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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
20:33 Uhr

Künstliche Intelligenz frisst Amerikas Aluminium-Industrie: Nächste Schmelze schließt für immer

Es ist eine Ironie der Geschichte, die man sich kaum besser ausdenken könnte: Während US-Präsident Donald Trump mit drakonischen Importzöllen von 50 Prozent auf Aluminium die heimische Industrie wiederbeleben will, verliert Amerika eine weitere Schmelzhütte – nicht an ausländische Konkurrenz, sondern an die unstillbare Gier der Tech-Giganten nach Strom. Die Vereinigten Staaten verfügen nun nur noch über fünf Primäraluminium-Werke. Fünf. In der einstmals größten Industrienation der Welt.

Hawesville: Vom Aluminium-Giganten zum Rechenzentrum

Century Aluminum hatte die Produktion in seiner Schmelze im kentuckischen Hawesville bereits 2022 eingestellt, als die Energiepreise infolge des russischen Einmarsches in die Ukraine explodierten. Man rechnete damals mit einer Wiederaufnahme innerhalb eines Jahres. Doch die Preise sanken nie auf ein erträgliches Niveau zurück. Stattdessen hat Century den Standort nun an das Digitalinfrastruktur-Unternehmen TeraWulf verkauft. Die Botschaft könnte deutlicher kaum sein: Wo einst flüssiges Metall floss, werden künftig Algorithmen rechnen.

Aluminium-Schmelzen sind gewaltige Energiefresser – ein modernes Werk verschlingt mehr Strom als eine Stadt von der Größe Bostons. Doch Rechenzentren für Künstliche Intelligenz stehen dem in nichts nach. Und im Wettbieten um langfristige Stromverträge sind die Technologiekonzerne schlicht bereit, mehr zu bezahlen. Die KI-Branche verdrängt damit buchstäblich die industrielle Basis Amerikas.

Trumps Zölle: Viel Lärm, wenig Wirkung

Die Erhöhung der Aluminium-Importzölle auf 50 Prozent war eines der Prestigeprojekte der Trump-Administration. Das erklärte Ziel: den jahrzehntelangen Niedergang der heimischen Primärmetallproduktion aufzuhalten. Die bisherige Bilanz fällt jedoch ernüchternd aus. Der einzige konkrete Erfolg besteht darin, dass Century Aluminum rund 50.000 Tonnen Jahreskapazität in seiner Mount-Holly-Schmelze in South Carolina wieder hochfährt. Bis Mitte 2026 soll das Werk seine Nennkapazität von 220.000 Tonnen pro Jahr erreichen. Doch selbst hier waren es weniger die Zölle als vielmehr ein verlängerter Stromliefervertrag mit dem lokalen Energieversorger Santee Cooper, der den Ausschlag gab.

Das große Zukunftsversprechen ist eine hochmoderne Neuanlage in Oklahoma – ein Joint Venture zwischen Emirates Global Aluminium und Century im Verhältnis 60:40. Die geplante Kapazität von 750.000 Tonnen jährlich klingt beeindruckend. Doch ein Stromliefervertrag steht noch aus, und selbst bei planmäßigem Baubeginn Ende dieses Jahres würde erstes Metall frühestens 2030 fließen. Bis dahin klafft eine gewaltige Lücke.

Strategische Verwundbarkeit wächst

Mit der endgültigen Schließung von Hawesville verlieren die USA nicht nur ihr zweitgrößtes verbliebenes Schmelzwerk mit einer Jahreskapazität von 252.000 Tonnen. Der Standort war auch ein bedeutender Lieferant von hochreinem Aluminium für die Luft- und Raumfahrt sowie für Verteidigungsanwendungen. In Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen ist das ein strategisches Versäumnis ersten Ranges.

Die verbleibenden stillgelegten Kapazitäten bieten kaum Trost. Alcoa hält zwar noch eine Produktionslinie mit 54.000 Tonnen Jahreskapazität in seinem Warrick-Werk in Indiana in Reserve, doch Konzernchef William Oplinger erklärte gegenüber Analysten unmissverständlich, eine Reaktivierung sei „zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich". Die Kosten von rund 100 Millionen Dollar und eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren schreckten ab. Ähnlich sieht es bei der New-Madrid-Schmelze in Missouri aus, die 2018 reaktiviert, aber 2024 erneut geschlossen wurde. Der aktuelle Eigentümer Magnitude 7 Metals hüllt sich in Schweigen über seine Pläne.

Amerikanische Verbraucher zahlen die Zeche

Die Vereinigten Staaten waren im vergangenen Jahr laut dem U.S. Geological Survey bei 60 Prozent ihres Aluminiumverbrauchs auf Importe angewiesen. Daran wird sich bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme der Oklahoma-Schmelze wenig ändern. Gleichzeitig zeigt das Weiße Haus keinerlei Bereitschaft, bei den Zöllen zurückzurudern. Medienberichte über mögliche Senkungen oder zusätzliche Ausnahmen wurden als „haltlose Spekulation" abgetan. Trump werde „niemals Kompromisse eingehen, wenn es darum geht, die heimische Fertigung wiederzubeleben, die für unsere nationale und wirtschaftliche Sicherheit entscheidend ist", so ein Regierungsvertreter.

Die Konsequenz ist brutal: Der sogenannte Midwest-Aluminium-Aufschlag liegt derzeit bei 2.290 Dollar pro Tonne über dem Londoner Börsenpreis, was einen „All-in-Preis" von rund 5.300 Dollar pro Tonne ergibt. Amerikanische Industrieunternehmen, Automobilhersteller und Bauunternehmen müssen diese Kosten schultern – und reichen sie letztlich an den Endverbraucher weiter.

Ein Lehrstück über die Grenzen der Zollpolitik

Die Geschichte der amerikanischen Aluminium-Industrie ist ein Paradebeispiel dafür, dass Zölle allein keine Industriepolitik ersetzen können. Wenn die grundlegenden Rahmenbedingungen – allen voran bezahlbare Energie – nicht stimmen, verpuffen selbst astronomische Importabgaben wirkungslos. Die Tatsache, dass ein Aufschlag von über 2.000 Dollar pro Tonne nicht ausreichte, um Hawesville am Leben zu halten, spricht Bände über die Machtverhältnisse im Kampf um Strom.

Für Europa und Deutschland sollte dies eine Warnung sein. Auch hierzulande steigen die Energiepreise unaufhörlich, getrieben von einer ideologisch motivierten Energiewende und dem gleichzeitigen Ausstieg aus Kernkraft und Kohle. Energieintensive Industrien wie die Aluminium- und Stahlproduktion wandern ab oder schließen. Wer glaubt, diesen Trend mit Subventionen und Regulierung aufhalten zu können, der irrt – wie das amerikanische Beispiel eindrucksvoll beweist.

In Zeiten derartiger wirtschaftlicher Unsicherheit und industrieller Erosion dürfte es kaum verwundern, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Instrumente der Vermögenssicherung weiterhin stark nachgefragt werden. Während Industriemetalle den Launen der Politik und des Energiemarktes ausgeliefert sind, bewähren sich Edelmetalle seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher – unabhängig davon, ob gerade Schmelzöfen oder Serverfarmen um den knappen Strom konkurrieren.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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