĂ€t auf dem Schlachtfeld spricht eine andere Sprache als die diplomatischen Beschwichtigungen aus dem WeiĂen Haus.
Trumps Versprechen und die bittere RealitÀt
âWir werden sehr bald abziehen", erklĂ€rte Trump Reportern im WeiĂen Haus. Zwei Wochen, vielleicht drei â so der optimistische Zeitrahmen des PrĂ€sidenten fĂŒr das Ende der âOperation Epic Fury", die nun bereits in ihre fĂŒnfte Woche geht. Bemerkenswert dabei: Ein Abkommen mit Teheran sei dafĂŒr nicht einmal notwendig. âDer Iran muss keinen Deal mit mir machen", so Trump wörtlich. Eine erstaunliche Kehrtwende, hatte Washington doch zuvor mit einer Intensivierung der Operationen gedroht, sollte Teheran ein 15-Punkte-Rahmenwerk nicht akzeptieren, das unter anderem den vollstĂ€ndigen Verzicht auf Urananreicherung und die Wiedereröffnung der StraĂe von Hormus vorsah.
AuĂenminister Marco Rubio sekundierte seinem PrĂ€sidenten im Fernsehen und sprach davon, man könne bereits âdie Ziellinie sehen". Direkte GesprĂ€che mit der iranischen FĂŒhrung seien möglich. Nicht heute, nicht morgen â aber bald. Man kennt diese Art der Rhetorik. Sie klingt nach Hoffnung, riecht aber nach WahlkampfkalkĂŒl.
Der Golf brennt â buchstĂ€blich
Denn wĂ€hrend in Washington die Friedenstauben flattern, herrscht am Persischen Golf das blanke Chaos. Drohnen trafen Treibstofftanks am internationalen Flughafen von Kuwait und lösten einen GroĂbrand aus. In Bahrain meldeten die Behörden einen iranischen Angriff auf eine Unternehmensanlage. Vor der katarischen Hauptstadt Doha wurde ein Tanker von einem unbekannten Projektil getroffen â die HĂŒlle auf Wasserlinienhöhe beschĂ€digt, die Besatzung blieb glĂŒcklicherweise unverletzt.
Auf der anderen Seite des Konflikts erschĂŒtterten US-israelische Luftangriffe in den frĂŒhen Morgenstunden mehrere Gebiete Teherans. Irans gröĂtes Passagierterminal im Hafen von Bandar Abbas wurde ebenfalls bombardiert â ohne Opfer, wie der stellvertretende Gouverneur mitteilte, der den Angriff als âkriminell" gegen zivile Infrastruktur bezeichnete. Die israelische Armee vermeldete derweil stolz mehr als 800 AngriffsflĂŒge mit 16.000 Munitionseinheiten und 5.000 neu identifizierten Zielen seit Kriegsbeginn. Zahlen, die das AusmaĂ der Zerstörung erahnen lassen.
Irans Revolutionsgarden drohen westlichen Konzernen
Als wĂ€re die militĂ€rische Eskalation nicht genug, eröffneten Irans Revolutionsgarden eine neue Front â diesmal im wirtschaftlichen Bereich. In einer beispiellosen Drohung kĂŒndigten sie Angriffe auf 18 US-Unternehmen in der Region an, darunter Technologiegiganten wie Microsoft, Google, Apple, Intel und Tesla sowie den RĂŒstungs- und Luftfahrtkonzern Boeing. Auf die Frage, ob ihn diese Drohungen beunruhigten, antwortete Trump lapidar mit âNein". Eine Gelassenheit, die man als StĂ€rke oder als Leichtsinn interpretieren kann.
Die StraĂe von Hormus als geopolitische Waffe
Der eigentliche Nerv dieses Konflikts verlĂ€uft durch eine der engsten und strategisch bedeutsamsten WasserstraĂen der Welt. Durch die StraĂe von Hormus flieĂt ein FĂŒnftel des globalen Ăl- und FlĂŒssiggashandels. Irans faktische SchlieĂung dieser Passage hat die EnergiemĂ€rkte in Aufruhr versetzt und trifft die amerikanischen Verbraucher dort, wo es am meisten schmerzt: an der ZapfsĂ€ule.
Die Vereinigten Arabischen Emirate bereiten sich laut Berichten darauf vor, gemeinsam mit den USA und VerbĂŒndeten die StraĂe von Hormus notfalls mit Gewalt zu öffnen. Abu Dhabi strebe eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrats an und habe vorgeschlagen, dass die USA strategische Inseln besetzen sollten. Ein Vorschlag, der die ohnehin explosive Lage weiter anheizen dĂŒrfte.
