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Kupfer-Schock: Weltbank sieht das rote Metall dauerhaft auf Rekordkurs!

Kupfer-Schock: Weltbank sieht das rote Metall dauerhaft auf Rekordkurs!
Symbolbild: KI-generiert

Die Weltbank hat ihre Kupferprognose für 2027 drastisch angehoben. Im Schnitt erwartet sie jetzt 13.000 US-Dollar je Tonne, das sind satte 18 Prozent mehr als noch in der Schätzung vom April. Wer an den Rohstoffmärkten auf Entspannung gehofft hatte, wird enttäuscht.

Der neue Wert liegt nur 1,5 Prozent unter dem Rekorddurchschnitt von 13.200 US-Dollar, den die Ökonomen für das laufende Jahr 2026 veranschlagen. Damit bleibt der Preis also auf dem Gipfel. Gefragt ist das Metall für Stromnetze, Rechenzentren und Elektroautos. Gleichzeitig kommen die Minen beim Fördern kaum hinterher.

Die Minen kommen nicht hinterher

Das Grundproblem ist das Angebot. Von der Entdeckung einer Lagerstätte bis zur ersten kommerziellen Tonne vergehen mehr als zehn Jahre. Dazu kommt, dass die Weiterverarbeitung auf wenige Länder verteilt ist. Wenn dort etwas schiefgeht, spürt das der ganze Weltmarkt.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Im ersten Halbjahr 2026 ging die Nachfrage nämlich zeitweise sogar leicht zurück, der Preis blieb aber trotzdem oben. Getrieben wurde er von Lieferausfällen und Geopolitik, besonders von der Angst vor US-Importzöllen. An der New Yorker Comex lag Kupfer zeitweise deutlich über dem Preis an der London Metal Exchange. Deshalb wurde physisches Metall in amerikanische Lagerhäuser gebracht und fehlte im Rest der Welt.

Bis September hatte sich der Preisabstand zwischen den beiden Börsen wieder normalisiert. Ruhig ist es trotzdem nicht: Für Januar drohen weitere Zollentscheidungen. Neue Hamsterkäufe sind deshalb jederzeit möglich.

Probleme in Indonesien, Chile und im Kongo

In Indonesien legte schlechtes Wetter Minen lahm. In Chile, dem Kupferland schlechthin, gibt es betriebliche Probleme, und die Erzgehalte sinken weiter. Die Demokratische Republik Kongo hat im August den Export von Kupferkonzentraten verboten, damit die Wertschöpfung im eigenen Land bleibt. Bisher wird das Verbot durch Ausnahmegenehmigungen abgeschwächt.

Für 2027 und 2028 rechnet die Weltbank damit, dass die Nachfrage stark anzieht. Dann sollen sich die weltweiten Investitionen in Stromnetze, KI-Rechenzentren und Elektroflotten gleichzeitig bemerkbar machen. Für Deutschland ist das keine gute Nachricht. Eine Industrie, die fast alle Rohstoffe importieren muss und ohnehin unter hohen Energiepreisen leidet, zahlt am Ende die Rechnung für eine Energiewende, die vor allem Material verbraucht.

Zinn hoch, Lithium runter

Bei den anderen Rohstoffen ist das Bild gemischt. Der Metall-Index der Weltbank soll 2026 um 25 Prozent steigen und 2027 dann um 3,3 Prozent nachgeben. Er läge damit immer noch rund 16 Prozent über dem bisherigen Rekord von 2021. Medienberichten zufolge erwartet die Weltbank für 2026 außerdem einen Anstieg der Rohstoffpreise insgesamt um 23 Prozent, vor allem wegen des Konflikts im Nahen Osten.

  • Zinn: 45.000 US-Dollar je Tonne im Jahr 2027 (22 Prozent über der April-Schätzung)
  • Zink: 3.100 US-Dollar je Tonne (plus 13 Prozent)
  • Eisenerz: Rückgang von 98 auf 95 US-Dollar, gebremst durch Chinas Immobilienkrise und das Megaprojekt Simandou in Guinea
  • Batteriemetalle: Im dritten Quartal fiel Lithium um 13 Prozent und Kobalt um 25 Prozent. Nickel dürfte seitwärts laufen, weil LFP-Batterien ganz ohne Nickel auskommen.

Gold und Silber: Auch in der Prognose sehr teuer

Für Gold erwartet die Weltbank 2027 im Schnitt 4.250 US-Dollar je Unze, nach 4.600 US-Dollar im Jahr 2026. Silber soll von 70 auf 62 US-Dollar sinken. Selbst diese vorsichtigen Annahmen liegen allerdings weit über allen Werten früherer Jahrzehnte. Wie schnell solche Prognosen überholt sein können, zeigt die Weltbank gerade selbst: Ihre Kupferzahl musste sie innerhalb eines halben Jahres um fast ein Fünftel nach oben korrigieren.

Silber ist so teuer, dass Hersteller von Solarmodulen es nach und nach durch Kupfer ersetzen. Die Weltbank sieht darin einen zusätzlichen Schub für die Kupfernachfrage.

Das größte Risiko bleibt die Energie. Für 2027 rechnet die Weltbank bei Brent-Öl mit 79 US-Dollar je Barrel, nach 91 US-Dollar in diesem Jahr. Sie warnt aber, dass der Preis bei Lieferengpässen auf 105 US-Dollar steigen könnte. Dann würden Förderung und Verhüttung teurer, und gleichzeitig könnten Inflations- und Zinssorgen die Nachfrage der Industrie bremsen.

Nach Einschätzung unserer Redaktion zeigt die Lage, wie stark Sachwerte in Zeiten von Knappheit, Zollkonflikten und Staatsschulden gefragt sind. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Vermögen abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung. Er enthält keine Aufforderung, Wertpapiere, Rohstoffe oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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