
Kruzifix-Eklat im ZDF: Bosbach legt Beschwerde gegen Böhmermann ein!

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach hat beim ZDF eine förmliche Programmbeschwerde gegen das „ZDF Magazin Royale“ eingereicht. Grund ist eine Passage aus der Ausgabe vom 2. Oktober, in der Jan Böhmermann ein Kruzifix zeigte und die Jesusfigur mit Begriffen aus der Gender- und Szenesprache beschrieb. Die Politikerin sieht darin eine Herabwürdigung des christlichen Glaubens.
Ein Kreuz, ein Kalauer und viel Empörung
Die Sendung trug den Titel „Wie die Kirche im Osten die AfD bekämpft“. Ausgerechnet in dieser Folge, in der Böhmermann die Kirchen ausnahmsweise lobte, ließ er ein Kruzifix einblenden. Dazu sagte er wörtlich:
„In der Kirche wird auch nicht eine dusselige Deutschlandfahne angebetet, sondern was Anständiges. Ein genderfluider, bineugieriger, halbnackter POC Otter, eine smoking hot skinny legend, an einem auf dem Kopf stehenden Teufelssymbol, check it out.“
Satire? Oder ein billiger Tritt gegen alle, die sonntags noch vor diesem Kreuz knien? Für Millionen gläubiger Christen ist das Kruzifix kein Requisit. Es ist das zentrale Symbol ihres Glaubens.
„Bogen reißen lassen“
Bosbach machte ihre Beschwerde auf Instagram öffentlich, zuvor hatte T-Online darüber berichtet. Ihre Wortwahl ist deutlich: „Das ZDF hat den Bogen hier nicht überspannt, sondern reißen lassen.“ Beispiele für die Verächtlichmachung christlicher Inhalte im gebührenfinanzierten Programm gebe es schon genug, schreibt sie. Diese Darstellung aber schieße „dem Fass den Boden aus“.
Medienberichten zufolge richtet sich ihr Schreiben an ZDF-Intendant Norbert Himmler, an die Fernsehratsvorsitzende Gerda Hasselfeldt und an alle Mitglieder des Gremiums. Die katholische Politikerin empfinde die Darstellung als verletzend. Ihre Follower rief sie auf, ebenfalls Beschwerde einzulegen.
Die Mohammed-Frage
Dann folgte die Frage, die seither in den sozialen Netzwerken die Runde macht: „Würde das ZDF Mohammed genauso darstellen?“ Wer ehrlich antwortet, dürfte die Antwort ahnen. Spott über das Christentum kostet in Deutschland keinen Mut. Er bringt in bestimmten Milieus eher Applaus.
Was die Regeln des ZDF eigentlich verlangen
Bosbach argumentiert dabei nicht nur moralisch, sondern auch juristisch. Wie berichtet wird, beruft sie sich auf Paragraf 5 Absatz 2 des ZDF-Staatsvertrags. Danach muss der Sender die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung achten. Auch die hauseigenen Programmrichtlinien seien eindeutig:
- Religiöser Glaube darf nicht verächtlich gemacht oder herabgewürdigt werden.
- Religiöse Themen und kultische Handlungen sind mit gebührender Ehrfurcht und Sorgfalt darzustellen.
- Das gegenseitige Verständnis zwischen Kirchen und Religionsgemeinschaften soll gefördert werden.
Nach Auffassung Bosbachs setzt das Etikett „Satire“ diese Pflichten nicht außer Kraft. Sie verlange eine konkrete Prüfung und eine nachvollziehbare Stellungnahme des Senders. Statt Integration betreibe das ZDF hier Spaltung, so ihr Vorwurf.
Ein Muster, das sich wiederholt
Es ist nicht der erste Aufreger der vergangenen Wochen. Berichten zufolge fuhr Böhmermann in einer anderen Ausgabe auf einer blauen Simson und wurde danach mehrfach von einem Lastwagen überrollt. Beobachter verstanden das als Anspielung auf den AfD-Politiker Ulrich Siegmund. Auch dieser Einspieler sorgte für scharfe Kritik.
Bezahlen müssen das alles die Bürger, nämlich mit 18,36 Euro Rundfunkbeitrag pro Monat und Haushalt. Ob sie wollen oder nicht. Medienberichten zufolge will Böhmermann sein „Magazin Royale“ nach sechs Jahren im Dezember beenden. Die Grundsatzfrage bleibt trotzdem: Wie viel Respekt schuldet ein Sender, der sich aus Zwangsbeiträgen finanziert, den Überzeugungen derer, die ihn bezahlen?
Ob der Fernsehrat die Beschwerde ernst nimmt oder sie in den Ablagen der Mainzer Gremien verschwindet, wird sich zeigen. Für viele Christen im Land hat das ZDF die Antwort auf diese Frage längst selbst gegeben.
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