Zwei Drittel der Amerikaner wollen raus
Die innenpolitischen Kosten des Krieges werden fĂŒr Trump und seine Republikaner zunehmend spĂŒrbar. Steigende Ăl- und Treibstoffpreise belasten die Haushaltskassen der amerikanischen Familien â und das vor den Zwischenwahlen im November. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass zwei Drittel der Amerikaner einen schnellen RĂŒckzug aus dem Iran-Krieg befĂŒrworten, selbst wenn dies bedeute, die von der Trump-Administration gesteckten Ziele nicht zu erreichen. Die KriegsmĂŒdigkeit der Bevölkerung ist offenkundig, und sie dĂŒrfte der eigentliche Treiber hinter Trumps plötzlicher Friedensrhetorik sein.
NATO am Pranger: Rubio kĂŒndigt Neubeurteilung an
Bemerkenswert ist auch die Breitseite, die Rubio gegen die NATO-VerbĂŒndeten feuerte. Das BĂŒndnis sei eine âEinbahnstraĂe", Europa wolle zwar von den USA verteidigt werden, habe aber nicht die geforderte UnterstĂŒtzung im Iran-Konflikt geleistet. Nach Beendigung des Konflikts werde man âdiese Beziehung neu bewerten mĂŒssen", so der AuĂenminister. Namentlich erwĂ€hnte er GroĂbritannien als Beispiel fĂŒr mangelnde SolidaritĂ€t. FĂŒr europĂ€ische Regierungen, die sich jahrzehntelang bequem unter dem amerikanischen Sicherheitsschirm eingerichtet haben, sollten diese Worte ein Weckruf sein.
Auch fĂŒr Deutschland, das unter der neuen GroĂen Koalition von Friedrich Merz zwar verbal mehr Verteidigungsbereitschaft signalisiert, aber nach wie vor weit davon entfernt ist, seine militĂ€rischen KapazitĂ€ten auf ein ernstzunehmendes Niveau zu bringen, sind Rubios Worte eine unmissverstĂ€ndliche Warnung. Wer sich nicht selbst verteidigen kann, macht sich abhĂ€ngig â und AbhĂ€ngigkeit ist in der Geopolitik eine gefĂ€hrliche WĂ€hrung.
Der Krieg weitet sich aus
Die Hoffnung auf ein baldiges Ende wird zusĂ€tzlich durch die regionale Ausweitung des Konflikts getrĂŒbt. Jemens iranisch unterstĂŒtzte Huthi-Rebellen haben sich dem Krieg angeschlossen und feuern Raketen auf Israel. Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah ist ebenfalls wieder aufgeflammt. Mindestens sieben Menschen kamen bei zwei israelischen Angriffen im GroĂraum Beirut ums Leben, 24 weitere wurden verletzt. Die israelische Armee erklĂ€rte, man habe einen hochrangigen Hisbollah-Kommandeur und ein weiteres fĂŒhrendes Mitglied der Organisation ins Visier genommen.
Teheran selbst weist die Darstellung zurĂŒck, es fĂ€nden Verhandlungen statt. Irans AuĂenminister Abbas Araqchi erklĂ€rte, er erhalte zwar direkte Nachrichten vom US-Sondergesandten Steve Witkoff, doch diese stellten keine âVerhandlungen" dar. Es handele sich um Drohungen oder Meinungsaustausch, ĂŒbermittelt durch âFreunde". Eine semantische Spitzfindigkeit, die zeigt, wie weit die Positionen noch auseinanderliegen.
Edelmetalle als Fels in der Brandung
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Krisen die MĂ€rkte erschĂŒttern und die Energiepreise in die Höhe treiben, zeigt sich einmal mehr der unschĂ€tzbare Wert physischer Edelmetalle. WĂ€hrend AktienmĂ€rkte auf jede Schlagzeile mit wilden AusschlĂ€gen reagieren â der S&P 500 sprang allein nach Trumps Bemerkungen um 2,9 Prozent nach oben, nur um beim nĂ€chsten Raketeneinschlag wieder einzubrechen â bieten Gold und Silber jene StabilitĂ€t, die in einem von Unsicherheit geprĂ€gten Umfeld unverzichtbar ist. Wer sein Vermögen langfristig sichern will, kommt an physischen Edelmetallen als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio kaum vorbei.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschlieĂlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. FĂŒr etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.
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